In diesem Artikel
Nach diesem Artikel kannst du …
- Kanalmitte aus Fensterextremen von Schlussmittelwert unterscheiden.
- Die bewertete Kerze aus dem Signalmaximum ausschließen.
- Historische Turtle-Intraday-Regeln von einer Schlussvariante trennen.
- Rollende Grenzen, Stop-Ratsche und Kostensizing vollständig prüfen.
Begriffe direkt erklärt
Einfacher gleitender Durchschnitt (SMA) Backtesting Kontostand (Balance) Demokonto Positionsgröße Nachgezogener Stop (Trailing Stop)Ein Donchian-Kanal zeigt die Extrempreise eines gewählten Fensters. Eine Ausbruchstrategie prüft dagegen, ob der Kurs eine vorher bekannte Grenze überschreitet. Trenne Indikator, Signalzeit und Ausführung. Historische Turtle-Regeln sind ein bestimmtes System; eine schlussbasierte Kanalübung ist eine andere Variante. Beide brauchen vollständige Eingaben und Geldrechnung, statt aus einer Linienberührung Profitabilität abzuleiten.
Wie werden Grenzen und Mitte berechnet?
Die obere Linie ist das höchste High über N Kerzen, die untere das niedrigste Low. Die Mitte beträgt (obere + untere Grenze)/2. Sie ist kein Durchschnitt sämtlicher Schlusskurse. N zählt Kerzen: zwanzig H1- und zwanzig Tageskerzen sind unterschiedliche Fenster; zwanzig Tageskerzen sind nicht automatisch zwanzig Kalendertage. Die TradingView-Definition beschreibt Grenzen und Mitte.
Unsere Schluss-Ausbruchregel nutzt Kerzen t−N bis t−1 und schließt die bewertete Kerze aus. StockCharts Price Channels verwendet ebenfalls ein vorheriges Fenster. Andere Implementierungen musst du prüfen. Ist das aktuelle High im Maximum enthalten, gilt Close ≤ High ≤ Maximum. Ein Schluss darüber ist dann unmöglich. Die spätere endgültige High-Eingabe für einen angeblichen Auftrag an derselben Eröffnung wäre zudem zukünftige Information.
Der Feldwechsel kehrt die Antwort auf „Close oberhalb“ um.
- Donchian-Mitte
- (120 + 90)/2 = 105 – 106 liegt darüber
- Schluss-SMA
- 337/3 ≈ 112,3333 – 106 liegt darunter
- Fenster
- nur drei vorherige Kerzen – Vierter Schluss nicht in der Berechnung
Drei fiktive abgeschlossene Kerzen haben Hochs 110, 112, 120, Tiefs 90, 95, 100 und Schlüsse 108, 110, 119. O-Werte sind 100, 108 und 110. Die Kanalmitte beträgt (120 + 90)/2 = 105, der Schlussmittelwert dagegen 337/3 ≈ 112,3333. Ein separater vierter Schluss 106 liegt über der Kanalmitte und unter dem Schlussmittelwert. Beide Rechnungen schließen Kerze 4 aus. Der Austausch der Felder kehrt die Antwort um, ohne einen Vorteil einer Methode zu beweisen.
Verschiebe deshalb das Eingabefenster in der Signalrechnung. Ein visueller Plot-Offset allein beweist nicht, dass die Logik vorherige Daten verwendet. Prüfe Intervallgrenzen und Verfügbarkeit; bei deutscher Anzeige dokumentiere Europe/Berlin neben der ursprünglichen Zeitbasis. Eine andere Tagesgrenze kann Hochs und Tiefs des Fensters verändern.
Was regeln die historischen Turtles tatsächlich?
Die veröffentlichten Original Turtle Trading Rules verwenden Intraday-Überkreuzungen vorheriger 20-Tage-Extreme in System 1 und 55-Tage-Extreme in System 2. Sie warten nicht auf den Tagesabschluss. System 1 überspringt einen Ausbruch, wenn der vorherige hypothetisch gewonnen hätte, und hat einen 55-Tage-Failsafe. System 2 verwendet diesen Filter nicht. Gegenläufige Ausstiegsfenster sind zehn beziehungsweise zwanzig Tage.
Das sind Bestandteile eines umfassenderen Systems mit Größen, Aufstockungen und Portfoliogrenzen. Sie sind weder das komplette System noch Nachweis heutiger Rentabilität. Original-N war ein geglättetes True-Range-Maß: N = (19 × vorheriges N + heutige TR)/20, gestartet mit einem 20-Tage-Mittel. Eine Einheit wurde so dimensioniert, dass ein N einem Prozent des bezeichneten Größenkontos entsprach. Zwei N Anfangsstop bedeuteten damit ungefähr zwei Prozent Preisrisiko dieser Einheit vor Kosten.
Der Text behandelt auch einen alternativen halben-N-Stop und Ergänzungseinheiten. Setze nicht jede moderne ATR-Implementierung, das historische Größenkonto, eine einzelne Einheit und das gesamte Portfolio gleich. Ein moderner Schluss-Ausbruch mit gewähltem Ein-Prozent-Budget ist eine eigene Methode. Der Name Trendfolge legt keine universelle Verlustquote fest und garantiert nicht, dass ein späterer Trend frühere Verluste aufholt.
Wie prüfst du den Schluss-Ausbruch?
Unser alternatives Modell gibt einen Long-Kandidaten bei Close über dem vorherigen oberen Kanal, einen Short-Kandidaten darunter. Für fiktives EUR/USD mit N = 3 sind die vorherigen High/Low/Close-Werte: Kerze 1 1,10200/1,09800/1,10100; Kerze 2 1,10400/1,09900/1,10200; Kerze 3 1,10300/1,10000/1,10100. Somit sind U = 1,10400, L = 1,09800 und Mitte = 1,10100.
Kerze 4 hat High 1,10600, Low 1,10100 und Close 1,10500. Der Schluss liegt zehn Pips über dem vorherigen U. Das falsche Fenster 2–4 ergäbe U = 1,10600 und keinen Schlussbruch. Das richtige Signal ist erst nach dem Schluss bekannt. TradingViews Standardemulator verarbeitet neue Aufträge frühestens am nächsten verfügbaren Tick. Das garantiert keinen echten Ausführungspreis am Signal-Close.
Was verändert ein rollendes Fenster?
Ein Kanalbruch überschreitet das gewählte Fenster, kein zwingendes Allzeithoch. Ein getrenntes Modell hat Hochs 110, 100, 102, 103 und 104. Mit N = 3 ist U vor Kerze 4 noch 110; Close 102 bricht nicht. Vor Kerze 5 ist das alte Hoch ausgeschieden und U = 103. Close 103,5 überschreitet diese neue Grenze, obwohl Schluss und High 104 unter dem früheren 110 bleiben.
Speichere, welche Kerze die Grenze bestimmte und wann sie ausschied. Zusätzlich auch das frühere 110 brechen zu müssen, wäre ein eigener Filter, keine Korrektur der Kanalrechnung. Definiere Berührung, Intraday-Überkreuzung, Schlussbruch, Fehlschlag und Beobachtungsfrist getrennt. Höherer Zeitrahmen oder Trendfilter verändert den Test und verbessert Nettoresultate nicht automatisch. Mean Reversion ist eine eigene Hypothese.
Wie berechnest du Ausstieg und Größe?
Ein kürzerer gegenläufiger Rand kann eine Ausstiegsbedingung bilden, muss aber nicht nur in günstiger Richtung wandern. min(1,09800; 1,09900; 1,10000) = 1,09800, das nächste Fenster min(1,09900; 1,10000; 1,09700) = 1,09700. Soll ein Long-Stop nicht zurückweichen, braucht es eine separate Ratsche: neuer Stop = max(bisheriger Stop, neuer Kandidat). Ein später tieferer Kanal kann einen früher ausgelösten Ausstieg nicht rückwirkend aufheben.
Enthält eine Kerze Einstiegs- und Ausstiegspreise, zeigen OHLC allein deren Reihenfolge möglicherweise nicht. Die Trailing-Stop-Regel und die ATR-Berechnung sind deshalb eigenständig zu definieren. Ein gewähltes Prozentbudget ist eine Eingabe, keine garantierte Verlustobergrenze.
Das fiktive Größenmodell verwendet zehn USD je Pip je Lot, 10.000 USD Eigenmittel und 100 USD Budget. Bei ATR = 80 Pips und gewähltem Zwei-ATR-Stop sind 160 Pips oder 1.600 USD je Lot zu decken. Ohne Kosten ergeben sich 0,0625 Lot, abgerundet auf Schritt 0,01 Lot also 0,06 und 96 USD Preisrisiko. Zehn USD fixe Gesamtkosten erhöhen das auf 106 USD und überschreiten das Budget.
Reserviere diese Kosten zuerst: 90/1.600 = 0,05625 Lot, abgerundet 0,05. Das ergibt 80 USD Preisrisiko plus zehn USD Kosten, insgesamt 90 USD. In einem zweiten Füllungsmodell liegen Ask-Einstieg 1,10520 und tatsächlicher Bid-Stop-Ausgang 1,10020 50 Pips auseinander. 90/500 = 0,18 Lot oder 18.000 EUR Nominalvolumen ergeben 100 USD geplanten Gesamtverlust. Schlechtere Stop-Füllung bei 1,09920 liefert 108 USD Preisverlust plus zehn USD Kosten, insgesamt 118 USD.
Mit ausdrücklich angenommenen 1,1000 USD je EUR entsprechen Budget und schlechterer Gesamtverlust rund 90,91 und 107,27 EUR. Der Spread steckt bereits in den angenommenen Ask-/Bid-Preisen. Diese Gebühren sind erfundene Modellwerte, keine Brokerkonditionen. Signal, Kanal, ATR und Prozentbudget garantieren weder Füllung noch maximalen realisierten Verlust.
Welche drei Schritte kannst du durchführen?
- Fixiere N, Intervall, Kursseite und vorheriges Eingabefenster. Kontrolliere echte Berechnungslogik statt nur den Plot-Offset.
- Definiere Intraday-, Schluss- und Fehlschlagsregeln sowie Kanal-Ausgang und einseitige Stop-Ratsche getrennt. Bewahre frühere Auslöser und Intrakerzen-Reihenfolgeannahmen auf.
- Reserviere Kosten vor Lot-Rundung und dokumentiere tatsächliche Ein-/Ausstiege samt EUR-Umrechnung. Prüfe unveränderte Regeln auf späteren Daten einschließlich aller Ausschlüsse und Verluste.
Prüfe dein Verständnis
Etwa 2 Minuten Übung.
Antwort und Erklärung anzeigen
(120 + 90)/2 = 105, während (108 + 110 + 119)/3 = 112⅓.
Weitere Fragen
Warum muss die Signalkerze aus dem Fenster bleiben?
Wenn ihr eigenes High das Maximum mitbestimmt, kann ihr Close dieses höchste High nicht überschreiten. Close liegt definitionsgemäß höchstens bei High. Unsere Schluss-Ausbruchregel vergleicht deshalb mit vorher abgeschlossenen Kerzen. Ein verschobener Plot allein bestätigt diese Eingabelogik nicht. Prüfe die tatsächlichen Indizes und wann jeder verwendete Wert verfügbar war.
Warteten die Turtles auf den Tagesabschluss?
Die genannten Originalregeln verwenden Intraday-Überkreuzungen vorheriger Extreme. System 1 nutzt 20 Tage mit zusätzlichem Vor-Ausbruch-Filter und 55-Tage-Failsafe, System 2 55 Tage ohne diesen Filter. Ausstiege verwenden zehn beziehungsweise zwanzig Tage. Eine Regel, die nur abgeschlossene Tages-Closes prüft, ist eine andere Variante und darf nicht stillschweigend als identisches Originalsystem bezeichnet werden.
Kann der Kanalstop einer Long-Position wieder sinken?
Der rollende untere Rand kann sinken, wenn ein neues tieferes Low ins Fenster kommt. Soll ein Stop nur näher rücken, brauchst du eine separate Max-Regel aus bisherigem Stop und neuem Kandidaten. Diese Ratsche ist nicht automatisch die Kanalberechnung. Ein späterer tieferer Rand darf außerdem einen zuvor schon ausgelösten Ausstieg nicht rückwirkend beseitigen.
Warum sind 0,06 Lot trotz 100 USD Budget zu groß?
Im hypothetischen 160-Pip-Modell ergeben 0,06 Lot zwar nur 96 USD Preisrisiko, aber zehn USD fixe Kosten erhöhen das auf 106 USD. Reservierst du Kosten zuerst und rundest anschließend nach unten, bleiben 0,05 Lot und 90 USD Gesamtplanung. Ein gewöhnlicher Stop kann trotzdem schlechter ausführen; ein Prozentbudget garantiert keinen maximalen tatsächlichen Verlust.
Quellen und Nachvollziehbarkeit
- TradingView: Donchian Channels
Primäre Formel der Fensterextreme und deren Mitte; Plot-Offset ist kein Beweis korrekter Signaleingaben.
- Original Turtle Trading Rules
Historische System-1-/System-2-Ein-/Ausstiege, N-Größen und Stopvarianten; getrennt von der Schlussübung.
- TradingView: Strategien
Ausführungszeit und Kostenannahmen des Standardemulators.
- StockCharts: Price Channels
Dokumentierte Konvention eines Kanals aus vorherigen Kerzen.
Rechenfälle sind ausdrücklich angenommene Beispiele. Sie ersetzen weder aktuelle Marktdaten noch die Spezifikation deines Anbieters.
