Ein Schlussgewinn beschreibt nicht, wie weit eine Position zwischenzeitlich gegen dich lief oder wie viel Gewinn davor möglich war. Diese Pfadwerte lassen sich messen, sofern passende Daten erhalten sind. Fehlende Extremwerte werden als unbekannt markiert, nicht aus späteren Kerzen geraten.

MAE und MFE mit einer festen Konvention erfassen

MAE, Maximum Adverse Excursion, ist hier der größte ungünstige Abstand als positiver Verlustbetrag. MFE, Maximum Favorable Excursion, bezeichnet den größten günstigen Abstand als positiver Gewinnbetrag; ohne günstige Bewegung setzen wir ihn auf 0. Andere Berichte können vorzeichenbehaftete Werte, Pips, Geld oder anfängliches Risiko R verwenden. Dokumentiere diese Unterschiede vor einem Vergleich.

Bei einer festen OTC-Forex-Longposition verwendest du tatsächlichen Einstieg und Liquidations-Bid; bei Short den Ask. Ein einseitiger Chart genügt nicht immer. Gebühren oder Währungsumrechnung können aus einer Preisbewegung eine andere größte Netto-Geldbelastung machen. Entry-/Exit-Zeitgrenzen schließen frühere und spätere Extremwerte aus.

Zwei Capture-Werte können beide richtig sein

Eigene fiktive Festgrößenpositionen ohne Kosten oder Umrechnung: A erzielt 8 EUR bei MFE 10 EUR, B 20 EUR bei MFE 100 EUR. Ihre Einzelquoten sind 80 % und 20 %. Das gleich gewichtete Mittel ist 50 %. Die Quote der Summen beträgt dagegen (8 + 20) / (10 + 100) = 25,4545 %.

Durchschnittsquote oder Anteil am Gesamt-MFE?Getrennte MFE- und Ergebnisbeträge mit festen Mengen in derselben EUR-Einheit, ohne Kosten oder Umrechnung. Mittelwert der Einzelquoten und Quote der Summen werden gesondert ausgewiesen.RECHEN- UND LERNBEISPIELA: 8 EUR / 10 EUR80 %B: 20 EUR / 100 EUR20 %Mittel der Quoten50 %Quote der Summen25,45 %
Durchschnittsquote oder Anteil am Gesamt-MFE?. Getrennte MFE- und Ergebnisbeträge mit festen Mengen in derselben EUR-Einheit, ohne Kosten oder Umrechnung. Mittelwert der Einzelquoten und Quote der Summen werden gesondert ausgewiesen.

50 % gewichten Trades gleich; 25,45 % gewichten den MFE-Nenner.

A: 8 EUR / 10 EUR
80 % – Individuelle Capturequote
B: 20 EUR / 100 EUR
20 % – Individuelle Capturequote
Mittel der Quoten
50 % – (80 + 20) / 2
Quote der Summen
25,45 % – 28 / 110

50 % beantworten die Frage nach der durchschnittlichen individuellen Quote. 25,4545 % sagen, wie viel des gesamten MFE realisiert wurde; B trägt 100 der 110 EUR im Nenner und erhält daher mehr Gewicht. Wähle die Methode nicht nach dem günstigeren Ergebnis. Definiere auch, was bei MFE 0 passiert: Die Quotientenbildung ist dann nicht verfügbar. Bei negativem Ergebnis und positivem MFE kann sie negativ sein. Kein Verhältnis beweist, dass das Maximum in Echtzeit erkennbar war.

Ein vollständig hypothetischer EUR/USD-Trade

Tatsächlicher Long-Einstieg 1,0850 USD je EUR, Stop 1,0820: 30 Pips bei Pip-Größe 0,0001. Der geplante Exit ist eine diskretionäre Regel, ausdrücklich kein aktiver Take-Profit bei 1,0890. Während die Position offen bleibt, erreicht Bid zuerst ein Tief 1,0830 und später ein Hoch 1,0905. Anschließend erfolgt der Exit bei 1,0890.

MAE = 20 Pips, also zwei Drittel der anfänglichen Stopdistanz. MFE = 55 Pips, realisierter Preisgewinn = 40 Pips. Capture = 40 / 55 = 72,7273 %. Das beschreibt den angenommenen Pfad, kein jederzeit erreichbares Ziel. Bei 10.000 EUR fester Menge entsprechen die Preisbeträge 20, 55 und 40 USD; zum allein hypothetischen Kurs 1,25 USD je EUR sind das 16, 44 und 32 EUR. Gebühren und Umrechnungsänderungen fehlen hier.

Ein aktiver, zuerst bei 1,0890 ausgeführter Take-Profit hätte die Messung dort beendet. Das spätere Hoch müsste dann außerhalb der Positionslaufzeit bleiben. Ein Einzeltrade kann solche Datenwidersprüche zeigen, belegt aber keinen persistenten Vorteil. Auch 100 Beobachtungen lösen Auswahl, Abhängigkeit und Marktdeckung nicht automatisch.

Der alte Stop begrenzt den beobachteten Pfad

Bei aktivem festen 20-Pip-Stop, kontinuierlichen Quotes und Ausführung ohne Slippage kann ein späterer Gewinner nicht als weiter offene Position eine ungünstige 28-Pip-Bewegung durchlaufen. Prüfe zuerst Laufzeit, Maßeinheit, Stopänderungen, Kosten und tatsächliche Ausführung. Die Angabe ist unter diesen Voraussetzungen widersprüchlich.

Eine Gewinnergruppe ist ausgewählt und der aktive Stop schneidet beobachtete offene Pfade ab. Ihr Mittelwert sagt weder, welche verlorenen Trades unter einer anderen Regel später gewonnen hätten, noch was ein zusätzlicher Abstand die Gesamtstrategie kostet. Ein 25-Pip-Gewinnermittel beweist keine Zahl der von 20 Pips abgeschnittenen Trades.

Bewahre Gewinner und Verlierer, Verteilung, Strategieversion, Zeitraum und Unsicherheit. Definiere einen Kandidatenstop und prüfe vollständige geeignete Pfade samt Kosten auf getrennten Daten. Ein Faktor 1,1 oder 1,2 ist eine Hypothese, keine belegte Noise-Grenze. Unter einem linearen Modell verlangt mehr Stopdistanz bei gleichem Geldbudget meist weniger Volumen. Runde passend zum Produkt und bewerte die ganze geänderte Strategie.

MFE, spätere Preise und Teilausstiege trennen

Ein zweites Modell tritt bei 1,1000 ein, erreicht während offener Position Bid 1,0980 und 1,1050 und schließt später bei 1,1040: MAE 20 Pips, MFE 50, Gewinn 40, Capture 80 %. Der danach beobachtete 1,1070 liegt außerhalb. Ein aktiv bei der ersten 1,1040-Berührung ausgeführtes Ziel würde eine andere Laufzeit begründen.

Veränderte Menge braucht einen eigenen Geldpfad. Fiktiver linearer Vertrag in EUR je Einheit: Kauf zehn Einheiten zu 100, Verkauf neun zu 110, Verkauf der letzten zu 120, ohne Kosten oder Umrechnung. Vor dem Teilausstieg sind 100 EUR nicht realisiert. Danach bleiben realisierte 90 plus nicht realisierte 10 = 100 EUR. Bei 120 ergibt sich 90 + 20 = 110 EUR. Das spätere Preis-MFE 20 mit der ursprünglichen Menge zehn zu multiplizieren ergäbe 200 EUR und überschätzt dieses kombinierte Pfadmaximum um 90 EUR. Bereits verkaufte Einheiten haben keinen Anteil am späteren Preis.

Ein fixer Take-Profit, ATR-Trailing oder Teilausstieg verändert die Regeln verschieden. Es gibt keinen belegten universellen Retail-Capturewert von 50–60 % oder professionellen Zielwert von 70–80 %. Wähle eine nachvollziehbare Hypothese und evaluiere netto, Drawdown und Exposure auf unberührten Beobachtungen. Ein rückblickendes Maximum ist keine optimale Liveentscheidung.

Widersprüchliche Ausgangsdaten vor einer Optimierung klären

Die behauptete 28-Pip-MAE eines Gewinners trotz aktiven 20-Pip-Stops verlangt wie beschrieben eine Erklärung. Auch 52 Pips MFE vor Exit bei einem aktiv und ohne Verzögerung ausgeführten 30-Pip-Ziel sind nicht einfach vergleichbar. 30 / 52 = 57,6923 % gilt nur bei tatsächlich gültigen, konsistent gemessenen Werten.

Diese Gegenprobe liefert weder eine neue Capturequote von 81 % noch mehr Jahresgewinn. Stop- oder Exitänderung verändert die Strategie auch bei identischen Einstiegssignalen. Bewahre alte Regeln und sämtliche getesteten Varianten, bevor du getrennte Evaluation vergleichst.

Werkzeuge brauchen die passende Preisgeschichte

Edgewonk beschreibt jährliches Abonnement; prüfe Import und benötigte Preisdaten statt aus einer Kontoergebnisliste genaue Auslenkungen zu unterstellen. MT5-Handels- und Testerberichte dokumentieren MAE/MFE während Positionslaufzeiten. Gleiche einzelne Positionen ab, bevor du auf aggregierte Angaben vertraust. TradingView zeigt entsprechende Auslenkungen unter List of trades im Strategiebericht.

Eine Tabelle braucht Entry-/Exit-Zeit, relevante Preis-Seite, Mengenänderungen und Kosten. Weitere Spalten rekonstruieren keine verlorene Quote-Historie. Markiere gemessene gegenüber geschätzten Werten und erkläre jede Approximation.

Eine Version messen, eine neue Version getrennt bewerten

Ergänze dokumentierte MAE-/MFE-Felder im Journal. Fasse eine definierte Stichprobe mit Mittelwert, Median und Verteilung für Gewinner und Verlierer zusammen. Das beschreibt den aktuellen Ansatz, nicht seinen automatisch optimalen Stop.

Friere einen Kandidaten vor der nächsten Evaluation ein und vergleiche vollständige Kosten und Belastung. Eine Quartalsroutine ist möglich, garantiert aber keine frühzeitige Erkennung jedes Drifts. Die Statistikprüfung ergänzt Fallzahlen und Unsicherheit. 50 oder 100 Trades beweisen weder Ursache noch dauerhafte Verbesserung.

  1. Ergänze MAE und MFE mit dokumentierter Preisbasis, Zeitgrenzen, Mengenpfad und Einheiten im Journal. Rechne beim festen EUR/USD-Modell zwanzig Pips MAE, 55 Pips MFE und 72,73 Prozent Capture nach; diese Messung beschreibt den gehaltenen Trade, keinen automatisch optimalen Stop.
  2. Vergleiche Einzelquotenmittel und Verhältnis der Summen mit ausdrücklich erhaltenen Nennern. Dokumentiere im Zwei-Fall-Modell fünfzig gegenüber 25,45 Prozent Capture und rechne Teilausstiege mit dem tatsächlichen Mengenpfad; die ursprüngliche volle Menge über die ganze Zeit würde den Modellhöchstwert um neunzig Geldeinheiten überschätzen.
  3. Fasse eine vorher definierte Stichprobe mit Mittelwert, Median und Verteilung für Gewinner sowie Verlierer zusammen und friere einen Änderungskandidaten vor getrennter Evaluation ein. Vergleiche vollständige Kosten und Belastung; eine Quartalsroutine oder hundert Fälle beweist weder Ursache noch eine dauerhafte Verbesserung der Strategie.