Gap-Trading untersucht Kurslücken oder handelt eine ausdrücklich getestete Rückkehr zu einem Referenzpreis. Der sichtbare Abstand liefert weder eine Frist noch einen profitablen Ausstieg. Was eine Kurslücke ist, hängt zunächst von Instrument, Preisreihe und Definition ab.

Welche Lücke misst du?

Eine Eröffnungslücke ist neue Open minus vorherige Close derselben Reihe. Eine vollständige Abwärtslücke verlangt neue High unter vorheriger Low; eine Aufwärtslücke neue Low über vorheriger High. Diese letzte Bedingung ist erst nach Abschluss der neuen Kerze bekannt. Ein Filter auf ihre spätere High darf keinen Auftrag am frühen Open begründen.

Prüfe Handelskalender, Feed, Zeitzone, Kursseite und vollständige Daten. Ein Sprung eines Anbieters oder fehlende Kerzen beweisen keinen weltweiten Zeitraum ohne Handel. Vergleiche Bid mit Bid und Ask mit Ask. Eine Midpoint-Berührung ist kein Nachweis, dass dein Kauf oder Verkauf ausgeführt wurde. Die OANDA-API unterscheidet rohe Eröffnungen und optional geglättete Eröffnungen aus dem vorherigen Schluss. Diese Datenwahl verändert gerade die Eröffnungslücke.

Was bedeuten die vier üblichen Bezeichnungen?

Common Gap bezeichnet eine Lücke innerhalb einer zuvor festgelegten Handelsspanne, Breakaway Gap einen Ausbruch daraus. Runaway Gap wird als Fortsetzung einer bestehenden Bewegung interpretiert. Eine behauptete Lage „auf halbem Weg“ ist eine eigene Hypothese und kein Messgesetz. Exhaustion Gap bezeichnet eine mögliche Erschöpfung am Ende einer Bewegung; häufig wird diese Einordnung erst durch spätere Umkehr plausibel.

Definiere die Spanne und den vorherigen Trend mit damals verfügbaren Daten. Nachträgliche Etiketten dürfen keine frühere Erkennung vortäuschen. Auch eine Inselumkehr ist dadurch kein belegtes „stärkstes“ Signal. Fortsetzung und Gap-Fill sind unterschiedliche Hypothesen mit eigenen Auftrags-, Kosten- und Zeitregeln. Universelle Füllquoten lassen sich aus diesen Namen nicht ableiten.

Welche zwei Ziele zeigt das EUR/USD-Beispiel?

Alle folgenden Preise und Trades sind hypothetisch. Ein Pip beträgt 0,0001. Die vorherige Bid-Kerze hat O/H/L/C = 1,0990/1,1030/1,0980/1,1000. Neue Kerze A hat 1,0970/1,0990/1,0950/1,0985: Die Eröffnung liegt 30 Pips tiefer, aber die Spannen überlappen von 1,0980 bis 1,0990. Es gibt keine vollständige Abwärtslücke.

Neue Kerze B mit 1,0960/1,0970/1,0945/1,0965 öffnet 40 Pips unter dem alten Schluss. Ihre vollständige Spannenlücke misst dagegen nur zehn Pips zwischen 1,0970 und 1,0980. Eine spätere Rückkehr zu 1,0980 schließt diese Spannenlücke; sie erreicht noch nicht die vorherige Close 1,1000. Keine der beiden neuen Highs erreicht diese Close.

Eröffnungslücke und Spannenlücke sind verschiedenVergleich vorheriger Close und Low mit zwei neuen Kerzen; A überlappt, B hat eine zehn Pips breite Spannenlücke.RECHEN- UND LERNBEISPIELVorherige Close1,1000Vorherige Low1,0980Neue High B1,0970Neue Open B1,0960
Eröffnungslücke und Spannenlücke sind verschieden. Vergleich vorheriger Close und Low mit zwei neuen Kerzen; A überlappt, B hat eine zehn Pips breite Spannenlücke.

Eine Rückkehr zu 1,0980 füllt B bis zur alten Low, aber noch nicht bis zur alten Close.

Vorherige Close
1,1000 – Füllziel der Eröffnungslücke
Vorherige Low
1,0980 – Obere Grenze der Spannenlücke B
Neue High B
1,0970 – Untere Grenze der zehn Pips breiten Spannenlücke
Neue Open B
1,0960 – 40 Pips unter vorheriger Close

Auch Prozentrechnung ist asymmetrisch: Ein fiktiver Rückgang von 100 auf 90 beträgt zehn Prozent. Die Rückkehr von 90 auf 100 erfordert 11,1111 Prozent. Ein Anstieg von zehn Prozent bringt 90 nur auf 99. Das erklärt eine Rechenbasis, keinen künftigen Kurs oder Zeitpunkt.

Was passiert zwischen Stop-Auslösung und Füllung?

Ein gewöhnlicher Stop ist keine Preisgarantie. Kleine Lücke, kleine Position oder ein eingegebener Prozentwert garantieren keine Verlustobergrenze. Die ausdrücklich asiatisch-pazifische OANDA-Ausführungsrichtlinie trennt angezeigte Quote, am Server wirksame Auslösung und Ausführung. Ihre Bedingungen gelten für die dort bezeichnete Gesellschaft und Produkte.

In einem separaten Modell liegt die frühere Bid-Close bei 1,1000 und die neue Bid/Ask-Quote bei 1,0970/1,0974. Der vollständige Kauf von 10.000 EUR erfolgt zu Ask 1,0974; gesamte Provision zwei USD, keine Finanzierung. Ein Pip entspricht einem USD. Die alternativen vollständigen Bid-Verkäufe ergeben:

Fiktive Ausstiege aus demselben Kauf
Bid-VerkaufPreisresultat USDNetto USDNetto EUR bei angenommenen 1,1000 USD je EUR
Ziel 1,1000+26+24≈ +21,82
Stopfüllung 1,0955−19−21≈ −19,09
Schlechtere Füllung 1,0945−29−31≈ −28,18

Die Rechnung lautet 10.000 × (Verkauf − Kauf) − 2. Spread steckt bereits in Ask und Bid. Bei Stoptrigger 1,0955 kann Bid etwa von 1,0957 auf 1,0947 springen; die ausdrücklich angenommene tatsächliche Füllung 1,0945 liegt zehn Pips unter dem Trigger. Das Beispiel verspricht weder diese Füllung noch den ersten angezeigten Preis. Eine spätere Rückkehr zur Lücke hebt den realisierten Verlust nicht auf.

Bei den in Deutschland erfassten Privatkunden-CFDs ist der Schutz vor Nachschusspflichten eine eigene Kontoschutzregel. Er bewahrt weder das eingesetzte Kontoguthaben noch jeden Stoppreis. Vergleiche die CFD-Schutzbedingungen mit der BaFin-Leitlinie zur Verfügung von 2019. Garantierte Stops sind separate Produktbedingungen. IG beschreibt für sein britisches Angebot garantierten Preis, Mindestabstände und eine bei Auslösung fällige Prämie; daraus folgt keine Verfügbarkeit bei jedem deutschen Konto.

Welche Beobachtungen darf eine Füllquote enthalten?

Definiere zunächst ein Ziel und zehn Kerzen Beobachtung. Sechs fiktive Lücken ergeben: A berührt in Kerze 2, B in Kerze 6, C bleibt zehn Kerzen ohne Berührung, D wird erst drei Kerzen beobachtet, E eine Kerze; beide ohne Berührung. F berührt erstmals in Kerze 12 und erfüllt damit das Zehn-Kerzen-Ziel nicht.

A/B sind Erfolge, C/F Misserfolge für diese Frist. D/E sind noch unbekannt. Zwei von vier abgeschlossenen Fällen ergeben 50 Prozent, aber nicht die Füllquote aller sechs. Die möglichen Endwerte liegen zwischen 2/6 und 4/6, also 33,3 bis 66,7 Prozent. NIST erläutert Rechtszensierung: Nach Ende der Beobachtung fehlt die spätere Ereigniszeit. Diese methodische Unterscheidung allein schätzt keine Marktchance.

Selbst fünf profitable von neun fiktiven Trades beweisen keinen positiven Gesamtertrag: fünf Nettoergebnisse zu +24 USD und vier zu −31 USD ergeben −4 USD. Berührung, Füllung, Gewinntrade und positiver Portfolioertrag sind verschiedene Messgrößen.

Wie prüfst du den zusätzlichen Ausführungsverlust?

Rechenübung: Long 0,12 Lot bei ausdrücklich 100.000 EUR je Lot bedeutet 12.000 EUR Nominalvolumen. Kauf 1,1000 und Verkauf 1,0980 ergeben ohne Gebühren −24 USD. Ändere ausschließlich den Verkauf auf 1,0965: Nun entstehen −42 USD. Die zusätzlichen 15 Pips kosten 18 USD; sie dürfen nicht nochmals vom neuen Ergebnis abgezogen werden. Bei fest angenommenen 1,1000 USD je EUR entsprechen die Verluste ungefähr −21,82 und −38,18 EUR.

Ein fester Zeithorizont braucht ebenfalls einen tatsächlich verfügbaren Ausstiegspreis. Kalenderfilter für Nachrichten oder Wochenenden garantieren keine Preisstetigkeit. Wenn eine Kerze mehrere Grenzen berührt, braucht der Test feinere Daten oder eine vorher festgelegte Reihenfolgeannahme.

Welche drei Schritte kannst du durchführen?

  1. Fixiere Datenquelle, Kursseite, rohe oder geglättete Open und Gap-Definition. Lege Füllziel und Frist vor dem späteren Verlauf fest.
  2. Erfasse vollständige Fälle und noch offene Beobachtungen getrennt. Dokumentiere auch nie gefüllte Aufträge, verlorene Trades und zeitliche Datenlücken.
  3. Rechne mit tatsächlichen oder ausdrücklich angenommenen Füllungen, Volumen und Kosten. Prüfe die unveränderten Regeln auf weiteren Daten und vergleiche Stoptrigger mit Ausführung.