Ein Prozent von 10.000 EUR sind 100 EUR. Diese Rechnung ist kurz; die Entscheidung über eine passende Position ist es nicht immer. Bereits die kleinste erlaubte Lotzahl kann zu groß sein. Oder ein Stop passt zunächst ins Budget, zusätzliche Haltedauer aber nicht. Deshalb lohnt sich die Trennung zwischen der Prozentregel, ihrer technischen Umsetzung und dem späteren Nettoverlust.

Was zeigt die Mathematik einer Verlustserie?

Bei zehn idealisierten Verlusten von jeweils genau 1 % der dann aktuellen Equity werden die Faktoren multipliziert: 10.000 EUR × 0,99¹⁰ ≈ 9.043,82 EUR. Der Rückgang beträgt ungefähr 9,56 %. Bei jeweils 2 % bleiben 8.170,73 EUR; bei 5 % noch 5.987,37 EUR. Kosten, Sprünge und abweichende Ausführung fehlen in diesem Modell.

Diese Zahlen begründen keinen allgemeingültigen optimalen Prozentsatz. Sie erklären, wie unterschiedliche gewählte Bruchteile unter denselben idealen Verlustannahmen wirken. Ein aktueller Drawdown kann größer als eine historische Simulation ausfallen. Von einem kleineren Rest aus braucht die Erholung außerdem einen höheren Prozentgewinn als der vorherige Verlust.

Wie rechnest du das Budget in EUR-Lots um?

Die Grundformel lautet Lotzahl = (aktuelle Equity × gewählter Bruchteil) / (Stop-Pips × Pip-Wert je Lot in Kontowährung). Im hypothetischen EUR/USD-Kontrakt umfasst ein Lot 100.000 EUR und ein Pip 0,0001. Der Pip-Wert ist 10 USD je Lot. Bei festem Referenzkurs 1,0800 sind das 9,259259… EUR.

Für 10.000 EUR Equity, 1 % Budget und 50 Pips erhältst du exakt 0,216 Lot vor Kosten. Bei Mindestmenge und Schritt 0,01 Lot passt 0,21 Lot: Preisverlust rund 97,22 EUR. 0,22 Lot ergäben rund 101,85 EUR. Die Umrechnung auf glatte „10 EUR pro Pip“ würde die tatsächlichen Annahmen verbergen.

Bei demselben Budget geben 25 Pips roh 0,432 Lot und abgerundet 0,43 Lot mit 99,54 EUR Preisverlust. Bei 100 Pips sind es roh 0,108, abgerundet 0,10 Lot mit 92,59 EUR. Das gerundete Geldrisiko muss also nicht bei jedem Trade genau ein Prozent betragen. Die unterschiedlichen Stopabstände erklären diesen Zusammenhang.

Wann passt auch das Mindestvolumen nicht?

Nimm ein separates hypothetisches 1.000-EUR-Konto, ein gewähltes Budget von 0,5 % und damit 5 EUR. Bei einem festen Pip-Wert von 10 EUR je Lot, 80 Pips Stop und Mindestvolumen 0,01 Lot beträgt die Mindestbelastung 8 EUR. Die rohe Rechnung ergibt 0,00625 Lot. Keine positive erlaubte Menge passt.

Ein kleiner Geldbetrag ist somit kein automatischer Zugang zu einem kleinen Risiko. Prüfe den Kontrakt, bevor du die Mindestmenge aufrundest. Eine andere Spezifikation kann andere Mengen erlauben; ein Name wie „Centkonto“ beweist deren Einheit nicht. „Keine Position“ ist hier das rechnerisch richtige Ergebnis.

Auch Haltedauer gehört in die Rechnung. In einem weiteren erfundenen Beispiel passen 3 EUR Stopverlust und 0,50 EUR einmalige Gebühr zunächst in ein 5-EUR-Budget. Bei zusätzlich 0,50 EUR je belasteter Nacht werden nach drei Nächten 5 EUR und nach vier Nächten 5,50 EUR erreicht. Stop und Lotzahl haben sich dabei nicht geändert.

Unveränderter Stop, längere HaltedauerHypothetisches Budget 5 EUR; Preisverlust 3 EUR; einmalige Gebühr 0,50 EUR; pro belasteter Nacht 0,50 EUR ohne Wochenmultiplikator.RECHEN- UND LERNBEISPIELOhne Nacht3,50 EURDrei Nächte5,00 EURVier Nächte5,50 EUR
Unveränderter Stop, längere Haltedauer. Hypothetisches Budget 5 EUR; Preisverlust 3 EUR; einmalige Gebühr 0,50 EUR; pro belasteter Nacht 0,50 EUR ohne Wochenmultiplikator.

Nach der vierten belasteten Nacht überschreitet derselbe Stopplan das Kostenbudget.

Ohne Nacht
3,50 EUR – 3 + 0,50
Drei Nächte
5,00 EUR – 3 + 0,50 + 3 × 0,50
Vier Nächte
5,50 EUR – 3 + 0,50 + 4 × 0,50

Wie trennst du Einzelbudget und Tageslimit?

Definiere beispielsweise auf einem 500-EUR-Konto einen individuellen Preisverlustplan von höchstens 5 EUR und ein Tagesbudget von 10 EUR. Eine mögliche Buchungsregel zählt realisierte Verluste plus anfängliche Budgets noch offener Positionen, ohne Gewinne gegenzurechnen. Bei 4 EUR realisiertem Verlust und zwei offenen 3-EUR-Budgets ist die Summe bereits 10 EUR.

Ein neuer Trade mit 3 EUR passt zwar unter das Einzelmaximum von 5 EUR, erhöht die Tagessumme aber auf 13 EUR. Das ist ein selbst gewähltes Verfahren, kein Marktgesetz und kein garantierter Tagesverlustdeckel. Beschreibe auch, wie bereits offene Positionen und ausstehende Orders behandelt werden.

Aktualisiere die Kapitalbasis vor jeder neuen Mengenentscheidung, wenn deine Regel aktuelle Equity verwendet. Nach einem Rückgang von 10.000 auf 9.000 EUR sinkt das 1-%-Budget von 100 auf 90 EUR. Dennoch kann die neue Lotzahl größer sein, wenn etwa der Stop deutlich enger ist. „Nach einem Verlust niemals mehr Lots“ ist daher eine andere Aussage als „das Geldbudget nicht erhöhen“. Positive historische Erwartungswerte erlauben keinen automatischen Wechsel zu mehr Risiko.

Was prüfst du bei der nächsten Berechnung?

  1. Trage aktuelle Equity, Prozentwert und Kontowährung ein. Bewahre die Kapitaldefinition auf und übernimm nicht einfach die ursprüngliche Einzahlung oder den Stand vom letzten Wochenabschluss.
  2. Ergänze Stopdistanz, Pip-Wert, Umrechnung und den Kostenplan für die Haltedauer. Berechne die rohe Menge, runde auf eine erlaubte kleinere Stufe und prüfe deren Geldbetrag erneut.
  3. Kontrolliere parallel dein gemeinsames Positions- und Tagesbudget. Speichere den Plan vor der Order und vergleiche später die bestätigten Ausführungen und Nettoverluste mit diesen ursprünglichen Angaben.

Die 1-%-Regel ist ein Lernmodell für Budgetdisziplin. Sie verhindert weder Kurslücken noch den Verlust des gesamten CFD-Kapitals. Die Beispiele sind keine individuelle Anlageempfehlung.