Ein Konto steigt von 10.000 auf 11.500 EUR und fällt anschließend auf 8.700 EUR. Der Verlust gegenüber dem früheren Hoch beträgt 2.800 EUR oder rund 24,35 %. Gegenüber der Einzahlung sieht die Rechnung anders aus. Schon deshalb braucht die Kennzahl eine klare Messgrundlage. Sie ist weder ein Urteil über deine Belastbarkeit noch eine Prognose, wann das Konto sich erholen wird.

Von welchem Hoch wird der Rückgang berechnet?

Für ein positives früheres Hoch H und einen späteren Wert K lautet die Formel (H − K) / H × 100 %. Gehe die Reihe zeitlich vorwärts durch und aktualisiere das bisherige Hoch. Neue Höchststände setzen den Bezugspunkt; ein danach auftretender Rückgang wird gegen dieses Hoch gerechnet.

Wächst ein Konto ohne Ein- oder Auszahlungen von 10.000 auf 20.000 EUR und fällt auf 15.000 EUR, hat es 25 % Drawdown. Gleichzeitig steht es 50 % über dem Anfangskapital. Beide Angaben können richtig sein, weil ihre Bezugspunkte verschieden sind. Verwende Drawdown deshalb mit einer ausdrücklich genannten Kapitalreihe.

Warum reichen Höchst- und Tiefstwert nicht?

Betrachte die hypothetischen Indexreihen A: 100 → 80 → 120 → 100 und B: 100 → 120 → 80 → 100. Beide haben denselben Start, Schluss, höchsten und niedrigsten Wert. In A ist der erste Rückgang 20 % und der spätere 16,67 %, also maximal 20 %. In B liegt das Hoch 120 vor dem Tief 80: Der maximale Drawdown beträgt 33,33 %.

Wer für beide einfach 120 und 80 verrechnet, erfindet für A einen Rückgang, der nie stattgefunden hat. Die MetaTrader-Testberichtdefinition bezieht relative Drawdowns ebenfalls auf ein Hoch und ein späteres Tief. Lies dennoch das konkrete Berichtsfeld; absoluter Geldrückgang und relativer Prozentrückgang sind verschiedene Größen.

Gleiche Werte, anderer maximaler DrawdownHypothetische Kapitalindizes mit vier Beobachtungen, ohne Zahlungsbewegungen; nur diese Werte werden gemessen.RECHEN- UND LERNBEISPIELA: 100 → 80 → 120 → 10020 %B: 100 → 120 → 80 → 10033,33 %
Gleiche Werte, anderer maximaler Drawdown. Hypothetische Kapitalindizes mit vier Beobachtungen, ohne Zahlungsbewegungen; nur diese Werte werden gemessen.

Das Hoch muss vor seinem Tief liegen. Eine andere Reihenfolge verändert den maximalen Rückgang.

A: 100 → 80 → 120 → 100
20 % – Erster Rückgang 20 %, zweiter 16,67 %
B: 100 → 120 → 80 → 100
33,33 % – 120 liegt vor 80

Der aktuelle Drawdown und der maximale historische Drawdown beantworten auch verschiedene Fragen. Ein inzwischen erholtes Konto kann aktuell 0 % Drawdown haben, während sein untersuchter Verlauf weiterhin einen tieferen Rückgang enthält. Ein längerer unveränderter Gesamtzeitraum kann dessen Maximum nicht verringern; ein rollierendes Fenster kann alte Episoden dagegen ausschließen.

Wie viel Wachstum braucht die Erholung?

Mit d als Verlustbruchteil beträgt der benötigte Gewinn d / (1 − d), solange d kleiner als 1 ist. Bei 20 % Verlust sind es 25 %, bei 50 % genau 100 %. Nach einem vollständigen Verlust lässt sich das frühere Hoch durch keine endliche prozentuale Rendite auf den verbleibenden Nullbetrag erreichen.

Im Beispiel Peak 10.000 EUR und Rest 6.000 EUR fehlen 4.000 EUR. Der Drawdown beträgt 4.000 / 10.000 = 40 %. Die Erholung braucht hingegen 4.000 / 6.000 ≈ 66,67 %. Ein Gewinn von 40 % auf den Rest ergäbe nur 8.400 EUR. Aus dieser Identität folgt weder ein realistischer Zeitraum noch eine erzielbare Rendite.

Eine angenommene konstante Rendite könnte einen mathematischen Zeitraum liefern, wäre aber eine zusätzliche Modellvorgabe. Vergangene Jahreserträge bleiben keine gesicherte Rate für die nächste Erholungsphase. Erhöhe die Positionsgröße nicht allein aufgrund einer rückwärts gerechneten gewünschten Erholungszeit.

Was verändern Einzahlungen und Beobachtungshäufigkeit?

Ein vereinfachtes Anteilsmodell trennt Zahlungsbewegungen: Anfangs kaufen 10.000 EUR hundert Anteile zu je 100 EUR. Nach dem Rückgang auf 8.000 EUR ist jeder Anteil 80 EUR wert. Eine weitere Einzahlung von 8.000 EUR kauft hundert zusätzliche Anteile; das Konto hat 16.000 EUR, der Anteilswert bleibt 80 EUR.

Ein anschließender Rückgang um 10 % ergibt 14.400 EUR und 200 Anteile zu 72 EUR. Die rohe Kontoreihe 10.000 → 8.000 → 16.000 → 14.400 zeigt maximal 20 % Rückgang. Die Anteilsreihe 100 → 80 → 80 → 72 dagegen 28 %. Die Einzahlung hat den Verlust nicht aufgeholt. Für das Modell braucht man Bewertungen zum Zahlungszeitpunkt; es ist keine Behauptung über eine formale Berichtsstandard-Konformität.

Ein Tagesabschluss kann zudem ein tieferes untertägiges Equity-Tief auslassen. Balance erfasst gebuchte Ergebnisse; Equity enthält offene Bewertungen. Ein Vergleich von täglichen Balance-Werten mit laufend erfasster Equity vergleicht verschiedene Daten. Im Journal gehören Reihe, Frequenz und Zeitraum deshalb neben die Kennzahl.

Wie verbindest du die Messung mit deinem Plan?

Ein beobachtetes Maximum ist keine garantierte Grenze. Eine gewählte Prüf- oder Stopregel muss beschreiben, welche Kapitalbasis zählt und was mit bestehenden Positionen sowie ausstehenden Orders passiert. Kurslücken und Ausführungsabweichungen können die geplante Grenze überschreiten.

Untersuche vor einer Schlussfolgerung die Originaldaten: offene Ergebnisse, fehlende Beobachtungen, Kosten und Zahlungsbewegungen. Eine im Journal bestätigte Regelverletzung ist eine konkrete Feststellung; die Behauptung, ein bestimmter Prozentsatz beweise Angst oder Strategiefehler, wäre eine andere und unbelegte Schlussfolgerung.

Was kannst du an deiner Messung jetzt prüfen?

  1. Wähle einen Zeitraum und eine Kapitalreihe. Dokumentiere Beobachtungsrhythmus und Zahlungsbewegungen; notiere ausdrücklich, ob offene Positionen einbezogen sind und welche Originaldatei die Werte enthält.
  2. Berechne die laufenden früheren Hochs und späteren Rückgänge. Kontrolliere die schlimmste Episode anhand ihrer konkreten Zeitpunkte, statt einfach globales Maximum und Minimum zu kombinieren.
  3. Vergleiche den gemessenen Pfad mit deinem schriftlichen Risikoplan. Trenne Datenfehler, Regelabweichungen und regelkonforme Verluste; halte offene Fragen fest, bevor du Größen oder Regeln änderst.

Diese historische Kennzahl garantiert keinen künftigen Kontoverlauf. CFDs können erhebliche Verluste verursachen; die Rechnung ist keine persönliche Anlageempfehlung.