„Wie viele Trader verdienen Geld?“ ist ohne weitere Angaben eine unvollständige Frage. Geht es um Kunden oder Konten, um realisierte oder offene Ergebnisse, um ein Kalenderjahr oder zwölf rollierende Monate? Der UKNF-Bericht zeigt, weshalb diese Angaben das Ergebnis verändern. Seine Daten stammen aus dem polnischen Aufsichtsrahmen und dürfen nicht als deutsche oder globale Erfolgsquote ausgegeben werden.

Die betreffende Tabelle und ihre Einheit

Tabelle 1 des Berichts für 2025 umfasst polnische und ausländische Ansässige anhand der Daten beaufsichtigter Unternehmen. Gemessen werden realisierte Netto-Kundenergebnisse für das Kalenderjahr. Die dortige Kategorie „Forex“ umfasst außerbörsliche Derivate über Währungspaare hinaus. Kunden ohne Gewinn und ohne Verlust sind aus den betreffenden Quoten ausgeschlossen.

Für diese Gruppe stehen 27,8 % profitable und 72,2 % verlustreiche Kunden. Tabelle 2 beschränkt sich auf polnische Ansässige und hat andere Werte. Ein Kunde ist außerdem nicht ohne weitere Prüfung mit einem Konto in einer anderen Quelle gleichzusetzen. Der Bericht beantwortet eine definierte Frage; er ist keine Vollerhebung aller Devisenhändler.

Die originalen Geldsummen bleiben im folgenden polnischen Kontext und in PLN: realisierte Gewinne 740.028.152 PLN, Verluste −2.680.482.791 PLN. Der Betrag der Verluste geteilt durch die Gewinne ergibt rund 3,62. Der Saldo beträgt −1.940.454.639 PLN. Das Verhältnis der Geldbeträge ist keine Wahrscheinlichkeit und kein typischer individueller Kontoverlust. Eine EUR-Umrechnung würde eine eigene datierte Kursannahme benötigen und die Fragestellung nicht verbessern.

Kundenanteile und Geldbeträge sind verschiedene MaßeTabelle 1 der UKNF für 2025; polnische und ausländische Ansässige bei beaufsichtigten Unternehmen, realisierte Netto-Kundenergebnisse.RECHEN- UND LERNBEISPIELRealisierte Gewinne+740.028.152 PLNRealisierte Verluste−2.680.482.791 PLNBetragsverhältnisVerluste / Gewinne ≈3,62Saldo−1.940.454.639 PLN
Kundenanteile und Geldbeträge sind verschiedene Maße. Tabelle 1 der UKNF für 2025; polnische und ausländische Ansässige bei beaufsichtigten Unternehmen, realisierte Netto-Kundenergebnisse.

Das Betragsverhältnis von rund 3,62 ist keine Verlustwahrscheinlichkeit und keine typische individuelle Verlusthöhe.

Realisierte Gewinne
+740.028.152 PLN – Originaleinheit PLN; polnischer Kontext.
Realisierte Verluste
−2.680.482.791 PLN – Absolute Verlustsumme für das Verhältnis verwenden.
Betragsverhältnis
Verluste / Gewinne ≈ 3,62 – Keine Kundenquote.
Saldo
−1.940.454.639 PLN – Gesamte Geldbilanz, kein typischer Einzelverlust.

Ein deutscher Anbieterhinweis misst etwas anderes

Die deutsche CFD-Produktintervention hat einen eigenen Rahmen für den anbieterspezifischen Risikohinweis. Die Berechnung bezieht sich auf Konten und einen vorausgehenden Zwölfmonatszeitraum, wird vierteljährlich aktualisiert und berücksichtigt nach den einschlägigen Regeln realisierte und unrealisierte Ergebnisse sowie Kosten. Das ist nicht dasselbe wie ein kalenderjährliches, realisiertes Kundenergebnis der UKNF.

Die historische ESMA-Mitteilung von März 2018 dokumentiert damalige europäische Untersuchungen und die Produktintervention. Sie ist keine aktuelle weltweite Verlustquote. Prüfe bei jedem Hinweis Rechtsraum, Produkt und berechtigte Kontengruppe. Ein britischer FCA-Hinweis folgt britischen Regeln; für ein deutsches Retailangebot verwendest du den einschlägigen deutschen Rahmen. Eine ähnliche Prozentzahl schafft keine identische Messung.

Auch die Zeitfenster sind wichtig: Ein Ende März und ein Ende Juni aktualisierter Zwölfmonatswert können viele derselben Monate enthalten. Wiederholte Werte sind deshalb keine unabhängigen Quartalsstichproben. Die Aussage, dass der Anteil ähnlich bleibt, zeigt nicht, dass genau dieselben Personen über Jahre verlieren.

Was die profitable Minderheit nicht beweist

Ein positives Jahresergebnis belegt zunächst nur sein Vorzeichen unter der jeweiligen Methode. Es sagt nicht, ob der Betrag Haushaltsausgaben deckt, Entnahmen nachhaltig waren oder die Strategie weiter profitabel bleibt. Ebenso wenig beschreibt die Tabelle eine gemeinsame Strategie der Gewinner oder ihre Handelsfrequenz.

Auch die Ursachen eines Verlusts sind nicht für jeden Kunden gemessen. Spread, Kommission und Finanzierung reduzieren das Ergebnis; daraus folgt allein noch nicht, dass jede Strategie vor Kosten keinen ausreichenden Vorteil haben kann. Überhöhte Exposition und Verlustjagd sind konkrete Risiken, die du im eigenen Prozess prüfen kannst. Die aggregierte Quote weist sie nicht jedem Teilnehmer als Ursache zu.

Ein zusätzlicher hypothetischer Kostenfall trennt Ergebnis und Erklärung: Ein eigener EUR-Auszug zeigt 300 EUR Preisgewinn vor einer ausdrücklich noch nicht enthaltenen Kommission von 80 EUR und Finanzierung von 30 EUR. Danach verbleiben 190 EUR. Die Kosten sind hier einmal abgezogen. Das Beispiel beweist weder einen positiven langfristigen Erwartungswert noch die Ursache des Ergebnisses aller Berichtskunden. Bei einem bereits netto ausgewiesenen Wert wären dieselben Gebühren kein zweites Mal abzuziehen.

Den Nenner vor dem Vergleich prüfen

Eine vollständig fiktive Stichprobe hat 1.000 Kunden: 250 mit Gewinn, 650 mit Verlust und 100 mit unverändertem Ergebnis. Unter allen Kunden beträgt der Gewinnanteil 250 / 1.000 = 25 %. Werden die Nullergebnisse ausgeschlossen, lautet der Nenner 900. Nun ergeben 250 / 900 rund 27,78 % Gewinn und 650 / 900 rund 72,22 % Verlust.

Kein zusätzlicher Kunde hat in diesem Vergleich Geld verdient. Nur die Definition des Nenners wurde geändert. Die Nullgruppe kann auch nicht automatisch den Gewinnern zugeschlagen werden. Die tatsächliche UKNF-Tabelle bleibt vom fiktiven Beispiel getrennt; die nahe Zahl ist kein Beleg, dass ihre ausgeschlossene Gruppe genau 100 Personen umfasst.

Für einen belastbaren Vergleich brauchst du außerdem Instrumentumfang, Maßeinheit, Behandlung offener Positionen und Ergebnisdefinition. Das Verhältnis gesamter Verlustbeträge zu Gewinnbeträgen ist nicht das Verhältnis von Verliereranzahl zu Gewinneranzahl. Durchschnittswerte liefern wiederum eine andere Information und beschreiben nicht notwendig einen typischen Kunden.

Für die eigene Bewertung nutze die vollständige Kontohistorie, einschließlich Verluste und Regelabweichungen. Gleiche Preisresultat und gebuchte Kosten ab. Berichtete Tradergewinne und Lebensunterhalt erfordern weitere Daten. Ein diszipliniert dokumentierter Prozess verbessert die Prüfbarkeit; er garantiert kein bestimmtes Ergebnis.

Lies eine Tabelle vollständig

  1. Öffne den UKNF-Bericht und schreibe in zehn Minuten für Tabelle 1 Gruppe, Kalenderjahr, Instrumentumfang, Maßeinheit und ausgeschlossene Nullergebnisse auf. Markiere die originalen PLN-Beträge als polnischen Kontext; dein Ergebnis soll jede spätere Verwechslung mit deutschen Konten oder reinen Währungspaaren verhindern.
  2. Rechne die beiden Geldsummen und die fiktive Stichprobe getrennt nach. Beschrifte einmal das Verhältnis von Verlust- zu Gewinnbeträgen und einmal den Kundenanteil mit seinem Nenner; prüfe ausdrücklich, dass eine Änderung des Nenners keinen weiteren Gewinner in die Stichprobe hineinrechnet.
  3. Vergleiche einen deutschen CFD-Anbieterhinweis mit deiner Tabellenbeschreibung und notiere Konto statt Kunde, Beobachtungszeitraum sowie offene Ergebnisse. Wenn mehrere Warnwerte vorliegen, markiere die überlappenden Monate; dein Vergleich soll zeigen, welche Unterschiede eine direkte Gleichsetzung der Prozentzahlen ausschließen.
  4. Prüfe abschließend einen eigenen oder fiktiven Kontoauszug auf bereits enthaltene Kosten und noch separat auszuweisende Beträge. Halte Preisresultat, Finanzierung und Kommission getrennt fest und begrenze deine Schlussfolgerung auf diesen Auszug; die aggregierte Aufsichtsquote erklärt keine individuelle Verlustursache.