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- Nullergebnisse in Trefferquote und Mittelwert korrekt berücksichtigen.
- Geldresultat von mittlerem R bei variabler Größe unterscheiden.
- Summenkennzahlen durch Chronologie und Konzentrationsdiagnosen ergänzen.
- Segmentänderungen als Hypothesen auf unbenutzten Daten prüfen.
Begriffe direkt erklärt
Erwartungswert Drawdown Maximaler Drawdown Ausführungsabweichung (Slippage) Eigenkapital (Equity)Ein hypothetisches Journal enthält 117 Trades, ungefähr 62 % Gewinner und einen durchschnittlichen Verlust, der doppelt so groß wie der durchschnittliche Gewinn ist. Im vereinfachten binären Modell beträgt der Erwartungswert 0,62 − 0,38 × 2 = −0,14 durchschnittliche Gewinneinheiten je Trade. Daraus folgt kein bestimmter Kontoverlust in Prozent: Dafür fehlen Positionsgrößen und Kapitalverlauf. Eine gerundete Trefferquote ist außerdem keine genaue Anzahl von Gewinnern.
Trefferquote und Auszahlungen gemeinsam lesen
Eine Trefferquote beschreibt den Anteil positiver Ergebnisse unter deiner Zählkonvention. Sie enthält noch keine Auszahlungshöhen. Im hypothetischen Modell ergeben 80 % Gewinne von einer Einheit und 20 % Verluste von fünf Einheiten durchschnittlich −0,2 Einheiten. Dagegen ergeben 35 % Gewinne von vier und 65 % Verluste von einer Einheit +0,75 Einheiten. Diese Wahrscheinlichkeiten sind Annahmen, keine gemessenen Eigenschaften einer Strategie.
Im binären Modell lautet die Rechnung Gewinnwahrscheinlichkeit × mittlerer Gewinn minus Verlustwahrscheinlichkeit × mittlerer absoluter Verlust. Bei Nullergebnissen braucht die Schätzung einen dritten Anteil. Nutze überall dieselbe Kostenkonvention. Mittleres Netto-R berechnest du dagegen, indem du jeden Nettoertrag durch dessen initiales geplantes Geldrisiko teilst und dann diese Quotienten mittelst. Auch +0,3R oder +0,5R sind keine allgemeine Grenze zukünftiger Profitabilität.
Vier Kennzahlen, mehrere Fragen
Lies Trefferquote, mittleres Ergebnis, Profit Factor und maximalen Drawdown gemeinsam. Zusätzlich benötigst du offene Positionen, Zahlungsströme, noch fehlende Kosten und die Konzentration auf einzelne Ergebnisse. Der Profit Factor teilt die Summe positiver Ergebnisse durch den Betrag der Summe negativer Ergebnisse unter derselben Definition. Ist die Verlustsumme null, ist der Quotient nicht definiert. Ein Wert von 1 bedeutet gleiche enthaltene Gewinn- und Verlustsummen; 1,5 beweist keinen Vorteil auf unberührten Daten, und 3 beweist für sich genommen kein Overfitting.
Drawdown beschreibt eine festgelegte Balance- oder Equity-Zeitreihe. Ein vorheriges Hoch von 12.000 EUR und späteres Tief von 8.400 EUR ergeben 30 % Rückgang. Die Rückkehr zum Hoch benötigt jedoch 3.600/8.400, also rund 42,86 % Zuwachs. Bereinige Zahlungsströme und benenne die gewählte Reihe. Pausen- und Größenregeln müssen vorab definiert sein; 25 % und 40 % sind keine universellen Sicherheitsgrenzen.
Auch die Reihenfolge ist Information. Acht Ergebnisse mit viermal +1 und viermal −1 haben 50 % Trefferquote, Profit Factor 1 und Mittelwert 0. Wechseln die Vorzeichen, gibt es acht Vorzeichenblöcke und höchstens einen Verlust am Stück. Kommen zuerst alle Gewinne und dann alle Verluste, gibt es zwei Blöcke und vier Verluste am Stück. Wir addieren feste Einheiten ohne Verzinsung. Die kleine Liste ist eine Beschreibung, kein Zufälligkeitstest und keine Zukunftsprognose.
Trefferquote, Profit Factor und Mittelwert erfassen die Verlustreihenfolge nicht.
- A: abwechselnd
- +1, −1, +1, −1, +1, −1, +1, −1 – 8 Vorzeichenblöcke; längste Verlustserie 1
- B: erst Gewinne
- +1, +1, +1, +1, −1, −1, −1, −1 – 2 Vorzeichenblöcke; längste Verlustserie 4
- Beide
- 50 %; PF 1; Mittel 0 – Deskriptiver Vergleich; kein Zufälligkeitstest
Nulltrades und veränderliche Geldrisiken
Ein geplantes Ziel-Stop-Verhältnis von zwei zwingt das realisierte mittlere Verhältnis nicht auf zwei. Teilschließungen, unterschiedliche Größen, Kosten und Slippage verändern es. Beobachtest du im Journal 110 EUR mittleren Gewinn und 180 EUR mittleren Verlust, suche die Ursache in den Datensätzen. Die Zahlen allein beweisen weder zu frühe Gewinnmitnahme noch eine bestimmte schlechte Handelswoche.
Unsere zehn hypothetischen Nettoergebnisse lauten in EUR: +200, −100, 0, +200, −100, −100, +200, −100, +200, −100. Jeder Trade hat initial 100 EUR geplantes Risiko. Vier Gewinner liefern 800 EUR, fünf Verlierer kosten 500 EUR, einer endet null. Einschließlich des Nulltrades beträgt die Trefferquote 40 %, der Gesamtgewinn 300 EUR, das Mittel 30 EUR beziehungsweise +0,30R und der Netto-Profit-Factor 1,60.
Lässt du den Nulltrade aus der Trefferquote weg, erhältst du 4/9, also rund 44,44 %. Benenne diese andere Konvention. Der korrekte Mittelwert mit allen Trades lautet 0,40 × 200 − 0,50 × 100 + 0,10 × 0 = 30 EUR. Hier ist der Verlustanteil 50 %, nicht 1 minus 40 %. Ein Break-even-Ergebnis vor Gebühren kann nach Kosten negativ sein.
Variable Geldrisiken können die Vorzeichen von mittlerem R und Geldresultat auseinanderziehen: +2R bei 10 EUR Anfangsrisiko bringen 20 EUR; −1R bei 100 EUR Risiko verlieren 100 EUR. Das mittlere R beträgt +0,5R, das Geldresultat aber −80 EUR. Behalte den initialen Risikonenner auch nach einem Stopversatz. Fehlende Risikowerte werden als fehlend ausgewiesen, statt durch einen neuen Nullabstand zu dividieren.
Exposition und Segmente korrekt gewichten
Zeitexposition misst den Anteil eines definierten Beobachtungszeitraums mit den von dir erfassten offenen Positionen. Sie beschreibt nicht deren Größe oder Konzentration. Dieselbe Rendite bei weniger Zeit im Markt beweist deshalb nicht automatisch mehr Können. Halte Beobachtungsbeginn, Ende und Positionskriterium fest.
Ein hypothetisches binäres Modell mit 55 % Gewinnen zu 165 EUR und 45 % Verlusten zu 145 EUR ergibt 25,50 EUR je Trade. Ein anderes Modell teilt Einträge in 40 % mit 31 % Trefferquote und 60 % mit 67 %. Dessen kombinierte Quote beträgt 52,6 %, nicht 55 %. Bei denselben Auszahlungen beträgt der Erwartungswert 18,06 EUR. Diese zwei Modelle dürfen nicht als dieselbe Untersuchung dargestellt werden. Für echte sechs Monate oder 132 Trades benötigst du die tatsächlichen Zählwerte, Kosten und Unsicherheit.
Ein vollständiges, segmentierbares Journal
Definiere die Zähleinheit. Eine Handelsidee mit mehreren Teilausstiegen kann mehrere Dealzeilen erzeugen. Bewahre Dealkennungen und die gemeinsame Ideenkennung, Anfangsrisiko, Nettoresultat, Zeiten, Instrument, Richtung, Setup und Regeltreue auf. Trenne geschlossene Ergebnisse, offene Positionen und Transfers. Eine willkürliche Anzahl von zwölf Feldern garantiert keine Vollständigkeit.
Eine weitere hypothetische Liste enthält neun Verluste von je 1R und einen Gewinn von 20R. Sie liefert +11R insgesamt, +1,1R im Mittel und Profit Factor 20/9 ≈ 2,22. Ohne den großen Gewinner bleiben −9R, Mittel −1R und Profit Factor 0. Dieser Vergleich zeigt Konzentration. Er ist kein Grund, einen gültigen Trade aus der Originalhistorie zu löschen oder eine auf seltene große Gewinne ausgelegte Methode automatisch abzulehnen. Wiederholte Auslassungen sind abhängige Ansichten derselben Liste, keine neuen unabhängigen Stichproben.
Eine Änderung als Hypothese prüfen
Stimme zunächst sämtliche relevanten Trades mit der Kontohistorie ab. Halte Datenstichtag, Regelversion und Kostenkonvention fest. Segmentiere anhand vorher definierter Zeit-, Setup- oder Instrumentenkriterien und nenne jeweils Anzahl und fehlende Daten. Das schlechteste historische Segment zu entfernen kann Zufallsrauschen optimieren. Prüfe eine konkret beschriebene Änderung auf späteren unbenutzten Beobachtungen und bewahre die Ausgangsauswertung.
Folge während dieser Untersuchung deiner festgelegten Expositionsregel. Weder ein negativer Stichprobenmittelwert noch hundert Trades entscheiden allein über den wahren künftigen Erwartungswert. Die klassische Unsicherheit eines Mittelwerts hängt unter geeigneten Annahmen auch von Streuung und Stichprobengröße ab; abhängige, wechselnde Handelsergebnisse und seltene Ausreißer verlangen zusätzliche Aufmerksamkeit.
- Gleiche sämtliche relevanten Geschäfte mit der Kontohistorie ab und fixiere Datenstichtag, Regelversion sowie Kosten- und Nulltrade-Konvention. Rechne vier Gewinner unter zehn und unter neun Fällen getrennt nach; die ausgewiesene Trefferquote braucht ihren Nenner und darf durch still geänderte Definition nicht steigen.
- Berechne Geldmittelwert, Profit Factor und R anhand derselben abgestimmten Operationen mit ihren jeweiligen Einheiten. Dokumentiere im variablen Risikomodell +0,5 durchschnittliche R neben −80 EUR; ein gutes ungewichtetes R-Mittel ersetzt keine Geldsumme oder Analyse der unterschiedlichen eingesetzten Ausgangsrisiken.
- Segmentiere nach vorher definierten Zeit-, Setup- oder Instrumentenkriterien und nenne pro Segment Fälle sowie fehlende Daten. Bewahre die Ausgangsauswertung und prüfe eine konkrete Änderung an späteren unbenutzten Beobachtungen unter deiner Expositionsregel; ein negatives Segment oder hundert Trades allein entscheidet nicht den künftigen Erwartungswert.
Prüfe dein Verständnis
Etwa 2 Minuten Übung.
Antwort und Erklärung anzeigen
Richtig: 800 minus 500 sind 300 EUR; geteilt durch zehn ergibt das 30 EUR.
Weitere Fragen
Wie viele Trades machen meine Statistik zuverlässig?
Es gibt keine feste Zahl mit einer universellen Fehlermarge. Für einen klassischen Mittelwert zählen unter passenden Annahmen auch Streuung und ein kritischer t-Wert. Trades können voneinander abhängen, Regeln können sich ändern und seltene Gewinne können dominieren. Nenne Zeitraum, Datenvollständigkeit, Regelversion und Auswahlverfahren zusätzlich zur Anzahl.
Welche Kennzahl beschreibt meine Leistung am besten?
Die Frage bestimmt die Kennzahl. Geldmittelwert und mittleres R können bei variablen Risikobeträgen verschiedene Vorzeichen haben. Profit Factor vergleicht Summen, Drawdown beschreibt eine konkrete zeitliche Reihe. Prüfe zusätzlich Kosten, offene Exposition, Zahlungsströme und Konzentration. Ein hoher Quotient allein beweist keinen Vorteil in einem späteren Zeitraum.
Reicht eine Tabellenkalkulation für die Auswertung?
Ja, wenn Import, Definitionen, Gruppierung und Abstimmung korrekt sind. Auch eine bezahlte Anwendung muss Teilausstiege, Gebühren und Transfers richtig behandeln. Vergleiche einen identischen Datensatz mit dem Brokerexport, bewahre Rohdaten und kennzeichne fehlende Angaben. Weder selbst geschriebene Formeln noch automatischer Import sind für sich ein Qualitätsbeweis.
Soll ich das schlechteste historische Segment streichen?
Du kannst es als Hypothese untersuchen. Bewahre zuerst die vollständige Historie und dokumentiere Segmentdefinition, Anzahl und Entscheidung. Eine Auslassung verbessert möglicherweise nur die bereits beobachteten Daten. Prüfe die Änderung an späteren unbenutzten Beobachtungen unter einer festgelegten Risikoobergrenze. Die Diagnose liefert keine allgemeine Erfolgsquote oder garantierte Erholung.
Quellen und Nachvollziehbarkeit
- NIST: Runs Test
Zusammenhängende Blöcke einer binären Folge; im eigenen Beispiel nur deskriptive Zählung, kein durchgeführter Signifikanztest.
- NIST — Confidence Limits for the Mean
Unsicherheit eines Mittelwerts unter geeigneten Modellannahmen; nicht Varianzsenkung eines einzelnen Trades.
- MetaTrader5 — Handelsbericht
Definitionen von Bruttogewinn/-verlust in der Zusammenfassung und Gewinn/Verlust mit Swaps und Provisionen.
- MQL5: Eigenschaften der Deals
Unterscheidet eindeutiges Deal-Ticket und Bezug zur Position; ein eigener Journal-Ideen-Identifier ist keine Plattformausführung.
Rechenfälle sind ausdrücklich angenommene Beispiele. Sie ersetzen weder aktuelle Marktdaten noch die Spezifikation deines Anbieters.
