Forex als OTC-Markt — was das für den Retail-Anleger bedeutet

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Risikohinweis · YMYL Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel am Forex-Markt birgt ein hohes Risiko des Kapitalverlusts — die ESMA berichtet, dass zwischen 74 % und 89 % der Privatanlegerkonten Verluste erleiden.

Wer eine Aktie an einer Börse kauft, schickt seine Order an einen zentralen Orderbuch — dort trifft sie auf das Angebot eines anderen Anlegers, und eine Clearingstelle garantiert die Abwicklung. Der Devisenmarkt funktioniert grundlegend anders, und das ist das Erste, was ich erkläre, wenn jemand fragt, an welcher Börse EUR/USD gehandelt wird. Die Antwort lautet: an keiner. Der Währungsmarkt ist außerbörslich — kurz OTC, von „over-the-counter" — und obwohl die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) den täglichen Umsatz mit 7,5 Billionen Dollar beziffert, gibt es weder eine zentrale Börse noch einen einzigen „wahren" Kurs.

Was ein OTC-Markt wirklich bedeutet

Das Kürzel OTC steht für „over-the-counter" und geht auf die 1920er-Jahre zurück, als Aktien von Unternehmen, die nicht an der New Yorker Börse notiert waren, buchstäblich über den Tresen von Händlerbüros gehandelt wurden. Die Tresen sind verschwunden, die Mechanik ist geblieben: Zwei Parteien schließen direkt einen Vertrag miteinander — ohne zentrale Institution dazwischen und ohne ein gemeinsames Handelssystem, in dem alle Geschäfte für alle sichtbar wären. Der Devisenmarkt ist ein dezentrales Netzwerk, in dem Banken, Fonds, Konzerne und Broker über elektronische Plattformen miteinander verbunden sind und sich gegenseitig Kurse stellen.

Ich beobachte diesen Markt seit 2007, und dieser Unterschied ist die am meisten unterschätzte Tatsache für Einsteiger. An einer Börse gibt es einen Kurs, sichtbar für alle. Im Devisenmarkt stellt jeder Liquiditätsanbieter seinen eigenen, und dein Broker mischt diese Ströme zu dem Kurs zusammen, den du auf der Plattform siehst. Mehr zu den Grundlagen des Forex-Handels findest du im gleichnamigen Themenbereich.

Der Devisenmarkt in Zahlen · Quelle: BIS Triennial Survey 2022
Täglicher globaler Umsatz7,5 Billionen Dollar
Wichtigste HandelszentrenLondon 38 Prozent, New York 19 Prozent, Singapur 9 Prozent
Größte Interbank-DealerJPMorgan, Deutsche Bank, Citi, UBS (Euromoney FX Survey)
Gibt es einen einzigen EUR/USD-Kurs?Nein — jeder Anbieter stellt seinen eigenen

Die Teilnehmerhierarchie: vom Interbank-Markt bis zu deinem Konto

Der Devisenmarkt hat die Form einer Pyramide — und es lohnt sich zu wissen, auf welchem Stockwerk du stehst, denn das bestimmt den Kurs, den du bekommst. An der Spitze befindet sich der Interbank-Markt (Interbankenmarkt), auf dem die zehn bis zwölf größten Banken der Welt direkt miteinander handeln — über die spezialisierten Plattformen EBS und Refinitiv (ehemals Reuters Dealing). Diese Banken, sogenannte Tier-1-Dealer, stellen sich gegenseitig die engsten Spreads der Welt und setzen damit das, was einem „Großhandelskurs" am nächsten kommt.

Ein Stockwerk tiefer sitzen die Prime Broker — große Banken, die ihren Interbank-Zugang an kleinere Marktteilnehmer verleihen: Hedgefonds, kleinere Banken, Hochfrequenzhändler. Noch darunter kommen die Market Maker und ECN-Netzwerke, die diese Ströme bündeln und weiterleiten. Am untersten Ende der Pyramide steht der Retail-Broker — und erst hinter ihm stehst du. Je weiter unten du in dieser Struktur angesiedelt bist, desto breiter ist der Spread und desto weiter weg vom „Großhandelskurs", weil jede Ebene ihre eigene Marge hinzufügt. Die Rolle der wichtigsten Marktteilnehmer im Devisenhandel behandle ich ausführlich im dazugehörigen Themenbereich.

Liquiditätsaggregation und der fehlende Einheitskurs

Retail-Anleger haben so gut wie nie direkten Zugang zum Interbank-Markt — ein einzelnes Geschäft über fünfzigtausend Euro ist für eine Dealer-Bank zu klein. Zwischen deinem Klick und dem Großmarkt sitzt deshalb ein Mechanismus namens Liquiditätsaggregation: Der Broker verbindet sich mit einem Dutzend Anbietern, sammelt deren Kurse in Echtzeit und baut daraus sein eigenes Bid und Ask — zuzüglich seiner Marge. Konkret: Du klickst auf „Kaufen zum Marktpreis", der Aggregator liefert mehrere Angebote zurück (etwa Deutsche Bank bei 1.08515, JPMorgan bei 1.08512, UBS bei 1.08511), der Broker wählt das günstigste, schlägt seine Marge auf — und deine Plattform zeigt eine Ausführung bei 1.08516, alles in Bruchteilen einer Sekunde.

Da jeder Broker seinen Kurs aus seiner eigenen Anbieter-Auswahl zusammenbaut, gibt es keinen einheitlichen verbindlichen Kurs. Dasselbe EUR/USD kann im selben Moment zwischen zwei Brokern um ein oder zwei Zehntel eines Pip voneinander abweichen — Anleger beim einen Broker sehen einen anderen Ask als beim anderen, und beide haben Recht, weil keiner den „Markt" sieht, sondern nur den privaten Datenstrom seines eigenen Brokers. Die Zahl der aktiven Anbieter erklärt auch, warum sich der Spread verschiebt: In der Überlappungszeit der Londoner und New Yorker Session konkurrieren viele, und die Spreads fallen auf Bruchteile eines Pip; mitten in der Nacht bleiben nur wenige übrig, und der Spread weitet sich. Mehr zu den Grundlagen von Spreads und deren Auswirkung auf die Transaktionskosten findest du in den Forex-Konzepten.

Kein zentrales Clearing — das Kontrahentenrisiko

Der tiefste Unterschied zwischen einer Börse und einem OTC-Markt liegt nicht im Kurs, sondern darin, wer auf der anderen Seite deines Handels steht. Wenn du Aktien an einer Börse kaufst, ist dein Gegenüber ein anderer Anleger, und eine Clearingstelle garantiert die Abwicklung — selbst wenn die Gegenseite zahlungsunfähig wird. Im Devisenmarkt gibt es diese Clearingstelle nicht: Jedes Geschäft ist ein bilateraler Vertrag, bei dem das Risiko eines Ausfalls der Gegenseite von den Parteien selbst getragen wird — von der Interbank-Ebene bis hinunter zu deinem Konto. Am unteren Ende der Kette hast du einen konkreten Kontrahenten: deinen Broker, der sich verpflichtet, die Kursdifferenz mit dir zu verrechnen, auch wenn es auf der anderen Seite gar keinen anderen Anleger gibt.

Was das in der Praxis bedeutet, zeigte die Aufhebung des Franken-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank im Januar 2015: Mehrere Broker gingen innerhalb weniger Stunden insolvent, weil die Verluste der Kunden das Eigenkapital der Firmen überstiegen — und keine Clearingstelle hinter den zahlungsunfähigen Konten stand.

„Finanzmärkte sind keine sich selbst stabilisierenden Mechanismen. Kontrahentenrisiko und Ungewissheit darüber, wer letztlich den Verlust trägt, sind tief im Gefüge eines dezentralen Finanzsystems verankert." — Mervyn King, ehemaliger Gouverneur der Bank of England, The End of Alchemy, 2016

Regulierung statt Clearingstelle

Wenn es keine Clearingstelle gibt, was schützt dann den Retail-Anleger tatsächlich? Der Wendepunkt war 2018, als die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) ein Paket von Produktinterventionsmaßnahmen für Differenzkontrakte (CFD) einführte: ein Hebel-Cap von 1:30 für Hauptwährungspaare, eine Pflicht zum Schutz vor negativem Kontostand sowie die Anforderung, dass jeder Broker den Anteil der Retail-Kunden veröffentlicht, die Geld verlieren. Diese letzte Pflicht legte die Statistik schonungslos offen — bei in der EU regulierten Brokern liegt der Verlustanteil typischerweise zwischen 74 und 89 Prozent. In Deutschland setzt die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) diese ESMA-Vorgaben unmittelbar um. Die zweite Schutzschicht ist die Segregation der Kundengelder: Ein regulierter Broker hält dein Geld auf getrennt geführten Bankkonten, abgeschirmt vom eigenen Vermögen — damit fallen diese Mittel im Insolvenzfall nicht in die Insolvenzmasse.

Keine dieser Schichten garantiert jedoch die Ausführung einer bestimmten Order zu einem bestimmten Kurs: Wenn ein Liquiditätsanbieter seine Kursstellung im Moment einer Makro-Veröffentlichung zurückzieht, kann dein Stop Loss mehrere Pip tiefer ausgeführt werden — und das ist mit den Bedingungen des Brokers vereinbar.

OTC versus börsengehandelter Markt — ein ehrlicher Vergleich

Das außerbörsliche Modell hat echte Vorteile, und es ist kein Zufall, dass der Devisenmarkt nie an eine Börse gewandert ist: Der Handel läuft fünf Tage die Woche rund um die Uhr, die Liquidität bei den großen Paaren ist enorm, und der Wettbewerb vieler Anbieter drückt die Spreads auf Niveaus, von denen manche Börse nur träumen kann. Den Preis zahlst du in Form von Transparenz: An einer Terminbörse wie der CME gibt es einen für alle sichtbaren Kurs, zentrales Clearing und eine vollständige Handelshistorie; im OTC-Markt ist der Kurs privat, die Abwicklung bilateral, und dein Einblick in die andere Seite deiner Order ist nur so gut, wie es dein Broker zulässt. Das macht Forex nicht zu einem schlechteren Markt — nur zu einem anderen.

Was jetzt zu tun ist

Aus der OTC-Struktur des Devisenmarkts folgen drei konkrete Entscheidungen, die es sich lohnt, bewusst zu treffen.

  1. Kläre vor der ersten Einzahlung, wer dein Kontrahent ist. In den Vertragsbedingungen deines Brokers — üblicherweise in der Orderausführungsrichtlinie — steht, ob er als Market Maker (nimmt selbst die Gegenseite deiner Order ein) oder nach dem ECN/STP-Modell (leitet deine Order an Liquiditätsanbieter weiter) handelt. Dieser Unterschied wirkt sich direkt auf die Kosten und das Interessenkonfliktrisiko aus. Informiere dich außerdem auf der öffentlichen Warnliste deines nationalen Regulierers, bevor du ein Konto eröffnest — die BaFin und ESMA pflegen diese Listen kostenlos zugänglich. Einen systematischen Überblick über regulierte Broker und Auswahlkriterien bietet der Themenbereich Broker wählen.
  2. Betrachte Regulierung als notwendige Bedingung, nicht als hinreichende. Ein Broker, der von der BaFin, der zyprischen CySEC oder der britischen FCA beaufsichtigt wird, bietet dir einen Basisschutz, den Offshore-Broker nicht gewähren: Hebel-Cap, Schutz vor negativem Kontostand und Einlagensicherung. Offshore-Registrierungen — etwa auf den Seychellen oder in Vanuatu — unterliegen keinen vergleichbaren Vorschriften; die höheren Hebel, die diese Broker bewerben, spiegeln das erhöhte Risiko wider, das der Anleger eingeht.
  3. Plane deinen Handel rund um Stunden hoher Liquidität. Spreads in der Asien-Session, bei der Wiedereröffnung am Sonntag und rund um makroökonomische Veröffentlichungen sind ein Vielfaches breiter als während der Überlappung der Londoner und New Yorker Session — eine Strategie, die um 15 Uhr funktioniert, kann um 3 Uhr morgens durch die Marktstruktur allein unrentabel werden. Verstehe die Handelszeiten und ihre Auswirkung auf Liquidität und Spread, bevor du mit echtem Geld handelst. Den Einstieg dazu bietet der Themenbereich Forex-Konzepte.

Du kannst den OTC-Markt nicht verändern — du kannst nur lernen, ihn zu navigieren. Das Verständnis seiner Struktur gibt dir mehr als ein weiterer technischer Indikator: Es ermöglicht dir, einen guten Broker zu wählen, und lässt dich nie mehr annehmen, dass der Kurs auf deinem Bildschirm identisch mit dem eines anderen Traders ist. Da jeder Spot-Handel mit einer T+2-Verzögerung abgewickelt wird, ist der Rollover-Mechanismus eine direkte Konsequenz der OTC-Struktur. Und weil die Liquidität auf diesem Markt verstreut und wenig transparent ist, stellt sich die Frage nach Dark Pools im Devisenhandel ganz natürlich als Erweiterung derselben Logik.

Jarosław Wasiński
Über den Autor

Jarosław Wasiński

Chefredakteur bei MyBank.pl · Finanz- und Marktanalyst

Unabhängiger Analyst und Praktiker mit über 20 Jahren Erfahrung im Finanzsektor. Gründer und Chefredakteur des Portals MyBank.pl, aktiv seit 2004. Fundamentalanalyse der Devisen- und Makromärkte seit 2007. Schreibt aus europäischer Marktperspektive im regulatorischen Rahmen von ESMA und BaFin.

Quellen und Literatur

  1. Bank for International Settlements (BIS) Triennial Central Bank Survey of Foreign Exchange and OTC Derivatives Markets 2022 · Oficjalna statystyka struktury rynku FX — dzienny obrót 7,5 bln USD, koncentracja obrotu w Londynie i Nowym Jorku, charakter pozagiełdowy rynku. www.bis.org ↗
  2. European Securities and Markets Authority (ESMA) Product intervention measures on contracts for differences (CFDs) · Decyzje produktowe ESMA z 2018 roku — cap dźwigni 1:30 dla par głównych, obowiązkowa ochrona przed ujemnym saldem, obowiązek publikowania odsetka tracących klientów. www.esma.europa.eu ↗
  3. Komisja Nadzoru Finansowego (KNF) Komunikat KNF dotyczący działań ESMA wobec rynku CFD · Polski nadzór nad brokerami CFD/Forex i implementacja decyzji produktowych ESMA w Polsce. www.knf.gov.pl ↗
  4. CME Group FX Futures and Options — centrally cleared currency contracts · Opis giełdowego, centralnie rozliczanego rynku walutowych kontraktów terminowych — punkt odniesienia dla porównania OTC kontra exchange-traded. www.cmegroup.com ↗

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet es, dass Forex ein OTC-Markt ist?

OTC steht für „over-the-counter" und bedeutet bilateralen Handel — zwei Parteien, die direkt miteinander handeln, ohne eine zentrale Börse wie die New Yorker NYSE zu durchlaufen. Jede Devisentransaktion ist ein bilateraler Vertrag: Eine Bank verkauft einer anderen Bank Euro zu einem ausgehandelten Kurs, und ein Retail-Broker verkauft seinem Kunden Euro zu dem Kurs, den er selbst auf seiner Plattform stellt. Es gibt keinen einzigen „wahren" EUR/USD-Kurs — wohl aber eine sehr enge Spanne, in der verschiedene Liquiditätsanbieter dasselbe Paar quotieren, typischerweise innerhalb von ein bis drei Zehntel eines Pip. Die zwei Konsequenzen, die für den Retail-Anleger am meisten zählen: Dein Broker ist dein Kontrahent, kein Durchleitungspunkt zu einer Börse — und es gibt keine Clearingstelle, die deine Ausführung garantiert, wenn der Broker kollabiert. Die Sicherheit der Kundengelder gewährleistet stattdessen die Regulierung — ESMA auf Ebene der Europäischen Union.

Wie sieht die Hierarchie der Devisenmarkt-Teilnehmer aus?

Der Devisenmarkt hat die Form einer Pyramide. An der Spitze befindet sich der Interbank-Markt, auf dem die zehn bis zwölf größten Banken der Welt — darunter JPMorgan, Deutsche Bank, Citi und UBS — über die Plattformen EBS und Refinitiv direkt miteinander handeln und sich gegenseitig die engsten Spreads der Welt stellen. Ein Stockwerk tiefer agieren die Prime Broker: Banken, die ihren Interbank-Zugang an kleinere Marktteilnehmer wie Hedgefonds, kleinere Banken und Hochfrequenzhändler verleihen. Noch weiter unten kommen Market Maker und ECN-Netzwerke, die Liquiditätsströme bündeln und weiterleiten. Am untersten Ende der Pyramide steht der Retail-Broker — und erst hinter ihm stehst du als Anleger. Je weiter unten in dieser Struktur, desto breiter der Spread und desto weiter weg vom „Großhandelskurs", weil jede Ebene ihre eigene Marge für die Weitergabe der Liquidität nach unten aufschlägt.

Warum weicht derselbe EUR/USD-Kurs bei zwei Brokern um einen halben Pip voneinander ab?

Weil jeder Broker seinen eigenen Kurs durch Aggregation der Quotierungen seiner Liquiditätsanbieter bildet. Deutsche Bank kann EUR/USD bei 1.0850 stellen, JPMorgan bei 1.08505 und UBS bei 1.08495 — reale Abweichungen von rund einem Zehntel eines Pip, die jeder Broker zu seinem eigenen Bid und Ask zusammenmischt. Dazu schlägt der Broker seine eigene Marge auf, typischerweise zwei Zehntel bis eineinhalb Pip, je nach Kontotyp und Tageszeit. Während der Überlappung der Londoner und New Yorker Session sind die Spreads am engsten, weil viele Banken um Liquidität konkurrieren; in der Asien-Session und an Wochenenden weiten sie sich. Die praktische Schlussfolgerung: Es gibt keinen „einzigen wahren" EUR/USD-Kurs, und Broker allein anhand des beworbenen Rohspreads zu vergleichen — ohne Provision und Slippage zu berücksichtigen — führt in die Irre. Die realen Transaktionskosten sind der Spread plus die Provision plus jede Kursveränderung zum Zeitpunkt der Ausführung.

Was schützt mich als Kunden auf dem OTC-Markt, wenn es keine Börse gibt?

Drei Schutzschichten, in absteigender Reihenfolge nach Bedeutung. Erstens: Regulierung — in der Europäischen Union legt ESMA über MiFID II und die Produktinterventionsentscheidungen von 2018 die Regeln fest: ein Hebel-Cap von 1:30 für Hauptwährungspaare, Pflichtschutz vor negativem Kontostand und die Anforderung, den Anteil der Kunden mit Verlusten zu veröffentlichen — der bei in der EU regulierten Brokern typischerweise zwischen 74 und 89 Prozent liegt. Zweitens: Segregation der Kundengelder — jeder regulierte Broker muss das Geld seiner Kunden auf separaten Bankkonten halten, abgeschirmt von seinem eigenen Vermögen, damit diese Mittel im Insolvenzfall nicht in die Insolvenzmasse fallen. Drittens: Anlegerentschädigungssysteme, die je nach Land unterschiedlich ausgestaltet sind. Was diese Konstruktion nicht bietet: Es gibt keine Clearingstelle, die die Ausführung einer bestimmten Order zu einem bestimmten Kurs garantiert. Zieht ein Liquiditätsanbieter seine Kursstellung in dem Moment zurück, in dem eine Makro-Veröffentlichung herauskommt, kann dein Stop Loss mehrere Pip tiefer ausgeführt werden — und das ist mit den Bedingungen des Brokers vereinbar.

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