In diesem Artikel
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- Gewichtete relative Delta aus Ask- und Bid-Mengen berechnen.
- Unbekannte Seiten und Sessionresets getrennt prüfen.
- Beobachtete Ausführungen von Teilnehmerabsicht und Kursprognose unterscheiden.
- Eine Bedingung erst nach vollständigem Datenempfang auswerten.
Begriffe direkt erklärt
Handelsjournal Trading-Plan Demokonto Liquidität Außerbörslicher Markt (OTC) Stop-LossOrder Flow beschreibt gelieferte Handelsereignisse: welche Mengen zu welchen Preisen ausgeführt wurden, wie sie klassifiziert sind und gegebenenfalls welche Orders warten. Eine Farbe im Footprint verrät keinen Bankplan. Beginne mit Instrument, Handelsplatz, Datenquelle, Einheit und Verfügbarkeit. Erst danach lässt sich prüfen, ob eine definierte Bedingung vorlag.
Was misst Order Flow?
Bei einem Match trifft ein eingehender aggressiver Auftrag auf passive, bereits wartende Menge. Jede Ausführung hat Käufer und Verkäufer. Ask-Volumen bedeutet hier als Ask klassifizierte ausgeführte Menge; Bid-Volumen entsprechend Bid. Es zählt weder eindeutige Personen noch ihre Absichten. Das Modell definiert Delta = Ask − Bid und relatives Delta = Delta / (Ask + Bid).
Ausgeführte Menge, Anzahl der Trades, wartende Menge und Quoteänderungen sind unterschiedliche Messgrößen. Ein Footprint ordnet Ausführungen nach Preis und Zeit; eine Liquiditätskarte kann zusätzlich gelieferte Ereignisse des Orderbuchs darstellen. Nicht jede Darstellung enthält beides. Verbinde die Messung mit Marktstruktur und Volume Profile, ohne einen farbigen Bereich als sichere Kursprognose zu behandeln.
Warum ein Spot-Feed keinen Gesamtmarkt zeigt
Die BIS beschreibt anhand der Erhebung vom April 2025 direkte Geschäfte mit Dealern sowie unterschiedliche Orderbuch- und quotegesteuerte Handelsplätze. Internalisierung beim Dealer und ein sichtbarer Handelsplatz haben verschiedene Beobachtungsumfänge. Ein einzelner Feed ist kein konsolidiertes Transaktionsband sämtlicher Spot-Devisengeschäfte. Daraus folgt auch kein einheitlicher Ausführungsweg für jeden Retailbroker.
MetaTrader 5 unterscheidet Börsentiefe von OTC-Anzeigen auf Basis der Brokerquotes; ohne Mengen kann lediglich eine Preisleiter erscheinen. Der Forex-Indikator Volumes zählt Preisänderungen. Hohe Tickzahlen sind daher keine nachgewiesenen Währungsumsätze. Prüfe die konkrete Anzeige und ihren Feed, wie im Artikel zur Order-Flow-Mechanik erläutert. Deutschland als Wohnsitz ändert diese Datengrenzen nicht.
Futures und Prozentwerte richtig vergleichen
CME-Währungsfutures liefern Daten eines bestimmten Instruments und Handelsplatzes. Sie ergänzen den Spot-Feed, ersetzen ihn aber nicht. Kontrolliere Kontrakt, Laufzeit und Kursrichtung: CME 6J ist in USD je JPY notiert, umgekehrt zu USD/JPY. Im rein rechnerischen Beispiel ergibt 0,00625 USD je JPY den Kehrwert 160 JPY je USD. Ein Futureskurs wird durch diese Umrechnung nicht automatisch zum gleichzeitig handelbaren Spotkurs.
Auch eine Übereinstimmung in einem Zeitfenster belegt keine konstante Korrelation oder profitable Übertragbarkeit auf CFDs. Synchronisiere zuerst Instrumente, Zeiteinheiten und Datenverfügbarkeit. Ein Konto in EUR verlangt bei einer späteren Handelsauswertung zusätzlich Gebühren und Umrechnung; Kontraktzahlen im Footprint sind selbst keine Eurobeträge.
Zwei vollständig klassifizierte, getrennte Modellperioden zeigen die Gewichtung. A hat Ask 90, Bid 10, Volumen 100 und Delta +80, also +80%. B hat Ask 20, Bid 180, Volumen 200 und Delta −160, also −80%. Zusammen ergeben sich Ask 110, Bid 190 und Delta −80 bei Volumen 300: −26,67%. Der einfache Mittelwert der beiden Prozente wäre 0% und gewichtet die kleinere Periode zu stark.
Gemeinsam −26,67%; der ungewichtete Prozentmittelwert 0% ist falsch.
- Periode A
- Ask 90 · Bid 10 – Volumen 100; Delta +80; Anteil +80%.
- Periode B
- Ask 20 · Bid 180 – Volumen 200; Delta −160; Anteil −80%.
- A und B
- Ask 110 · Bid 190 – Volumen 300; Delta −80; Anteil −26,67%.
Summiere Ask und Bid bei gleichem Datenumfang vor der Division. Gleichwertig ist (+80% × 100 − 80% × 200) / 300. Filterst du eine Periode anders oder fehlen Ausführungen, ist die Zusammenfassung neu zu definieren. Der negative Wert beschreibt diese Modelltransaktionen, nicht die nächste Kursrichtung.
Footprint, Delta und wartende Liquidität
Sierra Chart unterscheidet Tradeanzahl und Menge; Numbers Bars benötigt nicht das vollständige Markttiefenprotokoll. Ein Footprint ist deshalb keine Historie sämtlicher wartender Orders. Bei NinjaTrader unterscheiden sich BidAsk und UpDownTick. Prüfe, ob der Feed die für den gewählten Modus erforderlichen historischen Daten liefert. Softwarename und Abonnement allein beweisen keine vollständige Abdeckung.
Für ein synthetisches Fünf-Minuten-Fenster von 10:00 einschließlich bis 10:05 ausschließlich UTC seien vier Preiszeilen vollständig klassifiziert: 1,1002 mit Ask/Bid 120/40; 1,1001 mit 80/30; 1,1000 mit 50/60; 1,0999 mit 10/10. Die Zeilendeltas sind +80, +50, −10 und 0. Ask summiert sich auf 260, Bid auf 140, Gesamtmenge auf 400 Kontrakte. Delta +120 entspricht +30%.
Zusätzlich setzen wir ersten Trade 1,1002 und letzten Trade 1,1000 voraus: Die Kerze fällt um 0,0002 beziehungsweise zwei Pips trotz positivem Delta. Die aggregierten Zeilen allein liefern diese zeitliche Reihenfolge nicht. Ebenso sind 260 Kontrakte keine 260 Käufer und +30% keine 30-prozentige Wahrscheinlichkeit eines Anstiegs.
Ein getrenntes vollständiges Modell ergänzt zu diesen bekannten Mengen 160 Kontrakte unbekannter Seite. Gesamtmenge: 560. Alle unbekannten Mengen dem Bid zuweisen ergibt Delta −40 beziehungsweise −7,14%; eine Aufteilung 80/80 ergibt +120 beziehungsweise +21,43%; alles zum Ask ergibt +280 beziehungsweise +50%. Diese Grenzen sind arithmetisch, keine Konfidenzintervalle.
Mindestens 90 der 160 unbekannten Einheiten müssten zum Ask gehören, um den gewählten 25%-Filter zu bestehen.
- Alles zum Bid
- −7,14% – Delta −40.
- 80 zum Ask, 80 zum Bid
- +21,43% – Delta +120.
- Alles zum Ask
- +50% – Delta +280.
- 89 zum Ask
- +24,64% – Delta +138; Filter scheitert.
- 90 zum Ask
- +25% – Delta +140; Filter besteht.
Gehen x der unbekannten Kontrakte zum Ask, gilt Delta = 2x − 40. Ein frei gewählter Lehrschwellenwert von +25% verlangt mindestens 140 Delta, also x ≥ 90. Das sind mindestens 56,25% der unbekannten Menge. Neue Sensitivitätsprüfung: x = 89 liefert 138/560 = 24,64% und verfehlt den Schwellenwert; x = 90 liefert exakt 25%. Eine einzige anders klassifizierte Einheit entscheidet hier über den Filter, ohne die bekannten Transaktionen zu verändern.
Bar-Delta und kumuliertes Delta bleiben getrennt. Ein Startwert −200 plus Bar-Delta +120 ergibt −80. Ein Reset unmittelbar vor derselben Bar ergibt +120. Sierra Chart dokumentiert die Abhängigkeit von Historienbeginn, Sessionreset und historischem Bid/Ask-Volumen. Fehlende Daten beweisen keine ausgebliebene Marktaktivität. Bewahre Originalzeit und eindeutigen Zeitpunkt; Europe/Berlin kann die Anzeige lokalisieren, ersetzt aber weder Sessiondefinition noch Datenempfang.
Absorption als prüfbare Hypothese
Ein weiteres hypothetisches Beispiel setzt einen Rückgang von 1,0900 auf 1,0875 voraus. Danach liegen Fünf-Minuten-Spannen zwischen 1,0873 und 1,0878, bei negativ klassifiziertem Delta. Begrenzter weiterer Rückgang trotz ausgeführter Verkäufe kann eine Hypothese über Aufnahme auf der Käuferseite begründen. Ein Footprint identifiziert jedoch weder Eigentümer noch eine angeblich dicke wartende Limitschicht. Dafür wären zusätzliche Orderbuchdaten und genaue Prüfkriterien erforderlich.
Ein kurzer Bruch mit Rückkehr beweist weder Stop Hunting noch institutionelle Absicht. Auch ein zuvor haltendes Niveau kann brechen. Trenne Beobachtung, Erklärungshypothese und handelbare Regel; ergänze für Letztere Einstieg, Ausstieg, Menge, Kosten und Ausführungsannahmen. Der Artikel zu Smart Money Concepts führt diese Trennung weiter.
Drei ausführbare Schritte
- Rechne beide vollständigen Modelle nach. Summiere die vier Preiszeilen und kombiniere anschließend Perioden A und B. Protokolliere Einheiten, Gesamtmenge, Delta und gewichteten Prozentwert. Rechne unbekannte Seiten einschließlich x = 89 und 90 gesondert; ersetze sie nicht stillschweigend durch null.
- Prüfe einen vorab definierten Filter. Der Lehrfilter verlangt Volumen ≥ 300, relatives Delta ≥ 25% und Close > Open. Im ersten Vier-Zeilen-Modell bestehen die ersten beiden Bedingungen, die letzte scheitert. Die Kerze wird abgelehnt. Um 10:03 sind ihre finalen 10:05-Werte noch nicht verfügbar. Speichere Ereigniszeit, Empfangszeit und jeden einzelnen Bedingungswert.
- Dokumentiere die Datengrenzen vor einem Handelstest. Notiere Symbol und Kontrakt, Quelle, Klassifikation, Filter, Aggregation, Session und fehlende Datensätze. Vergleiche kumulierte Werte erst bei gleichem Start und Reset. Ergänze danach Ordertyp, Warteschlangenannahme, Teilfüllungen, Ausstiege, Gebühren und EUR-Konversion. Prüfe aktuelle Datenrechte und Preise des konkreten Anbieters; das Lesen eines Footprints belegt noch keinen profitablen Ansatz.
Prüfe dein Verständnis
Etwa 2 Minuten Übung.
Antwort und Erklärung anzeigen
Ask 110 minus Bid 190 ergibt −80; geteilt durch Gesamtmenge 300.
Weitere Fragen
Zeigt der Footprint das ganze Spot-Orderbuch?
Nein. Er fasst gelieferte Ausführungen eines bestimmten Feeds zusammen und kann ohne vollständige Markttiefendaten entstehen. Spot-Forex ist auf mehrere Handelswege verteilt. Eine OTC-Tiefenanzeige kann Brokerquotes oder konfigurierte Preisstufen enthalten. Kläre deshalb Instrument, Platz, Quelle und Umfang; Daten eines Währungsfutures sind ein weiteres Instrument, kein vollständiger Spot-Datensatz.
Kann eine Kerze bei positivem Delta fallen?
Ja. Im vollständigen Modell sind Ask 260 und Bid 140 Kontrakte ausgeführt, also Delta +120 und relatives Delta +30%. Der gesondert vorgegebene erste Trade liegt bei 1,1002, der letzte bei 1,1000. Die Kerze fällt dennoch. Menge und zeitlicher Preisverlauf sind verschiedene Informationen; aggregierte Preiszeilen legen die Reihenfolge nicht vollständig fest.
Wie gehst du mit unbekannter Klassifikation um?
Weise sie ausdrücklich aus. Ergänzen 160 unbekannte Kontrakte die bekannten Ask 260 und Bid 140, beträgt die Gesamtmenge 560. Vollständige Zuordnung zum Bid oder Ask ergibt relative Grenzen −7,14% und +50%. Für einen angenommenen 25%-Filter müssten mindestens 90 unbekannte Kontrakte zum Ask gehören. Das ist eine Rechengrenze, keine statistische Sicherheit.
Wie lässt sich Order Flow ohne Handel prüfen?
Reproduziere zunächst synthetische Summen, Gewichtung und Resetfälle. Dokumentiere danach für einen konkreten Feed Ereignistypen, Klassifikation, Zeitfenster, Datenempfang und Lücken. Ein späterer Handelstest braucht zusätzlich Ein- und Ausstiege, Mengen, Teilfüllungen und Kosten in der Kontowährung. Prüfe aktuelle Anbieterpakete und Datenrechte separat; weder eine feste Lernzeit noch ein universeller Preis wird vorausgesetzt.
Quellen und Nachvollziehbarkeit
- Sierra Chart: Numbers Bars
Unterscheidung von Ausführungsmenge und Tradeanzahl, Ask/Bid-Klassifikation und fehlende Abhängigkeit von vollständiger Markttiefe.
- Sierra Chart: Cumulative Delta Bars — Volume
Kumulierte Ask-minus-Bid-Menge, Historienbeginn, Sessionreset und erforderliches historisches Bid/Ask-Volumen; keine Anbieterüberlegenheit übernommen.
- BIS: FX execution landscape, Erhebung April 2025
Direkte Dealerwege, unterschiedliche CLOB- und Quoteprotokolle sowie Internalisierung; historische Erhebung ohne Aussage über einzelne Retailbroker.
- MetaTrader 5: Depth of Market
Unterscheidung zwischen Börsentiefe und OTC-Anzeigen mit Brokerquotes beziehungsweise Preisleiter.
- CME: Japanese Yen Futures — Contract Specs
Konkrete Notierung des Kontrakts 6J in US-Dollar je JPY; keine Gleichsetzung von Futures- und Spotkurs.
Rechenfälle sind ausdrücklich angenommene Beispiele. Sie ersetzen weder aktuelle Marktdaten noch die Spezifikation deines Anbieters.
