Ein CFD, ausgeschrieben Contract for Difference, rechnet eine Preisänderung ab, ohne den Basiswert zu liefern. Kaufst du einen Aktien-CFD, wirst du dadurch kein Aktionär. Bei einem EUR/USD-CFD erhältst du nicht den Euro-Nominalbetrag auf dein Bankkonto. Der Vertrag legt fest, wie Kursdifferenzen, Menge, Gebühren und Anpassungen zusammenwirken. Gerade die Trennung zwischen Eigentum und Kursrisiko verhindert kostspielige Missverständnisse.

Was kaufst du bei einem Differenzkontrakt?

Du gehst eine vertragliche Position ein. Ihr Preis kann eine Währung, Aktie, einen Index oder anderen Basiswert beziehen. Welche Richtungen erlaubt sind und welche Laufzeit gilt, ergibt sich aus den Bedingungen. Ein Aktien-CFD kann einen Dividendenausgleich enthalten; daraus folgt kein Aktionärsstimmrecht. Auch ein Ausgleich ist rechtlich etwas anderes als die Dividende einer gehaltenen Aktie.

Ein lieferbarer Devisentausch tauscht hingegen Währungsguthaben nach vereinbarten Abwicklungsbedingungen. Eine identische EUR/USD-Notierung macht beide Produkte nicht austauschbar. Aktienbesitz und Devisen-CFD unterscheiden sich insbesondere bei Rechten, Finanzierung und dem Zweck einer langen Haltedauer.

Wie berechnest du Gewinn und Verlust?

Im folgenden hypothetischen linearen EUR/USD-Modell entspricht ein Lot 100.000 EUR. Eine Kaufposition von einem Lot wird bei 1,0850 geöffnet und bei 1,0900 geschlossen. Die Differenz von 0,0050 USD je EUR ergibt 500 USD Preisgewinn. Für eine gleich große Verkaufsposition mit denselben Preisen kehrt sich das Vorzeichen um. Separate Kosten sind in dieser Rechnung noch nicht enthalten.

Eurokonto: Bei einer zusätzlich angenommenen Umrechnung von 1,1000 USD je EUR entsprechen 500 USD genau 454,55 EUR, gerundet auf Cent. Die Umrechnung verwendet bewusst einen eigenen Modellkurs. Der Eröffnungskurs ist nicht automatisch der spätere Abrechnungskurs.

Nutze tatsächliche Ausführungspreise. Werden Kauf-Ask und späterer Verkaufs-Bid verglichen, steckt der Spread bereits in der Differenz. Eine zusätzliche Spreadbelastung wäre doppelt. Die passende Bid- oder Ask-Seite ist auch für das Verständnis von Stops entscheidend.

Spread nicht doppelt abziehenHypothetischer Sofortkauf und Verkauf von 10.000 EUR Nominalbetrag: Ask 1,1002, Bid 1,1000; 1 USD separate Provision.RECHEN- UND LERNBEISPIELPreisverlust−2 USDSeparate Provision−1 USDGesamtergebnis−3 USD
Spread nicht doppelt abziehen. Hypothetischer Sofortkauf und Verkauf von 10.000 EUR Nominalbetrag: Ask 1,1002, Bid 1,1000; 1 USD separate Provision.

Das Ergebnis beträgt −3 USD. Der Spread steckt bereits im Preisverlust von 2 USD.

Preisverlust
−2 USD – (1,1000 − 1,1002) × 10.000
Separate Provision
−1 USD – Noch nicht im Preis enthalten
Gesamtergebnis
−3 USD – Keine zweite Spreadbelastung

Welche Hebelgrenzen gelten für deutsche Kleinanleger?

Die BaFin-Allgemeinverfügung vom 23. Juli 2019 beschränkt CFD-Angebote an Kleinanleger in Deutschland. Ihre Währungskategorie für 30:1 erfasst Paare aus zwei der Währungen USD, EUR, JPY, GBP, CAD und CHF. Andere Währungspaare gehören zur 20:1-Kategorie. Das unterscheidet sich von der verbreiteten informellen Liste der sieben Forex-Majors, die auch AUD/USD und NZD/USD enthält.

Für Einzelaktien-CFDs liegt die Grenze bei 5:1. Diese Kategorien gelten für die erfassten CFDs, nicht pauschal für den Kauf einer Aktie oder einen Währungstausch. Der Anbieter kann geringeren Hebel zulassen. Prüfe Kundenklassifizierung und Vertragsgesellschaft; der freiwillige Wechsel zum professionellen Status verändert die Prüfung der Schutzrechte.

Welche Kosten fehlen im reinen Kursgewinn?

Prüfe Provisionen pro Seite oder kompletter Eröffnung und Schließung, Übernachtfinanzierung, Umrechnung und produktbezogene Anpassungen. Ein ECN- oder Standard-Label reicht für den Vergleich nicht. In einem hypothetischen sofortigen Kauf und Verkauf mit unveränderten Notierungen verlieren 10.000 EUR Nominalbetrag bei Ask 1,1002 und Bid 1,1000 genau 2 USD durch die Preisdifferenz.

Kommt eine separat berechnete Provision von 1 USD hinzu, beträgt das Ergebnis −3 USD. Würde das Konto bereits −3 USD netto ausweisen, ziehst du weder diese Provision noch den Spread nochmals ab. Auch Swap-Sätze lassen sich nicht allein aus zwei Zentralbankzinsen ableiten. Abrechnungszeit, Einheit und Bedingungen stehen in der Spezifikation.

Warum sind Margin, Glattstellung und Saldo-Schutz verschieden?

Die Margin reserviert Sicherheit. Im einfachen Modell benötigen 100.000 EUR Nominalbetrag bei 30:1 rund 3.333,33 EUR. Das ist keine Verlustobergrenze und kein Beweis, dass der Broker dir den übrigen Betrag als frei verfügbaren Kredit auszahlt. Die Preisempfindlichkeit bleibt die der vollständigen Position.

Der kontobezogene Glattstellungsschutz reagiert auf das Verhältnis der maßgeblichen Kontomittel zu den erforderlichen Sicherheiten. Der Negativsaldoschutz begrenzt die gedeckte Haftung auf die Mittel des erfassten CFD-Kontos. Er erstattet keine Kursverluste. Eine garantierte Stop-Ausführung folgt aus keinem dieser Begriffe; die jeweilige Regel schützt einen anderen Teil des Vorgangs.

Was solltest du für die Abrechnung festhalten?

Speichere Ausführungen, Gebühren, Finanzierungsbuchungen und Umrechnungskurse. Für einen in Deutschland steuerpflichtigen Leser ist ein ausländischer Anbieter kein automatischer Grund für Steuerfreiheit. Umgekehrt sagt die BaFin-Zulassung allein nicht, welche Steuerunterlagen geliefert oder welche Beträge automatisch abgeführt werden. Die konkrete steuerliche Einordnung richtet sich nach persönlichen und vertraglichen Umständen sowie dem betreffenden Jahr.

Woran erkennst du ein unvollständiges Produktverständnis?

Wenn du nur den Chart erklären kannst, fehlen möglicherweise Menge und Rechte. Wenn du nur die Margin kennst, fehlt der Verlust bei einer Kursänderung. Wenn du nur die Rendite vor Kosten betrachtest, fehlt die Abrechnung. Teste diese drei Fragen getrennt. Eine korrekte Rechnung schafft Transparenz, beweist aber keine rentable Handelsidee. Der Text dient der Bildung und ist keine persönliche Anlageberatung.

Was prüfst du vor einem ersten CFD?

  1. Identifiziere die Vertragsgesellschaft und lies die Produktbedingungen. Notiere, welcher Basiswert zugrunde liegt, wie viele Einheiten ein Kontrakt repräsentiert und ob du ausschließlich einen Geldbetrag statt des Vermögenswerts erhältst.
  2. Berechne auf Papier einen Gewinn und einen Verlust aus Ausführungspreisen. Ergänze jede separat gebuchte Kostenart und prüfe die Kontowährung. Markiere ausdrücklich, wo du gerundet und welchen Umrechnungskurs du angenommen hast.
  3. Vergleiche Margin und geplanten Preisverlust unabhängig voneinander. Prüfe Mindestmenge und Ausführung bei Kurslücken. Falls du einen Punkt nicht erklären kannst, übe ihn auf Demo, bevor du über eine Einzahlung entscheidest.