Zwei unterschiedliche Währungspaare ergeben nicht automatisch zwei voneinander unabhängige Risiken. Ein EUR/USD-Kauf und ein GBP/USD-Kauf enthalten beide Short-USD-Exposition. Trotzdem unterscheiden sich ihre anderen Währungsseiten und möglichen Bewegungshöhen. Ein Korrelationswert kann die Daten ergänzen. Er ersetzt aber weder die Positionsbeträge noch eine Rechnung für ein ausdrücklich angenommenes gemeinsames Szenario.

Was misst Pearson-Korrelation genau?

Für übereinstimmende Beobachtungspaare ziehst du jeweils den Reihenmittelwert ab. Sxx und Syy sind die Summen der quadrierten Abweichungen, Sxy die Summe ihrer paarweisen Produkte. Dann ist r = Sxy / √(Sxx × Syy), sofern beide Quadratsummen positiv sind. Der definierte Wert liegt zwischen −1 und +1.

Die NIST-Dokumentation zur Korrelation beschreibt diesen linearen Zusammenhang. Null schließt nichtlineare Abhängigkeit nicht aus; ein hoher Wert beweist keine Kausalität. Bei einer konstanten Reihe ist der Koeffizient nicht definiert. Auch ein formal korrektes Ergebnis beschreibt zunächst nur die gewählte Stichprobe.

Welche gemeinsamen Währungsseiten solltest du prüfen?

EUR/USD und GBP/USD haben USD als Quote-Währung. Bei EUR/USD und USD/CHF steht USD auf entgegengesetzten Seiten der Schreibweise. Für die tatsächliche Exposition kommt die Handelsrichtung hinzu: Long EUR/USD und Short USD/CHF verkaufen beide USD. Unterschiedliche Vorzeichen eines Chartkoeffizienten bedeuten deshalb nicht automatisch einen Hedge.

Weitere Vergleiche können EUR/JPY und GBP/JPY oder verschiedene USD-notierte Instrumente betreffen. Die gemeinsame Rechnungseinheit allein liefert keinen gemessenen Koeffizienten. Benenne Daten, Frequenz und Zeitraum, bevor du eine Zahl veröffentlichst. Die Basis- und Quote-Währung hilft beim Zerlegen der Positionen.

Warum gleicht perfekte Korrelation keine Mengen aus?

Unsere erfundenen Ergebnisse je Einheit lauten X: −1, +1, −2, +2 EUR und Y: −2, +2, −4, +4 EUR. Beide Mittelwerte sind null. Sxx = 10, Syy = 40 und Sxy = 20 ergeben r = 1. Trotzdem hinterlässt eine Einheit X minus eine Einheit Y die Reihe +1, −1, +2, −2 EUR.

Nur 2X − Y ist in diesem exakt proportionalen Modell null. Das Beispiel liefert keinen Hedgefaktor für echte Devisenpaare. Es zeigt, dass Bewegungsrichtung und Amplitude verschiedene Informationen sind. Für eine geschätzte lineare Absicherung spielen Kovarianz und Varianz eine Rolle, nicht allein das Vorzeichen von r.

r = 1, aber unterschiedliche GeldamplitudenFiktive EUR-Ergebnisse je Einheit über vier gemeinsame Perioden: X = [−1; 1; −2; 2], Y = 2X; keine Kosten.RECHEN- UND LERNBEISPIELKorrelation1Eine Einheit X minus Y[1; −1; 2; −2] EURZwei Einheiten X minus Y[0; 0; 0; 0] EUR
r = 1, aber unterschiedliche Geldamplituden. Fiktive EUR-Ergebnisse je Einheit über vier gemeinsame Perioden: X = [−1; 1; −2; 2], Y = 2X; keine Kosten.

Gleiche Richtung macht eine Einheit X gegen eine Einheit Y nicht neutral.

Korrelation
1 – 20 / √(10 × 40)
Eine Einheit X minus Y
[1; −1; 2; −2] EUR – Verbleibendes Ergebnis trotz r = 1
Zwei Einheiten X minus Y
[0; 0; 0; 0] EUR – Nur in der exakt proportionalen Modellreihe

Dasselbe gilt für Geldbudgets: Zwei angenommene Stopverluste von jeweils 25 EUR summieren sich zu 50 EUR, wenn beide angenommenen Ausgänge auftreten. Eine Korrelation von 0,85 erlaubt keinen automatischen Abschlag auf diese Summe. Für andere gemeinsame Szenarien musst du andere konkrete Bewegungen und Ausführungen festlegen.

Wie berechnest du eine rollierende Korrelation?

Exportiere Schlusskurse mit identischen Zeitpunkten und Quote-Konventionen. In MT5 bietet der Symboldialog Bars beziehungsweise Ticks und entsprechende Exportmöglichkeiten; das ist nicht derselbe Arbeitsweg wie das MT4-Historiencenter. Die Kursrendite eines Intervalls ist Schlusskurs / vorheriger Schlusskurs − 1.

Für dreißig Renditen brauchst du 31 aufeinanderfolgende Schlusskurse. In einer deutschsprachigen Tabellenkalkulation kann KORREL die gleich langen gepaarten Renditebereiche auswerten. Entferne fehlende Paare kontrolliert, statt eine einseitig fehlende Beobachtung die Reihen gegeneinander verschieben zu lassen. Prüfe außerdem, dass beide Reihen variieren.

Notiere Enddatum und Beobachtungszahl. Fenster von 30, 60 oder 90 Renditen beantworten unterschiedliche Stichprobenfragen. Ein Unterschied zwischen ihnen ist kein automatischer Beweis für eine bestimmte Marktursache. Zentralbank-Referenzkurse und Broker-Schlusskurse sind zudem verschiedene Datenquellen; kombiniere ihre Zeitpunkte nicht unbemerkt.

Was prüfst du an einer fremden Matrix?

Lies die tatsächliche Einstellung: Welche Paare, welche Renditedefinition, welche Frequenz und welches Fenster verwendet der Anbieter? Ein Feld „ein Monat“ kann eine andere Frage meinen als täglich gemessene Renditen über einen Kalendermonat. Ohne diese Angaben lässt sich die Zahl nicht zuverlässig reproduzieren.

Für die Portfoliofrage ergänze die Vorzeichen deiner Trades, ihre Volumina und die Geldwirkung in einer gemeinsamen Währung. Eine stark negative Renditekorrelation kann entgegengesetzte Positionen sogar verstärken. Weder Betrag |r| noch eine starre Grenze von 0,70 entscheidet, ob das tatsächliche Konto diversifiziert ist.

Wie rechnest du ein gemeinsames EUR-Szenario?

Nimm hypothetische 10.000 EUR Kapital und eine selbst gewählte Szenariogrenze von 300 EUR. Verluste von 100 EUR und 125 EUR addieren sich zu 225 EUR oder 2,25 %; übrig bleiben 75 EUR Budget. Diese Rechnung ist eine Summe vorgegebener Verluste, kein Korrelationsmodell und kein maximal möglicher Verlust.

Für einen Stressfall beschreibe die Preisbewegung jeder Position, ihre Größe, Umrechnung und Kosten ausdrücklich. Ein in ruhigen Daten gemessener Koeffizient garantiert keine spätere Entlastung. Die Risikoplanung und die Einzelbudgetregel bleiben separate Bausteine.

Was kannst du jetzt selbst überprüfen?

  1. Zerlege deine Demo-Positionen in gekaufte und verkaufte Währungsseiten. Notiere Menge und Kontowährung, bevor du aus zwei Namen auf unterschiedliche Risiken schließt.
  2. Reproduziere eine Korrelation aus ausgerichteten Renditen. Bewahre Datenquelle, Enddatum, Fenster und fehlende Beobachtungen auf; ein neu berechneter Wert braucht dieselbe Definition für einen Vergleich.
  3. Erstelle ein gemeinsames Verlustszenario mit klar genannten Preisbewegungen und Ausführungsannahmen. Addiere die Geldresultate in einer Währung und kontrolliere Kosten und verbleibende Exposition separat.

Die Methoden beschreiben Annahmen und Daten, keine garantierte Absicherung. CFDs können erhebliche Verluste verursachen; dies ist keine individuelle Anlageberatung.