In diesem Artikel
Nach diesem Artikel kannst du …
- Spread und separat gebuchte Provision richtig verrechnen.
- Kosten je Trade mit dem zugehörigen Volumen gewichten.
- Mindestprovisionsschwelle und Gesamtkostengleichheit unterscheiden.
- USD-Kosten inklusive Konversionsgebühr in EUR ausdrücken.
Begriffe direkt erklärt
Spread Provision Pip Nominalbetrag Geldkurs und Briefkurs (Bid/Ask) Swap (Übernachtfinanzierung)Ein kompletter Trade kostet mehr als seine beworbene Pip-Zahl. Für einen Tarifvergleich rechnest du Spread und Provision in Geld um. Für einen abgeschlossenen Trade beginnst du dagegen mit den echten Fills und den gebuchten Gebühren. Diese zwei Rechnungen beantworten unterschiedliche Fragen und sollten nicht vermischt werden.
Welche Kosten stecken bereits im Kurs?
Spread ist die gleichzeitige Ask-Bid-Differenz. Kaufst du tatsächlich 10.000 EUR bei 1,1002 und verkaufst sie bei 1,1010, ergibt sich 8 USD Kursgewinn. In dieser Differenz stecken die tatsächlich verwendeten Kursseiten. Ein zusätzlicher pauschaler Spread-Abzug wäre falsch. Dasselbe gilt für Slippage, wenn die tatsächlichen Fills bereits statt der gewünschten Preise in der Rechnung stehen.
Bei einem vorausschauenden Midpreis-Modell kannst du die Preiswirkungen hingegen getrennt schätzen. Dafür braucht es angenommene Spreads bei Einstieg und Ausstieg, Volumen und Ausführung. Ein voller Spread als Round-Turn-Kosten gilt im einfachen Modell mit unverändertem Midpreis und identischen Spannen. Bei unterschiedlichen Spannen kombinierst du ihre beiden Hälften. Feste und variable Spreads erläutert diese Grundlage.
Was bedeutet eine Provision „pro Seite“?
Eine Seite ist eine Operation: Öffnen oder Schließen. Ein fiktiver Satz von 3,50 USD je Standardlot und Seite ergibt bei 0,10 Lot insgesamt 0,70 USD für einen vollständigen Round Turn. Prüfe Mindestbetrag, Rundung und Währung. Die Provision kann direkt gebucht, zunächst aufgelaufen oder später als Sammelbetrag belastet werden. Das beeinflusst die Abrechnung, nicht die Notwendigkeit, beide Seiten zu berücksichtigen.
Eigenes Modell für ein EUR-Konto: Der Round Turn kostet 0,90 USD einschließlich modelliertem Spread und Provision. Bei fest angenommener Umrechnung 1,1000 USD je EUR entspricht das 0,82 EUR vor Konversionsgebühren. Eine weitere EUR-Gebühr von 0,10 erhöht den Gesamtbetrag auf 0,92 EUR. Preis- und Geldwährung gehören ausdrücklich in die Tabelle.
Was sagen Market Maker und ECN über den Preis?
Die Preisstruktur beantwortet, was berechnet wird. Die rechtliche Gegenpartei beantwortet, mit wem du den Vertrag abschließt. Externe Absicherung beantwortet, wie der Anbieter sein Risiko steuert. Ein Market Maker kann Kundenrisiken teilweise oder vollständig extern absichern. Ein ECN- oder STP-Label beweist weder konfliktfreie Ausführung noch, dass die Anbieterfirma bei deinem Vertrag keine Gegenpartei ist.
Wie vergleichst du vollständige Tarife?
Verwende dasselbe Symbol, dieselbe Menge, passende Quote-Zeiten und dieselbe Haltedauer. Addiere alle separat anfallenden Provisionen, Finanzierung und Umrechnungskosten. Gebühren für Einzahlungen, Auszahlungen oder Inaktivität werden berücksichtigt, sofern sie nach den konkreten Bedingungen anfallen. Ein undatierter Standardbetrag ersetzt keine Tarifprüfung. Die MT5-Spezifikation erklärt wichtige Einheiten und Buchungsmodi.
Warum täuscht derselbe Durchschnittsspread?
Eigenes hypothetisches Beispiel mit zwei EUR/USD-Round-Turns: Eine kleine Menge hat Pip-Wert 1 USD, eine größere 4 USD. Fall A kombiniert 1,6 Pips mit der kleinen und 0,4 Pip mit der großen Menge: 1,60 + 1,60 = 3,20 USD. Fall B kombiniert 0,4 Pip mit der kleinen und 1,6 Pips mit der großen Menge: 0,40 + 6,40 = 6,80 USD.
Spreads müssen mit der jeweils zugehörigen Menge gewichtet werden.
- Fall A: kleine Menge
- 1,6 × 1 = 1,60 USD – Größere Spanne bei kleiner Menge
- Fall A: große Menge
- 0,4 × 4 = 1,60 USD – Gesamt 3,20 USD
- Fall B: kleine Menge
- 0,4 × 1 = 0,40 USD – Kleinere Spanne bei kleiner Menge
- Fall B: große Menge
- 1,6 × 4 = 6,40 USD – Gesamt 6,80 USD
Beide ungewichteten Spread-Durchschnitte betragen einen Pip. Trotzdem unterscheiden sich die Geldkosten um 3,60 USD. Unterstellt werden jeweils unveränderter Midpreis, gleicher Ein-/Ausstiegsspread und keine weiteren Kosten. Für eine belastbare Historie bleibt jeder Spread mit seiner eigenen Menge verknüpft. Erst dann summierst du die Geldbeträge in einer gemeinsamen Währung.
Wann verändert eine Mindestprovision das Ergebnis?
Fiktiver EUR/USD-Tarif A kostet 12 USD × Lotzahl L. B kostet 2 USD × L plus zweimal das Maximum aus 3,50 USD × L und 0,10 USD je Seite. Bei 0,01 Lot ergeben sich A 0,12 und B 0,22 USD. Bei 0,02 Lot sind es jeweils 0,24 USD. Bei 0,03 Lot kostet A 0,36 und B 0,27 USD. Der engere Spread ist bei kleinster Menge teurer.
Die Provisionsuntergrenze bindet bis ungefähr 0,02857 Lot, weil 0,10 / 3,50 diese Menge ergibt. Die Gleichheitsstelle der Gesamtkosten liegt dagegen bei 0,02 Lot. Das sind zwei unterschiedliche Schwellen. Volumenschritte und Gebührenrundung können im echten Vertrag verhindern, dass die rechnerische Gleichheitsmenge überhaupt als Ordergröße angeboten wird.
Was gehört bei längerer Haltedauer hinzu?
Swap beziehungsweise Finanzierung wird mit Richtung, Satz, Einheit und tatsächlichem Kalender berechnet. Ein günstiger Einstieg kann durch spätere Belastungen übertroffen werden. Häufige oder seltene Trades legen deshalb keinen Gewinner fest. Vergleiche zusätzlich Slippage, ungefüllte Mengen und Einschränkungen; ein niedriger Modellpreis garantiert keine erfolgreiche Strategie.
Wie prüfst du deinen Kontoauszug?
Ordne jedem Deal tatsächliche Menge, Fill, Position und Währung zu. Trenne Kurs-P/L, gebuchte Gebühren und Cashflows. Prüfe, ob das Exportfeld bereits netto ist. Einzahlungen erhöhen das Guthaben, sind aber kein Tradinggewinn. Die Dokumentation zu Deals und Historie hilft, mehrere Ausführungen einem Auftrag zuzuordnen.
Welche Rechnung ist vor dem Vergleich sinnvoll?
- Rechne zuerst einen vollständigen Trade bei deiner realistischen Menge nach.
- Prüfe danach eine kleinere Menge, weil Mindestgebühren dort stärker wirken.
- Wiederhole die Rechnung für die vorgesehene Haltedauer. Speichere Annahmen und Tarifdatum gemeinsam. Ein Unterschied von wenigen Cent ist eine konkrete Kostenangabe; er rechtfertigt keine größere Position oder eine unbelegte jährliche Sparprognose.
Prüfe dein Verständnis
Etwa 2 Minuten Übung.
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Richtig: 0,50 USD + 4,50 USD = 5 USD.
Weitere Fragen
Ist „null Provision“ gleichbedeutend mit kostenlos?
Nein. Der Spread kann weiterhin Kosten erzeugen, und Finanzierung oder Konversion können separat anfallen. Prüfe den konkreten Vertrag, das Symbol und die Haltedauer. Bei einem bereits aus echten Fills berechneten Kurs-P/L ist der Spread enthalten. Nur die noch nicht berücksichtigten Gebühren werden ergänzt; dieselbe Belastung wird nicht zweimal abgezogen.
Wie kann ein engerer Spread bei kleinen Orders verlieren?
Eine Mindestprovision sinkt nicht zwingend proportional zur Menge. Im fiktiven 0,01-Lot-Beispiel kostet A 0,12 USD, B mit engerem Spread und Mindestgebühr 0,22 USD. Bei anderer Menge kann sich das umkehren. Rechne deshalb mit dem Gebührenminimum je Operation und den erlaubten Volumenschritten, statt einfach den Standardlotpreis zu skalieren.
Reicht der Durchschnittsspread für die Abrechnung?
Ein ungewichteter Durchschnitt kennt nicht die zugehörige Handelsmenge. Im Zwei-Trade-Modell ergibt derselbe Ein-Pip-Durchschnitt entweder 3,20 oder 6,80 USD, je nachdem, bei welchem Spread die größere Position handelt. Summiere zuerst Spread mal jeweiligen Pip-Wert. Für abgeschlossene Trades verwendest du stattdessen tatsächliche Fills und separat gebuchte Kosten.
Welche Konversion brauche ich beim EUR-Konto?
Stelle zuerst fest, in welcher Währung Kurs-P/L und Gebühren entstehen. Rechne jeden Betrag mit der vom Anbieter tatsächlich angewandten Methode in EUR um und ergänze gegebenenfalls Konversionskosten. Ein illustrativer gemeinsamer Wechselkurs eignet sich für einen Modellvergleich, belegt aber nicht den gebuchten Betrag. Unterschiedliche Buchungszeiten können unterschiedliche Kurse verwenden.
Quellen und Nachvollziehbarkeit
- MetaQuotes: Marktübersicht und Symbolspezifikation
Kontraktgröße, Volumenschritte, Punktgröße, Swap-Modi und Provisionsbuchung werden durch die konkrete Spezifikation bestimmt.
- MetaQuotes: Handelsgeschäfte ausführen
Orderantworten, Positionsverwaltung, Teilglattstellung und Close By; gesendete Anweisung und abgeschlossene Ausführung unterscheiden.
- MetaQuotes: Grundprinzipien des Handels
OTC-FX-Kursseiten, Orders, Netting/Hedging, Stop-Bedingungen und lokales Trailing; produktspezifische Ausnahmen beachten.
Rechenfälle sind ausdrücklich angenommene Beispiele. Sie ersetzen weder aktuelle Marktdaten noch die Spezifikation deines Anbieters.
