Ein FX-Swap ist ein Vertrag über zwei entgegengesetzte Währungstausche mit derselben Gegenpartei. Beide Kurse und beide Wertstellungstage werden beim Abschluss vereinbart. Das Geschäft verschafft zeitweise eine bestimmte Währung und legt zugleich ihren Rücktausch fest. Es ist deshalb mehr als eine Wette auf den späteren Kassakurs.

Zwei Geschäfte in einem Zahlungsplan

Die nahe Seite heißt Near Leg, die spätere Far Leg. Beim spot-startenden Swap liegt die erste Wertstellung am für das Paar vereinbarten Kassatermin; ein forward-startender Swap beginnt erst später. Abschlussdatum und Wertstellung sind verschiedene Angaben. „Spot bedeutet immer zwei Tage“ ist keine brauchbare allgemeine Regel: Währungen, Feiertage und Marktvereinbarungen bestimmen die konkreten Termine.

Ein Unternehmen kann heute USD verkaufen und EUR erhalten, gleichzeitig aber vereinbaren, am späteren Termin USD zurückzukaufen und EUR zu liefern. Die Währungsbeträge müssen zum tatsächlichen Bedarf passen. Eine gesicherte Rückbeschaffung von USD finanziert nicht automatisch die Eurozahlung auf der zweiten Seite. Auch der Zeitpunkt der verfügbaren Liquidität muss stimmen.

Was die Swappunkte ausdrücken

Swappunkte sind die Differenz zwischen Termin- und Kassakurs. Bei EUR/USD mit USD je EUR gilt im vereinfachten gedeckten Zinsmodell: F = S × (1 + rUSD × t) / (1 + rEUR × t). Höhere USD-Finanzierungszinsen erhöhen unter diesen Annahmen den EUR/USD-Terminkurs gegenüber Spot. Bei inverser Quotierung dreht sich die Darstellung; übertrage das Vorzeichen nicht ungeprüft.

Die verwendeten Zinsen sind passende Geldmarkt- und Finanzierungskonditionen für die Laufzeit, keine automatisch ausführbaren Zentralbankzinssätze. Geld-/Briefspanne, Kreditbedingungen, unterschiedliche Zinstage und eine Cross-Currency-Basis können die tatsächliche Quote verändern. Die BIS beschreibt, wie Absicherungsnachfrage und begrenzte Arbitragekapazität Abweichungen von der gedeckten Zinsparität ermöglichen. Punkte sind deshalb weder eine Prognose des künftigen Spotkurses noch kostenloser Ertrag. Mehr zur Formel findest du unter Zinsparität.

Fünf Millionen USD für 90 Tage tauschen

Das folgende Modell ist hypothetisch. Ein europäischer Hersteller hat jetzt 5.000.000 USD und benötigt denselben Dollarbetrag nach 90 Tagen wieder. Spot beträgt 1,085 USD je EUR; die einfachen Jahreszinsen betragen 5,25 % in USD und 3,75 % in EUR. Für beide Seiten wird ausdrücklich 90/360 gerechnet. Basis, Spreads und zusätzliche Gebühren bleiben hier ausgeschlossen.

Auf der nahen Seite liefert das Unternehmen 5.000.000 USD und erhält 5.000.000 / 1,085 = 4.608.294,93 EUR. Der modellierte Terminkurs beträgt 1,085 × 1,013125 / 1,009375 = 1,089030960 USD je EUR. Die Differenz zu Spot entspricht 40,3096 Pips, wenn ein Pip 0,0001 USD je EUR ist.

Am fernen Termin liefert das Unternehmen 5.000.000 / F = 4.591.237,70 EUR und erhält 5.000.000 USD zurück. Die rund 17.057,23 EUR zwischen den Eurozahlungen sind kein abschließend berechneter Unternehmensgewinn: Dazu fehlen unter anderem die Verwendung beziehungsweise Finanzierung des zwischenzeitlich verfügbaren Eurobetrags und alle tatsächlichen Kosten. Rechne intern mit dem ungerundeten F; eine gerundete Anzeige darf den Rücktauschbetrag nicht verändern.

Zwei Termine, derselbe USD-BedarfWertekarten zum hypothetischen 90-Tage-Modell; alle Kurse in USD je EUR.RECHEN- UND LERNBEISPIELNahe Seite5.000.000 USD →4.608.294,93 EURFerne Seite4.591.237,70 EUR →5.000.000 USDSwappunkte+40,3096 Pips
Zwei Termine, derselbe USD-Bedarf. Wertekarten zum hypothetischen 90-Tage-Modell; alle Kurse in USD je EUR.

Der spätere Dollarbedarf ist vereinbart; die Eurozahlungsdifferenz ist noch kein vollständiger Gewinn.

Nahe Seite
5.000.000 USD → 4.608.294,93 EUR – Spot 1,085; das Unternehmen liefert USD.
Ferne Seite
4.591.237,70 EUR → 5.000.000 USD – Modellierter Terminkurs 1,089030960; das Unternehmen liefert EUR.
Swappunkte
+40,3096 Pips – F minus Spot, geteilt durch 0,0001; kein zukünftiger Spotkurs.

Der spätere Spotkurs ändert den Vertrag nicht

Ein separates Modell verdeutlicht die Bindung: A liefert zunächst 100.000 EUR und bekommt bei 1,1000 genau 110.000 USD. Für den Rücktausch ist bereits 1,1050 vereinbart. Am zweiten Termin liefert A daher 110.500 USD und erhält 100.000 EUR. Steigt der dann beobachtete Spotkurs auf 1,1500, würde ein neu abgeschlossener Kauf von 100.000 EUR 115.000 USD kosten.

Der Unterschied von 4.500 USD zwischen neuem Kassakauf und vereinbartem Rücktausch ist ein Vergleich dieser beiden Zahlungen, kein vollständiger Swapgewinn. Der erste Zahlungsstrom und die Finanzierung fehlen darin. Vorzeitige Auflösung, Besicherung oder Ausfall können außerdem eine Bewertung beziehungsweise Ersatzkosten erzeugen. Die Aussage zum festen Rücktausch gilt für vertragsgemäße, vollständige Erfüllung am vereinbarten Termin.

Zentralbanklinien und andere Swaparten

Ein Cross-Currency-Swap kann zusätzlich laufende Zinszahlungen in zwei Währungen enthalten; er ist nicht einfach derselbe Zwei-Termin-Vertrag mit einem anderen Namen. Bei den USD-Liquiditätsswaps der Federal Reserve ist ebenfalls eine andere Konstruktion wichtig: Der Rücktausch der Währungen erfolgt zum ursprünglichen Wechselkurs, Zinsen werden separat berechnet. Die ausländische Zentralbank leiht die USD anschließend lokal weiter und trägt das Kreditrisiko dieser Ausleihungen gegenüber ihren Schuldnern.

Eine steigende Nutzung solcher Linien zeigt einen Finanzierungsbedarf im betreffenden Rahmen. Daraus folgt kein mechanisches Kaufsignal für USD. Auch Marktumsatz ist keine Rendite: In den endgültigen BIS-Zahlen für April 2025 erreichen FX-Swaps im Tagesdurchschnitt rund 4,02 Billionen USD, Spot rund 2,95 Billionen USD. Das sind global aggregierte, um Doppelzählungen bereinigte Umsätze; sie messen Aktivität, nicht Gewinne oder den Anteil privater CFD-Konten.

Retail-Swap und Erfüllungsrisiko getrennt prüfen

Die Swapbelastung eines CFDs ist eine vertragliche Finanzierung beziehungsweise Anpassung auf deinem Handelskonto. Dabei werden normalerweise nicht die beiden Währungsnominale eines institutionellen FX-Swaps auf deine Bankkonten geliefert. Einheit, Richtung, Berechnungsmodus und Tage mit Mehrfachbelastung stehen in den aktuellen Produktspezifikationen. Ein bestimmter Wochentag oder ein bestimmter Satz gilt nicht automatisch für alle Produkte.

Bei lieferbaren Geschäften zählt hingegen die tatsächliche Erfüllung. Du kannst eine Währung bereits bezahlt haben, während die Gegenwährung ausbleibt. Neben diesem Nominalrisiko bestehen Ersatzkosten- und Liquiditätsrisiken. Payment-versus-Payment reduziert das Risiko einseitiger Lieferung; es garantiert nicht, dass du die benötigte Währung rechtzeitig erhältst. Zugang, Mindestbetrag, Kreditprüfung, Dokumentation und Besicherung hängen vom Anbieter und Vertrag ab. Es gibt keine universelle Mindestgröße oder Pflicht, dass jeder Vertrag eine bestimmte Sicherheitenvereinbarung enthält.

Prüfe deinen eigenen Zahlungsplan

  1. Zeichne in zehn Minuten beide Wertstellungstage auf und trage für jede Seite die von dir gelieferte und erhaltene Währung samt Betrag ein. Prüfe ausdrücklich, ob der spätere USD-Bedarf gedeckt ist und woher die gleichzeitig fällige EUR-Zahlung kommt.
  2. Berechne mit einer hypothetischen Quote zuerst den Terminkurs und dann beide Nominalzahlungen, bevor du ihre Differenz vergleichst. Notiere Zinstage, Quotierungsrichtung, Rundung und ausgeschlossene Kosten daneben; das Ergebnis ist ein nachvollziehbarer Zahlungsplan und keine behauptete Gesamtrendite.
  3. Ordne in fünf Minuten einen Bank-FX-Swap, eine Fed-Liquiditätslinie und einen CFD-Kontoauszug jeweils ihrem Abrechnungsmodell zu. Markiere bei jedem Beispiel, ob Nominale geliefert werden, welcher Rücktauschkurs gilt und ob Zinsen separat oder als Kontobelastung erscheinen.
  4. Ergänze schließlich für jeden Liefertag eine mögliche verspätete Zahlung und den dann fehlenden Währungsbetrag. Halte fest, ob du Ersatzbeschaffung, Zwischenfinanzierung oder Besicherung prüfen müsstest; eine kleine Nettodifferenz allein sagt nichts über den kurzfristigen Bruttoliquiditätsbedarf aus.