In diesem Artikel
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- Balance-Buchungen und Equity-Komponenten abstimmen.
- Bereits gebuchte Provision nur einmal berücksichtigen.
- Freie Margin und Margin Level in EUR berechnen.
- Eine höhere Margin-Anforderung bei unveränderter Equity analysieren.
Begriffe direkt erklärt
Kontostand (Balance) Eigenkapital (Equity) Margin (Sicherheitsleistung) Freie Margin Margin Level Offener Gewinn oder VerlustEin Konto kann gleichzeitig 10.000 EUR Balance, 9.700 EUR Equity und 3.000 EUR Margin zeigen. Das sind keine drei widersprüchlichen Kontostände. Die erste Zahl beschreibt Buchungen, die zweite die aktuelle Bewertung, die dritte die erforderliche Sicherheit. Freie Margin und Margin Level setzen diese Größen ins Verhältnis. Für die Interpretation zählen außerdem die Definitionen deines konkreten Kontos.
Welche Frage beantwortet jedes Feld?
Balance beschreibt den gebuchten Stand aus Einzahlungen, Auszahlungen, realisierten Ergebnissen und gebuchten Gebühren. Equity berücksichtigt auch offene Positionswerte sowie gegebenenfalls Kredit, aufgelaufene Provision oder gesperrte Beträge. Used Margin ist die benötigte Sicherheit nach den Instrument- und Kontoregeln. Die Differenz zwischen Equity und Margin zeigt im einfachen Modell freie Margin; ihr Quotient beschreibt Margin Level.
Die englischen Feldnamen bleiben in Plattformen häufig sichtbar. Übersetze sie nicht alle mit „verfügbares Guthaben“. Weder freie Margin noch Equity beweisen die tatsächlich auszahlbare Summe. Auszahlungsvorgaben, offene Sicherheiten und Abwicklungsbedingungen müssen zusätzlich geprüft werden. Die MQL5-Kontoeigenschaften dokumentieren die Felder und account-spezifische Berechnung.
Warum kann Balance trotz offener Position sinken?
Offenes Kurs-P/L wird nicht durch eine Kursbewegung automatisch zu einem gebuchten Ergebnis. Gebühren oder Finanzierung können aber während der Haltedauer gebucht werden. Ebenso verändern Einzahlungen und Auszahlungen Balance unabhängig von einer Positionsschließung. Die Aussage „Balance ändert sich erst beim Schließen“ ist deshalb zu eng. Prüfe die Buchungshistorie.
Eigenes hypothetisches EUR-Beispiel: Vor einer Provision beträgt Balance 8.000 EUR. Eine sofort gebuchte Gebühr von 6 EUR senkt sie auf 7.994 EUR. Bei preisbezogenem Floating P/L von −94 EUR ergibt sich Equity von 7.900 EUR. Wer die 6 EUR nochmals abzieht, erhält fälschlich 7.894 EUR. Ein Historieneintrag erklärt hier die Balance-Änderung und ist keine Aufforderung zum zweiten Abzug.
Der Auszug erklärt die Buchung; ziehe sie nicht erneut von Equity ab.
- Balance vor Provision
- 8.000 EUR – Ausgangsbetrag
- Gebuchte Provision
- −6 EUR – Bereits belastet
- Balance danach
- 7.994 EUR – Gebühr enthalten
- Floating P/L
- −94 EUR – Preisbezogen
- Equity
- 7.900 EUR – 7.994 − 94
Ist Equity dein garantiertes Schließguthaben?
Nein. Equity ist eine aktuelle Bewertung nach den Kontoregeln. Die tatsächlichen Schließkurse können abweichen und neue Gebühren verursachen. Im vereinfachten Beispiel mit 10.000 EUR Balance und −300 EUR offenem Kurs-P/L beträgt Equity 9.700 EUR, wenn alle anderen Komponenten null sind. Bei einem unveränderten vollständigen Schließfill ohne weitere Kosten würde der Verlust gebucht und Balance ebenfalls 9.700 EUR betragen.
Bei zusätzlichen Komponenten reicht Balance plus Floating P/L nicht als vollständige Formel. Eine Differenz beweist daher nicht allein, dass eine Position offen ist. Umgekehrt können sich offene Gewinne und Verluste gegenseitig aufheben, sodass Equity und Balance trotz Exposition gleich aussehen. Unrealisiertes und realisiertes P/L erklärt diesen Übergang.
Was macht die Margin mit dem Guthaben?
Margin ist eine Sicherheitsanforderung, keine pauschale Transaktionsgebühr. Im ausdrücklich einfachen Modell mit festem Satz gilt Margin = Nominalwert / angenommener Hebel. Bei 90.000 EUR Nominalwert und exakt 1:30 ergibt das 3.000 EUR. Andere Berechnungsarten, Umrechnung, Pending Orders oder Hedging-Regeln können andere Anforderungen erzeugen. Die tatsächliche Spezifikation hat Vorrang vor dieser Modellformel.
Schließen kann die Margin-Anforderung reduzieren. Dabei verändern Fill und Kosten auch die gebuchten Beträge. Es entsteht kein zusätzlicher Gewinn, weil die Sicherheit „freigegeben“ wird. Margin ist außerdem kein maximaler Positionsverlust. Der Unterschied zwischen Hebel und Margin trennt tatsächliche Exposition, Sicherheit und Eigenkapital.
Was passiert bei einer höheren Anforderung?
Hypothetischer EUR-Snapshot: Equity bleibt 1.400 EUR, Margin steigt von 1.000 auf 2.000 EUR. Freie Margin fällt von 400 auf −600 EUR; Margin Level fällt von 140 auf 70 %. Der Quotient verschlechtert sich allein durch seinen größeren Nenner. Dazu braucht es keinen zusätzlichen Kursverlust. Wir unterstellen unveränderte Preise, keine anderen Sperren und keine vorherige Schließung.
Diese Rechnung sagt nicht, dass der Anbieter die Position offen lässt. Prüfe seine Änderungs- und Schließregeln sowie alle weiteren Positionen. Eine gestrige Margin-Angabe oder die nominelle Hebelzahl im Kontonamen reicht für heutige Kapazität nicht aus. Die Symbolspezifikation beschreibt, welche Kontraktparameter du dabei lesen musst.
Wie hängen freie Margin und Margin Level zusammen?
Bei 9.700 EUR Equity und 3.000 EUR Margin ergibt sich freie Margin von 6.700 EUR. Margin Level beträgt 9.700 / 3.000 × 100 = 323,33 %. Verdoppelt sich bei gleicher Equity die Margin auf 6.000 EUR, beträgt freie Margin 3.700 EUR. Sie halbiert sich also nicht. Der Level halbiert sich auf 161,67 %, weil sein Nenner doppelt so groß wird.
Bei null Margin ist der Quotient mathematisch undefiniert. Zeige dann einen passenden Status statt „0 %“. Ein hoher Wert beschreibt Abstand relativ zu einer Anforderung, keine Garantie gegen schnelle Kursbewegungen. Für das geplante Preisrisiko braucht es zusätzlich Menge, Stop-Annahme, Kosten und schlechtere Ausführungen.
Welche Schwelle führt zur Schließung?
Margin Call und Stop-out sind unterschiedliche Kontobedingungen. 100 % bedeutet mathematisch Equity gleich Margin, aber keine universelle Warnregel. Schwellenbasis, Einheiten und Rechtsrahmen müssen separat festgestellt werden. Ein Quotient allein legt weder die Schließreihenfolge noch einen exakten Ausführungspreis fest.
Wie prüfst du die Zahlen vor einer Order?
- Gleiche die Balance mit den gebuchten Operationen ab und erkläre die Equity-Komponenten.
- Prüfe die neue Sicherheitsanforderung über eine Ordervorschau oder geeignete Demo-Rechnung.
- Berechne danach freie Margin und Level sowie getrennt den geplanten Geldverlust. Speichere die Annahmen. Eine vom Server angenommene Order beweist nicht, dass ihre Größe zu deinem eigenen Verlustbudget passt.
Prüfe dein Verständnis
Etwa 2 Minuten Übung.
Antwort und Erklärung anzeigen
Richtig: Die Gebühr ist bereits in Balance enthalten, daher 7.994 − 94.
Weitere Fragen
Ist die Differenz zwischen Balance und Equity immer Floating P/L?
Nur im einfachen Modell ohne zusätzliche Komponenten. Kredit, aufgelaufene Provisionen oder gesperrte Beträge können ebenfalls relevant sein. Offene Gegenpositionen können zudem einander ausgleichende Bewertungen haben. Prüfe deshalb die Felddefinitionen und Historie. Eine Differenz beweist nicht allein eine offene Position; Gleichheit beweist ebenso wenig, dass sämtliche Exposition geschlossen ist.
Kann ich die freie Margin vollständig auszahlen?
Freie Margin beschreibt Kapazität nach den Margin-Regeln. Sie ist nicht automatisch die vom Anbieter erlaubte Auszahlungssumme. Prüfe offene Sicherheiten, Abwicklungs- und Auszahlungsvorgaben sowie anstehende Gebühren. Eine Auszahlung kann den verbleibenden Puffer vermindern. Der Kontostand oder ein einzelnes Plattformfeld ersetzt deshalb keine Prüfung der konkret verfügbaren Auszahlung.
Erhöht eine freigegebene Margin meinen Gewinn?
Nein. Eine niedrigere Sicherheitsanforderung verändert die Kapazität, erzeugt aber keinen zweiten Handelserfolg. Bei der Positionsschließung wird das tatsächlich ausgeführte Ergebnis gebucht; Gebühren können zusätzlich wirken. Unter unveränderten Kursen und ohne weitere Kosten kann Equity gleich bleiben, obwohl Balance und Margin sich ändern. Lies die Buchungen und die Restposition zusammen.
Kann Margin Level fallen, obwohl der Kurs stillsteht?
Ja. Im hypothetischen Beispiel bleibt Equity bei 1.400 EUR, während Margin von 1.000 auf 2.000 EUR steigt. Der Level fällt von 140 auf 70 % und freie Margin von 400 auf −600 EUR. Die Folgen hängen von den Kontoregeln ab. Dieses Verhältnis allein sagt keinen garantierten Fortbestand der Position voraus.
Quellen und Nachvollziehbarkeit
- MQL5: Kontoeigenschaften
Equity, Margin, freie Margin, Margin Level sowie Schwellenmodus und account-spezifische Berechnung.
- MetaQuotes: Marktübersicht und Symbolspezifikation
Kontraktgröße, Volumenschritte, Punktgröße, Swap-Modi und Provisionsbuchung werden durch die konkrete Spezifikation bestimmt.
- MetaQuotes: Handelsgeschäfte ausführen
Orderantworten, Positionsverwaltung, Teilglattstellung und Close By; gesendete Anweisung und abgeschlossene Ausführung unterscheiden.
Rechenfälle sind ausdrücklich angenommene Beispiele. Sie ersetzen weder aktuelle Marktdaten noch die Spezifikation deines Anbieters.
