SMA, EMA, WMA und HMA verarbeiten Preise nach unterschiedlichen Regeln. Gleiche Periodenzahlen bedeuten weder gleiche Gewichte noch gleiche Erinnerung. Dieser Leitfaden berechnet alle HMA-Stufen vollständig und erklärt, warum eine Durchschnittslinie oberhalb sämtlicher Eingabepreise liegen kann, ohne ein Rechenfehler oder eine Prognose zu sein.

Eine Serie, vier Konstruktionen

P[t] ist der zuletzt bekannte Preis einer abgeschlossenen gewöhnlichen Kerze, t−1 die vorherige. Alle Modelle verwenden rückwärts gerichtete Fenster. Keine späteren Preise gehen ein, und ein berechneter Wert wird nicht zu einem früheren Entscheidungszeitpunkt versetzt.

MethodeBerechnungZusätzlich festlegen
SMA(n)Summe der n Preise / nVollständiges Fenster, Preisquelle
EMA(n)αP[t] + (1−α)E[t−1], α=2/(n+1)Startzustand, Historie
WMA(n)Lineare Gewichte 1 bis n vom ältesten zum neuesten PreisRichtung, Divisor n(n+1)/2
HMA(n)WMA aus Q=2WMA(n/2)−WMA(n)Ganzzahlige Halb-/Wurzelperiode, vollständige Q-Fenster

SMA und WMA besitzen endliche Preisfenster. EMA trägt einen vorherigen Zustand weiter. HMA enthält eine Subtraktion und kann deshalb negative effektive Gewichte besitzen. Der SMA-/EMA-Einstieg erläutert die Initialisierung näher.

SMA und EMA: das neueste Gewicht genügt nicht

SMA20 gewichtet jeden enthaltenen Preis mit 1/20 = 5%. Konventionelle EMA20 gibt dem neuen Preis 2/21 ≈ 9,5238% und dem vorherigen Zustand 19/21. Seed und Historie bestimmen daher ebenfalls den Vergleich.

Ein getrenntes hypothetisches Beispiel setzt voraus, dass der neue Close sowohl 60 Pips über dem herausfallenden SMA-Preis als auch über der vorherigen EMA liegt. Dann steigt SMA20 um 60/20 = 3 Pips, EMA20 um 60 × 2/21 ≈ 5,7143 Pips. Das Ergebnis hängt von diesen gleichen Vergleichsbasen ab und beweist keine universell frühere Wende oder geringeren Verlust.

WMA mit endlichem linearem Fenster

Vier frei gewählte Closes vom ältesten zum neuesten sind [100; 100; 100; 110]. WMA4 = (100 + 2×100 + 3×100 + 4×110)/10 = 104; SMA4 = 410/4 = 102,5. Die Differenz entsteht durch Gewichte, ohne zusätzliche Zukunftsinformation.

Bei WMA20 ist die Gewichtssumme 210 und der neueste Koeffizient 20/210 = 2/21, identisch zu EMA20. Übrige Gewichte und Erinnerung unterscheiden sich dennoch. WMA liegt nicht für jeden Pfad zwischen SMA und EMA in einer allgemeinen Rangfolge der Reaktionsgeschwindigkeit.

Ein Impulsmodell beginnt mit früheren Preisen und EMA3 jeweils 100. Ein neuer Close 106 erzeugt sowohl WMA3 als auch EMA3 = 103, weil beide neuestes Gewicht 1/2 haben. Anschließend kommen drei Closes 100. WMA3 ergibt 102, 101 und 100; EMA3 dagegen 101,5, 100,75 und 100,375. Der Impuls fällt aus dem WMA-Fenster, während der EMA-Zustand ihn weiter abnehmend enthält.

Gleiche erste Reaktion, unterschiedliche ErinnerungWertekarten bei früheren Preisen und EMA3 jeweils 100. Neue Closes 106, 100, 100, 100; WMA3 verwendet lineare Gewichte 1,2,3 und EMA3 α=0,5.RECHEN- UND LERNBEISPIELNach 106WMA3 103 · EMA3 103Nach erstem 100WMA3 102 · EMA3 101,5Nach zweitem 100WMA3 101 · EMA3 100,75Nach drittem 100WMA3 100 · EMA3 100,375
Gleiche erste Reaktion, unterschiedliche Erinnerung. Wertekarten bei früheren Preisen und EMA3 jeweils 100. Neue Closes 106, 100, 100, 100; WMA3 verwendet lineare Gewichte 1,2,3 und EMA3 α=0,5.

Der WMA-Impuls verlässt das endliche Fenster; EMA behält einen abnehmenden Rest.

Nach 106
WMA3 103 · EMA3 103 – Gleiches neuestes Gewicht 1/2.
Nach erstem 100
WMA3 102 · EMA3 101,5 – Unterschiedliche weitere Gewichte.
Nach zweitem 100
WMA3 101 · EMA3 100,75 – EMA-Abweichung erneut halbiert.
Nach drittem 100
WMA3 100 · EMA3 100,375 – Endliches Fenster und rekursiver Zustand sind verschieden.

Nach der ersten Rückkehr ist WMA (100 + 2×106 + 3×100)/6 = 102, danach (106 + 2×100 + 3×100)/6 = 101. EMA halbiert ihre Abweichung 3 → 1,5 → 0,75 → 0,375. Gleiches erstes Ergebnis ist kein Beweis gleicher späterer Erinnerung.

HMA: zuerst Q, danach die letzte WMA

Alan Hull beschreibt Q[t] = 2WMA(n/2)[t] − WMA(n)[t], anschließend WMA von Q mit einer von √n abgeleiteten Periode. Ein einzelner Q-Wert ist noch keine finale HMA. Lege ganzzahlige Perioden und ausreichend frühere Q-Werte fest.

Wir wählen n = 4, sodass Halbperiode und Wurzelperiode exakt 2 sind. Die vollständigen sieben Modellpreise lauten [100; 100; 100; 100; 110; 110; 110]. Vollständige Fenster sind erforderlich: Q entsteht erstmals bei Bar 4, HMA4 erstmals bei Bar 5. Fehlende Historie wird nicht mit null ergänzt.

Bar / PreisWMA2 / WMA4QHMA4
4 / 100100 / 100100Nicht verfügbar: nur ein Q
5 / 110106,6667 / 104109,3333106,2222
6 / 110110 / 107113111,7778
7 / 110110 / 109111111,6667

Bei Bar 5 ist WMA2 = 320/3; Q[5] = 2×320/3 − 104 = 328/3. Der neuere Q-Wert trägt das größere Gewicht: HMA4[5] = (100 + 2×328/3)/3 = 956/9 ≈ 106,2222. Bei Bar 6 ergibt sich 1006/9 ≈ 111,7778, obwohl kein Eingabepreis über 110 liegt. Bei Bar 7 fällt die Linie auf 111,6667, obwohl Close unverändert 110 ist. Filterwende und Preiswende sind getrennte Ereignisse.

Periodenrundung definiert den Filter mit

StockCharts verwendet die nächste ganze Zahl: HMA11 hat Halbperiode 6 aus 5,5 und finale Periode 3 aus √11 ≈ 3,3166. Eine Abschneidekonvention ergäbe 5 und 3 und damit einen anderen Filter mit gleichem Label HMA11. Hulls schriftliche Formel enthält „Integer“; prüfe dessen Umsetzung im konkreten Programm, statt eine universelle Bedeutung anzunehmen.

Unser n=4-Modell vermeidet diesen Fall. Für andere n dokumentiere Mindestperioden, vollständige Fenster, Fehlwerte und Preisquelle. Vergleiche erst beide Preis-WMAs, danach Q und die finale Glättung.

Negative Gewichte erklären das Überschwingen

Die algebraische Expansion unseres HMA4-Filters ergibt vom neuesten zum ältesten Preis die Gewichte 28/45, 5/9, −1/90, −2/15 und −1/30. Sie summieren sich zu 1; drei sind negativ. Fünf Preise 100 ergeben daher HMA 100. Erhöhe nur P[t−3] auf 110: Die Ausgabe sinkt um 10×(−2/15) auf 98⅔. SMA5 derselben Preise steigt dagegen auf 102.

Gewichtssumme 1 reproduziert eine konstante Serie, garantiert aber weder einen Wert innerhalb der Eingabespanne noch einen steigenden Output bei Erhöhung jedes einzelnen Inputs. Die Gewichte sind eine Expansion unseres definierten Filters, keine beobachteten Marktresultate.

Zusätzliche EUR/USD-Einheitenprüfung: Transformiere mit P′=1,09+0,0001P. Der Sieben-Preis-Pfad beginnt dann viermal bei 1,1000 und endet dreimal bei 1,1010. Die HMA von Bar 6 ist 1,10117778, also 1,7778 Pips über allen Eingabepreisen bei Pip 0,0001. Beim getrennten älteren 110er-Input entsteht HMA 1,09986667, während SMA5 1,1002 beträgt. Das sind berechnete Linienwerte, keine dort verfügbaren Quotes oder Orderfills; ein EUR-Konto verändert den Filter nicht.

Periodenzahl und Linienbeziehung sind keine Strategie

SMA200 auf M5 enthält bei vollständigen Bars 1 000 repräsentierte Minuten, also 16 Stunden 40 Minuten. Handelspausen können die Kalenderdauer verlängern. Auf D1 sind es 200 Tagesbeobachtungen. Die Zahl schreibt keine Handelsrolle oder Richtung vor.

Preis über Mittel, Mittelsteigung und Crossing sind getrennte Bedingungen. Golden-/Death-Cross bezeichnet eine gewählte Beziehung bestimmter Durchschnitte, keinen bestätigten künftigen Marktmodus. Mehrere Transformationen derselben Preise sind nicht automatisch unabhängige Bestätigungen. Dokumentiere Provider, Preisquelle, Bargrenzen und Erkenntniszeit; Europe/Berlin lokalisiert die Anzeige, ersetzt aber keine Quellzeiten.

Die nächste HMA-Zeile fortsetzen

Füge Bar 8 mit Preis 110 an. Beide Preis-WMAs sind jetzt 110, Q[8] = 110. HMA4[8] = (111 + 2×110)/3 = 331/3 ≈ 110,3333. Die Linie bleibt oberhalb des Preises und fällt weiter trotz unverändertem Close. Deine Rechnung muss dafür den vorherigen Q-Wert enthalten; eine alleinige aktuelle WMA2/WMA4-Differenz reicht nicht.

Ein Farbwechsel, ausgewählte Screenshots oder ein Monat unveränderter Parameter beweisen keinen profitablen Ansatz. Prüfe Ein- und Ausstiege, Menge, Ausführung, Kosten und Nicht-Handelsfälle auf ungenutzten Daten. MACD ergänzt eine weitere Transformation; die MTF-Analyse erklärt unterschiedliche Datenzeiten.

Drei ausführbare Schritte

  1. Vergleiche Gewicht und Erinnerung. Rechne WMA4 und SMA4 sowie den WMA3-/EMA3-Impuls nach. Dokumentiere die vier Ausgaben und Zeitpunkt, an dem 106 das Fenster verlässt. Gleicher neuester Koeffizient ersetzt keine identische Filterdefinition.
  2. Reproduziere sämtliche HMA-Stufen. Berechne WMA2, WMA4, Q und die finale WMA für Bars 4–8. Prüfe negative Gewichte, ihre Summe und den älteren 110er-Input. Wiederhole die EUR/USD-Transformation; notiere bei HMA11 die verwendete Ganzzahlkonvention.
  3. Teste eine vollständige Anwendung. Lege benötigte Beobachtungen, Datenempfang, Einstieg, Ausstieg, Menge und Kosten fest. Bewahre EUR-Konversion getrennt von Filterpreisen und halte Auswertungsdaten von der Parameterwahl frei. Ein korrektes Überschwingen ist noch kein handelbarer Preis und keine Vorhersage.