In diesem Artikel
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- Du berechnest Mittel und Streuung passender Differenzrenditen.
- Du erkennst den Nullnenner bei variablem Benchmark.
- Du trennst Monatsmittel, Kapitalverknüpfung und Annualisierung.
- Du setzt die Rechnung mit deutscher Stichprobenformel um.
Begriffe direkt erklärt
Sharpe Ratio Sortino Ratio Drawdown ErwartungswertEine hohe Zahl kann aus einer kleinen beobachteten Streuung entstehen. Ohne Renditefenster, Benchmark und Frequenz lässt sich aber nicht beurteilen, ob zwei Zahlen dasselbe messen. Beginne deshalb mit der vollständigen gepaarten Reihe, bevor du den Wert als Rangliste oder Gütesiegel liest.
Woher stammt die Kennzahl und welches Verhältnis gilt?
Sharpe führte 1966 in Mutual Fund Performance die Reward-to-Variability-Kennzahl ein und diskutierte 1994 ihre verallgemeinerte Form unter dem inzwischen üblichen Namen. Sein Wirtschaftspreis 1990 betraf Beiträge zur Finanzökonomie, insbesondere CAPM, nicht einen amtlichen Qualitätsstatus jeder hohen Sharpe Ratio.
Für historische Beobachtungen gilt dₜ=rₜ−bₜ, dann Sharpe = Mittelwert(d)/Standardabweichung(d). Strategie und Benchmark brauchen passende Zeiträume, Währung und Ergebnisdefinition. Eine konstante risikofreie Vergleichsrendite ist ein besonderer Benchmarkfall; eine variable Benchmark ist nicht automatisch diese konstante Rate.
Die Formel allein braucht keine Normalverteilung. Mittelwert und Streuung beschreiben trotzdem nicht Schiefe, extreme Verluste, Equitypfad oder Korrelationen mit weiteren Beständen. Die Kennzahl ersetzt deshalb weder Drawdown noch Tail- und Portfolioszenarien.
Warum muss der Nenner aus derselben Differenzserie kommen?
Das erhaltene hypothetische Vierperiodenmodell hat Strategierenditen 1%,3%,1%,3% und gewählte Benchmark 0%,2%,0%,2%. Differenzen sind jedes Mal 1 Prozentpunkt. Die Einzelreihen schwanken, die Differenzen aber nicht. Ihre Stichprobenstandardabweichung ist null; der Quotient ist daher hier undefiniert.
Differenzen immer 1 Prozentpunkt, Standardabweichung null: Quotient undefiniert.
- Strategie
- 1; 3; 1; 3% – Reihe schwankt
- Benchmark
- 0; 2; 0; 2% – Variabler Vergleich
- Differenzen
- 1; 1; 1; 1 Prozentpunkt – Gleichbleibende Lücke
- Streuung
- 0 – Keine unendliche Qualitätszusage
Mittelwert Strategie ist 2%, Benchmark 1%, Differenz 1%. Die Stichprobenstreuung der Strategie allein beträgt etwa 1,1547 Prozentpunkte. 1/1,1547≈0,866 wäre ein anderer Quotient, nicht die Streuung der gewählten Differenzen. Das Diagramm beschreibt eine variable Benchmark und darf nicht als konstante risikofreie Anlage ausgegeben werden.
Ein Nullnenner beweist weder perfekte Strategie noch fehlende künftige Variabilität. Leere, fehlende oder gerundete Beobachtungen können ebenfalls Unterschiede verstecken. Prüfe die Rohdaten und gib keinen künstlichen endlichen Erfolgswert aus.
Welche erhaltenen Jahresquotienten werden verglichen?
Im ersten hypothetischen Jahresperiodenvergleich sind arithmetische Mittel 30% und 50% sowie Standardabweichungen 10 und 30 Prozentpunkte angegeben. Mit festem Benchmark null ergeben die Quotienten 3 und 1,6667. Ein anderer Benchmark verändert die Zähler; die gelieferten Summen sind keine vollständigen realen Testresultate.
Im zweiten Jahresperiodenvergleich hat A Mittel 24%, Stichprobenstreuung 16 Prozentpunkte, B12% und 5. Fester Benchmark 4% je Jahresperiode ergibt A=(24−4)/16=1,25, B=(12−4)/5=1,6. Es wird keine monatliche Reihe annualisiert. Unterschiedliche Nominalrendite und Quotient liefern keine vollständige Risikorangfolge.
Eine positive Skalierung der gesamten Differenzserie erhält im idealen Modell das Verhältnis von Mittel und Streuung. Eine halbe Marktposition erzeugt diese Skalierung nicht automatisch: Restcashrendite, Finanzierung, Gebühren und nichtlineare Ausführung können anders wirken. Ein pauschaler Satz „Hebel verändert Sharpe nie“ würde zu viel behaupten.
Wie baust du einen eigenständigen EUR-Rechentest?
Unsere frei erfundenen vier monatlichen Nettorenditen sind 1%,2%,0%,−1%; der ausdrücklich angenommene monatliche EUR-Benchmark ist jedes Mal 0,25%. Ohne externe Cashflows verläuft 10.000 EUR über 10.100,10.302,10.302 zu 10.198,98 EUR. Die Verknüpfung ergibt 1,9898% Gesamtzuwachs, nicht einfach viermal das Monatsmittel 0,5%.
Die Differenzen in Prozentpunkten lauten 0,75; 1,75;−0,25;−1,25. Ihr Mittel ist 0,25. Abweichungen von diesem Mittel sind 0,5; 1,5;−0,5;−1,5, quadratische Summe 5. Stichprobenvarianz ist 5/(4−1), Standardabweichung 1,290994 Prozentpunkte. Perioden-Sharpe ist 0,25/1,290994≈0,193649.
Diese Daten sind weder deutsches Forschungsergebnis noch tatsächliche Bankrendite. Die Benchmark 0,25% gilt monatlich als reine Eingabe; sie stammt nicht aus einem aktuellen Leitzins. Beim Verwenden tatsächlicher Fremdwährungsresultate brauchst du zuerst die konsistente EUR-Renditereihe mit Cashflowbehandlung.
Wie setzt du das in einer deutschen Tabelle um?
Lege Monatsrenditen und passende Benchmark in getrennte Spalten und berechne in einer dritten Zeile für Zeile die Differenz. Sind die vier Differenzen in C2:C5 als Prozentwerte gespeichert, ist die deutsche Excel-Formel =MITTELWERT(C2:C5)/STABW.S(C2:C5). Verwende die Stichprobenkonvention n−1, nicht stillschweigend die Grundgesamtheitsfunktion.
Ob du 0,75 Prozentpunkte als 0,75 oder als 0,0075 speicherst, ändert den Quotienten bei konsistentem Zähler und Nenner nicht. Eine Mischung der Skalen erzeugt Faktor 100. Speichere Mittel, Standardabweichung, Beobachtungszahl, Fenster, Frequenz und Kostenbehandlung neben der Ratio.
Für einen EUR-Vergleich wird gelegentlich €STR als Referenz genannt. Die EZB beschreibt damit unbesicherte Übernacht-Wholesale-Finanzierungskosten von Banken im Euroraum. Das ist nicht automatisch deine investierbare risikofreie Monatsrendite. Ebenso ist ein Leitzins oder Langfrist-Anleiherendite keine ungeprüfte Ersatzserie.
Wann darfst du annualisieren und interpretieren?
Quadratwurzel-Zeitskalierung verlangt Annahmen über Aggregation und serielle Abhängigkeit. Sharpe und Lo behandeln diese Grenzen ausdrücklich. Jahresrendite durch monatliche Streuung zu teilen vermischt Einheiten; ein publizierter Jahreszins geteilt durch zwölf ist nicht automatisch tatsächlich erzielte monatliche Benchmarkrendite.
Wenn du zusätzlich eine passende additive, unkorrelierte Periodenstruktur annimmst, ergibt im eigenen Zahlenbeispiel 0,193649×Wurzel 12≈0,67082 als Modellskalierung. Vier erfundene Beobachtungen beweisen diese Annahmen nicht. Verknüpfte Mehrperiodenrenditen und Abhängigkeiten können eine andere Behandlung verlangen.
Werte wie 1,2 oder 3 sind keine universellen bestanden-/nicht-bestanden-Grenzen. Sechs Monate sind nicht allein wegen ihrer Dauer bedeutungslos,36 Monate kein statistisches Gütesiegel. Beobachtungszahl, Frequenz, Auswahl, Kosten und wechselnde Bedingungen zählen. Ein höherer Sortino benutzt eine andere Downsidefrage und beweist allein weder wenige tiefe Drawdowns noch positive Spikes.
Welche drei Kontrollen dokumentierst du vor dem Vergleich?
- Baue die komplette gepaarte Reihe. Notiere Nettorendite, Benchmark, Währung und Frequenz mit konsistenter Cashflowbehandlung. Subtrahiere pro Periode und berechne Mittel sowie Stichprobenstreuung dieser Differenzen; eine variable Benchmark verlangt keinen Ersatz durch die Streuung der Strategie allein.
- Speichere Komponenten und Zeitannahmen. Gib Mittel, Nenner, Anzahl, vollständiges Fenster und Kosten neben dem Periodenquotienten an. Nullnenner bleibt undefiniert; dokumentiere Aggregation und serielle Abhängigkeit vor einer Annualisierung, statt automatisch jede Monatszahl mit Wurzel zwölf als gültigen Jahreswert auszugeben.
- Prüfe Risiken außerhalb der Ratio. Betrachte Equitypfad, Verlusttails, andere Bestände und Auswahl der Beobachtungen mit Drawdown, Calmar oder eigenen Szenarien. Eine hohe Ratio, bestimmtes Kontenalter oder höherer Sortino belegt weder dauerhaftes Können noch eine sichere künftige Verlustgrenze.
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Antwort und Erklärung anzeigen
Es wird die Streuung der Differenzen gemessen. Die konstante Serie 1,1,1,1 hatnull Standardabweichung.
Weitere Fragen
Was misst historische Sharpe genau?
Den Mittelwert der beobachteten Strategierendite minus passender Benchmarkrendite, geteilt durch die Standardabweichung genau dieser Differenzen. Frequenz, Währung, Kosten und Statistikdefinition müssen zusammenpassen. Ein konstanter risikofreier Vergleich ist ein besonderer Fall. Die Kennzahl beschreibt zwei Eigenschaften der Reihe, keine maximal mögliche Verlusthöhe, vollständige Verteilung oder sichere künftige Strategiequalität. Sie braucht für ihre bloße Berechnung keine Normalverteilung; das macht Mittelwert und Streuung aber nicht zu vollständigen Risikomaßen.
Ist eine Sharpe über zwei oder drei automatisch gut?
Es gibt hier keine universelle Qualitätsgrenze. Prüfe Benchmark, Beobachtungszahl, Abhängigkeit, Kosten und Auswahl, bevor du vergleichst. Eine kleine historische Streuung kann die Zahl erhöhen, ohne seltene Verluste oder künftiges Können nachzuweisen. Auch 36 Monate garantieren keine repräsentative Verteilung. Vergleiche gleiche Definitionen und ergänze Equitypfad, Drawdown sowie Tail- und gemeinsame Portfolioszenarien. Der höhere Quotient ist keine vollständige Rangliste aller Risiken.
Welche deutsche Tabellenformel verwende ich?
Für Differenzrenditen in C2:C5 lautet die hier verwendete Stichprobenrechnung MITTELWERT(C2:C5)/STABW.S(C2:C5). Bilde davor jede Strategierendite minus Benchmark derselben Periode. Schreibe beide Komponenten, Anzahl und Frequenz neben die Ratio. Bei Standardabweichung null ist dieser Quotient undefiniert. Das Ergebnis gilt zunächst für die Beobachtungsperiode; Annualisierung braucht benannte Zeit- und Abhängigkeitsannahmen, nicht automatisch eine Wurzel-zwölf-Abkürzung.
Behebt Sortino die Grenzen von Sharpe vollständig?
Nein, Sortino misst Abweichungen unter einem angegebenen Ziel mit eigener Nennerkonvention. Das ist eine andere Frage und kein vollständiges Risikomodell. Historische Sharpe erfasst Streuung um den Mittelwert auf beiden Seiten, beschreibt aber keine ganzen Tails oder Equitypfade. Ein Unterschied der Quotienten beweist allein keine bestimmte Anzahl tiefer Verluste. Prüfe beide Definitionen mit denselben Daten und ergänze Drawdown, Portfolioszenarien und Unsicherheit der Schätzung.
Quellen und Nachvollziehbarkeit
- William F. Sharpe: The Sharpe Ratio, 1994
Primärtext des Autors: historische Differenzrenditen, Mittelwert und Standardabweichung derselben Serie, Benchmarkvarianten, Skalen- und Zeitannahmen.
- Andrew W. Lo: The Statistics of Sharpe Ratios
Forschungsarbeit über Schätzunsicherheit und serielle Abhängigkeit; Quadratwurzel-Annualisierung nicht unabhängig von Aggregations- und Korrelationsannahmen.
- EZB: Dateninformation zum €STR
€STR beschreibt unbesicherte Euro-Übernacht-Wholesale-Finanzierungskosten von Banken im Euroraum; nicht automatisch die tatsächlich investierbare Monatsrendite eines deutschen Privatkontos.
- Microsoft: Statistische Excel-Funktionen
Deutsche STABW.S-Funktion schätzt Standardabweichung aus einer Stichprobe; für das erklärte historische Beispiel wird n−1 verwendet.
- Nobel Foundation: Wirtschaftspreis 1990
Primärbeschreibung von Sharpes CAPM-Beitrag und Preisgeschichte; keine Bewertung heutiger Strategiekennzahlen.
Rechenfälle sind ausdrücklich angenommene Beispiele. Sie ersetzen weder aktuelle Marktdaten noch die Spezifikation deines Anbieters.
