Ein Konto kann gleichzeitig 10.000 EUR Balance, 9.700 EUR Equity und 3.000 EUR Margin zeigen. Das sind keine drei widersprüchlichen Kontostände. Die erste Zahl beschreibt Buchungen, die zweite die aktuelle Bewertung, die dritte die erforderliche Sicherheit. Freie Margin und Margin Level setzen diese Größen ins Verhältnis. Für die Interpretation zählen außerdem die Definitionen deines konkreten Kontos.

Welche Frage beantwortet jedes Feld?

Balance beschreibt den gebuchten Stand aus Einzahlungen, Auszahlungen, realisierten Ergebnissen und gebuchten Gebühren. Equity berücksichtigt auch offene Positionswerte sowie gegebenenfalls Kredit, aufgelaufene Provision oder gesperrte Beträge. Used Margin ist die benötigte Sicherheit nach den Instrument- und Kontoregeln. Die Differenz zwischen Equity und Margin zeigt im einfachen Modell freie Margin; ihr Quotient beschreibt Margin Level.

Die englischen Feldnamen bleiben in Plattformen häufig sichtbar. Übersetze sie nicht alle mit „verfügbares Guthaben“. Weder freie Margin noch Equity beweisen die tatsächlich auszahlbare Summe. Auszahlungsvorgaben, offene Sicherheiten und Abwicklungsbedingungen müssen zusätzlich geprüft werden. Die MQL5-Kontoeigenschaften dokumentieren die Felder und account-spezifische Berechnung.

Warum kann Balance trotz offener Position sinken?

Offenes Kurs-P/L wird nicht durch eine Kursbewegung automatisch zu einem gebuchten Ergebnis. Gebühren oder Finanzierung können aber während der Haltedauer gebucht werden. Ebenso verändern Einzahlungen und Auszahlungen Balance unabhängig von einer Positionsschließung. Die Aussage „Balance ändert sich erst beim Schließen“ ist deshalb zu eng. Prüfe die Buchungshistorie.

Eigenes hypothetisches EUR-Beispiel: Vor einer Provision beträgt Balance 8.000 EUR. Eine sofort gebuchte Gebühr von 6 EUR senkt sie auf 7.994 EUR. Bei preisbezogenem Floating P/L von −94 EUR ergibt sich Equity von 7.900 EUR. Wer die 6 EUR nochmals abzieht, erhält fälschlich 7.894 EUR. Ein Historieneintrag erklärt hier die Balance-Änderung und ist keine Aufforderung zum zweiten Abzug.

Eine gebuchte Gebühr zählt genau einmalHypothetisches EUR-Konto, sofort gebuchte 6-EUR-Provision, preisbezogenes Floating P/L −94 EUR; alle anderen Komponenten null.RECHEN- UND LERNBEISPIELBalance vor Provision8.000 EURGebuchte Provision−6 EURBalance danach7.994 EURFloating P/L−94 EUREquity7.900 EUR
Eine gebuchte Gebühr zählt genau einmal. Hypothetisches EUR-Konto, sofort gebuchte 6-EUR-Provision, preisbezogenes Floating P/L −94 EUR; alle anderen Komponenten null.

Der Auszug erklärt die Buchung; ziehe sie nicht erneut von Equity ab.

Balance vor Provision
8.000 EUR – Ausgangsbetrag
Gebuchte Provision
−6 EUR – Bereits belastet
Balance danach
7.994 EUR – Gebühr enthalten
Floating P/L
−94 EUR – Preisbezogen
Equity
7.900 EUR – 7.994 − 94

Ist Equity dein garantiertes Schließguthaben?

Nein. Equity ist eine aktuelle Bewertung nach den Kontoregeln. Die tatsächlichen Schließkurse können abweichen und neue Gebühren verursachen. Im vereinfachten Beispiel mit 10.000 EUR Balance und −300 EUR offenem Kurs-P/L beträgt Equity 9.700 EUR, wenn alle anderen Komponenten null sind. Bei einem unveränderten vollständigen Schließfill ohne weitere Kosten würde der Verlust gebucht und Balance ebenfalls 9.700 EUR betragen.

Bei zusätzlichen Komponenten reicht Balance plus Floating P/L nicht als vollständige Formel. Eine Differenz beweist daher nicht allein, dass eine Position offen ist. Umgekehrt können sich offene Gewinne und Verluste gegenseitig aufheben, sodass Equity und Balance trotz Exposition gleich aussehen. Unrealisiertes und realisiertes P/L erklärt diesen Übergang.

Was macht die Margin mit dem Guthaben?

Margin ist eine Sicherheitsanforderung, keine pauschale Transaktionsgebühr. Im ausdrücklich einfachen Modell mit festem Satz gilt Margin = Nominalwert / angenommener Hebel. Bei 90.000 EUR Nominalwert und exakt 1:30 ergibt das 3.000 EUR. Andere Berechnungsarten, Umrechnung, Pending Orders oder Hedging-Regeln können andere Anforderungen erzeugen. Die tatsächliche Spezifikation hat Vorrang vor dieser Modellformel.

Schließen kann die Margin-Anforderung reduzieren. Dabei verändern Fill und Kosten auch die gebuchten Beträge. Es entsteht kein zusätzlicher Gewinn, weil die Sicherheit „freigegeben“ wird. Margin ist außerdem kein maximaler Positionsverlust. Der Unterschied zwischen Hebel und Margin trennt tatsächliche Exposition, Sicherheit und Eigenkapital.

Was passiert bei einer höheren Anforderung?

Hypothetischer EUR-Snapshot: Equity bleibt 1.400 EUR, Margin steigt von 1.000 auf 2.000 EUR. Freie Margin fällt von 400 auf −600 EUR; Margin Level fällt von 140 auf 70 %. Der Quotient verschlechtert sich allein durch seinen größeren Nenner. Dazu braucht es keinen zusätzlichen Kursverlust. Wir unterstellen unveränderte Preise, keine anderen Sperren und keine vorherige Schließung.

Diese Rechnung sagt nicht, dass der Anbieter die Position offen lässt. Prüfe seine Änderungs- und Schließregeln sowie alle weiteren Positionen. Eine gestrige Margin-Angabe oder die nominelle Hebelzahl im Kontonamen reicht für heutige Kapazität nicht aus. Die Symbolspezifikation beschreibt, welche Kontraktparameter du dabei lesen musst.

Wie hängen freie Margin und Margin Level zusammen?

Bei 9.700 EUR Equity und 3.000 EUR Margin ergibt sich freie Margin von 6.700 EUR. Margin Level beträgt 9.700 / 3.000 × 100 = 323,33 %. Verdoppelt sich bei gleicher Equity die Margin auf 6.000 EUR, beträgt freie Margin 3.700 EUR. Sie halbiert sich also nicht. Der Level halbiert sich auf 161,67 %, weil sein Nenner doppelt so groß wird.

Bei null Margin ist der Quotient mathematisch undefiniert. Zeige dann einen passenden Status statt „0 %“. Ein hoher Wert beschreibt Abstand relativ zu einer Anforderung, keine Garantie gegen schnelle Kursbewegungen. Für das geplante Preisrisiko braucht es zusätzlich Menge, Stop-Annahme, Kosten und schlechtere Ausführungen.

Welche Schwelle führt zur Schließung?

Margin Call und Stop-out sind unterschiedliche Kontobedingungen. 100 % bedeutet mathematisch Equity gleich Margin, aber keine universelle Warnregel. Schwellenbasis, Einheiten und Rechtsrahmen müssen separat festgestellt werden. Ein Quotient allein legt weder die Schließreihenfolge noch einen exakten Ausführungspreis fest.

Wie prüfst du die Zahlen vor einer Order?

  1. Gleiche die Balance mit den gebuchten Operationen ab und erkläre die Equity-Komponenten.
  2. Prüfe die neue Sicherheitsanforderung über eine Ordervorschau oder geeignete Demo-Rechnung.
  3. Berechne danach freie Margin und Level sowie getrennt den geplanten Geldverlust. Speichere die Annahmen. Eine vom Server angenommene Order beweist nicht, dass ihre Größe zu deinem eigenen Verlustbudget passt.