Basiswährung vs. Kurswährung — welche kaufst du eigentlich?

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Risikohinweis · YMYL Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel am Forex-Markt birgt ein hohes Risiko des Kapitalverlusts — die ESMA berichtet, dass zwischen 74 % und 89 % der Privatanlegerkonten Verluste erleiden.

Als Thomas sein erstes Demokonto öffnete, klickte er auf „Kaufen" bei EUR/USD — und wusste eine Sekunde später nicht, ob er gerade Euro oder Dollar erworben hatte. Diese Frage stoppt die Hälfte aller Einsteiger, denn die gesamte Mechanik des Devisenmarkts ruht auf einer einzigen, schlichten Unterscheidung: In jedem Währungspaar gibt es eine Basiswährung und eine Kurswährung. Wer diese Unterscheidung versteht, weiß sofort, was er kauft, wie ein Pip gezählt wird und wie der Gewinn auf das Konto gelangt. Wer die Reihenfolge verwechselt, kehrt die gesamte Preislogik um. Im Folgenden erkläre ich es ein für alle Mal — an konkreten Kursen.

Basiswährung und Kurswährung — die Definition in einem Satz

In der Schreibweise eines Währungspaars ist die erste Währung die Basiswährung und die zweite die Kurswährung (auch Gegenwährung oder Notierungswährung genannt). Bei EUR/USD ist der Euro die Basiswährung und der US-Dollar die Kurswährung. Die Basiswährung ist diejenige, von der du genau eine Einheit kaufst oder verkaufst; die Kurswährung ist diejenige, in der der Preis ausgedrückt wird. Diese Unterscheidung ist keine Lehrbuchformalität — sie bestimmt die Richtung deiner Transaktion, die Art, wie ein Pip gezählt wird, und in welcher Währung dein Ergebnis landet. Möchtest du den Aufbau eines Währungspaars von Grund auf nachvollziehen, beginne mit dem Überblick über die Grundlagen des Forex-Markts, bevor du hier in die Details einsteigst.

Der Kurs eines Paars sagt genau eine Sache: wie viel Kurswährung du für eine Einheit Basiswährung zahlst

Ein Wechselkurs ist keine Abstraktion — er ist schlicht der Preis der Basiswährung, ausgedrückt in der Kurswährung. EUR/USD bei 1.0850 bedeutet: ein Euro kostet 1.0850 Dollar. Steigt der Kurs auf 1.0900, wird der Euro teurer — du musst mehr Dollar für einen Euro zahlen. Fällt er auf 1.0800, wird der Euro billiger. Alles andere, was du auf der Handelsplattform siehst, ist lediglich eine Erweiterung dieser einen Beziehung.

Zum Vergleich: USD/JPY bei 156.20. Hier ist der Dollar die Basiswährung und der Yen die Kurswährung, also lautet der Satz: Ein Dollar kostet 156.20 Yen. Genau deshalb zeigt ein Yen-Paar eine völlig andere Zahlenskala als EUR/USD — der Yen ist pro Einheit deutlich „kleiner" als der Dollar, weshalb es hundertsechsundfünfzig davon braucht, um einen Dollar zu kaufen. Die Zahl sieht anders aus, aber das Prinzip ist identisch: Du schaust immer, wie viel von der Kurswährung für eine Einheit der Basiswährung nötig ist.

„In jedem Wechselkurs ist die erste Währung die Basiswährung und die zweite die Kurswährung. Der Kurs gibt an, wie viel Kurswährung du benötigst, um eine Einheit der Basiswährung zu kaufen." — Kathleen Brooks, Brian Dolan, Currency Trading For Dummies, Wiley, 2015.

Was du wirklich kaufst, wenn du auf Kaufen oder Verkaufen klickst

Wenn du bei EUR/USD auf Kaufen (BUY) klickst, kaufst du die Basiswährung und zahlst dafür mit der Kurswährung — du erwirbst Euro und bezahlst mit Dollar. Du verdienst, wenn der Euro gegenüber dem Dollar stärker wird, und verlierst, wenn er schwächer wird. Verkaufen (SELL) kehrt das Verhältnis um: Du verkaufst Euro für Dollar und setzt auf einen fallenden Kurs. Der Mechanismus ist exakt derselbe wie bei einem Geldwechsel — um Euro zu kaufen, gibst du deine lokale Währung her; der einzige Unterschied ist, dass du beim Retail-Broker keine physischen Scheine erhältst, sondern eine wirtschaftliche Exposition gegenüber der Kursbewegung.

Daraus leitet sich die praktische Regel ab, die ich jedem Einsteiger mitgebe: Schaue zuerst auf die Basiswährung, denn sie ist der Gegenstand des Handels. „Ich kaufe EUR/USD" bedeutet „Ich setze auf den Euro". „Ich verkaufe USD/JPY" bedeutet „Ich setze gegen den Dollar, auf den Yen". Die Richtung einer Long- oder Short-Position liest du immer durch die Basiswährung — alles Wesentliche dazu erklärt die Kategorie Technische Konzepte.

Ein Pip wird in der Kurswährung gemessen — deshalb unterscheidet sich die Anzahl der Dezimalstellen

Die kleinste standardisierte Kursbewegung, der Pip, wird immer in der Kurswährung gezählt. Bei den meisten Paaren ist ein Pip die vierte Dezimalstelle, also 0.0001 — daher zeigt EUR/USD vier Dezimalstellen, und viele Plattformen fügen eine fünfte Stelle (den sogenannten Pipette oder Point) für mehr Präzision hinzu. Das Yen-Paar ist die Ausnahme, gerade weil der Yen pro Einheit kleiner ist: Hier ist ein Pip die zweite Dezimalstelle, also 0.01, weshalb USD/JPY zwei Dezimalstellen plus optional eine dritte zeigt. Das ist kein Plattformfehler oder eine Inkonsistenz — es ist die logische Folge davon, dass der Pip stets auf die Kurswährung bezogen ist, die bei Yen-Paaren eben anders skaliert ist.

Ein konkretes Rechenbeispiel: Bei EUR/USD ist eine Bewegung von 1.0850 auf 1.0851 ein Pip — ausgedrückt in Dollar. Bei USD/JPY ist eine Bewegung von 156.20 auf 156.21 ebenfalls ein Pip — ausgedrückt in Yen. Gleicher Name, zwei verschiedene Währungen darunter. Genau deshalb ist der Wert eines einzelnen Pips, umgerechnet auf dein Konto, nicht über alle Paare konstant.

Warum diese Unterscheidung entscheidet, wie viel ein Pip auf deinem Konto wert ist

Da ein Pip in der Kurswährung gemessen wird, hängt sein Geldwert von dieser Währung ab — nicht von der Basiswährung. Bei Paaren mit dem Dollar als Kurswährung (EUR/USD, GBP/USD) ist ein Pip auf einem vollen Standard-Lot exakt zehn Dollar wert. Bei Paaren, bei denen die Kurswährung der Yen ist, fällt der Pip-Wert in Yen an und muss erst in die Kontowährung umgerechnet werden. Für Währungspaare insgesamt — darunter auch exotische Paare und Kreuzkurse — gibt es in der Kategorie Währungspaare weiterführende Erklärungen zur Pip-Wert-Berechnung.

Die gleiche Unterscheidung kehrt bei Kreuzkursen zurück, also Paaren ohne Dollar wie EUR/GBP oder GBP/JPY. Dort musst du, um den Pip-Wert in deiner Kontowährung zu bestimmen, oft über einen Hilfskurs gehen. Wenn du zunächst die Anatomie der Paarnotierung festigen möchtest, ist der Glossareintrag zum Währungspaar auf ForexMechanics eine nützliche Ergänzung.

Was jetzt zu tun ist

  1. Öffne deine Handelsplattform und benenne laut drei Paare. Tippe EUR/USD, USD/JPY und USD/CHF ein und sage bei jedem Paar laut, welche Währung die Basiswährung und welche die Kurswährung ist — dann lies den Kurs als Satz: „Ein Euro kostet so und so viele Dollar". Wiederhole das für fünf Paare, bis das Lesen ein Reflex wird und du nicht mehr nachdenken musst.
  2. Mache einen Richtungstest auf dem Demokonto. Öffne eine kleine Kaufposition auf EUR/USD und schreibe auf einen Zettel: „Ich habe Euro gekauft, zahle mit Dollar, verdiene, wenn der Euro steigt." Schließe die Position nach wenigen Minuten und prüfe, ob das Ergebnis mit deiner Richtungsaussage übereinstimmt — das ist der schnellste Weg, die Logik von Basis- und Kurswährung zu verinnerlichen.
  3. Berechne den Pip-Wert für dein Standardpaar. Schau in der Instrumentenspezifikation deines Brokers nach, in welcher Währung der Pip gezählt wird, und rechne aus, wie viel ein Pip bei deiner üblichen Positionsgröße wert ist. Schreibe diese Zahl über deinen Monitor, damit du das Risiko jedes Trades sofort in deiner Kontowährung siehst.
  4. Vergleiche zwei Yen-Paare und zwei Nicht-Yen-Paare. Schaue dir die Anzahl der Dezimalstellen bei EUR/USD und USD/JPY an und stelle sicher, dass du verstehst, warum das eine Paar vier bis fünf Stellen hat und das andere nur zwei bis drei. Sobald dich dieser Unterschied nicht mehr überrascht, hast du die Rolle der Kurswährung wirklich verinnerlicht.
  5. Prüfe die internationale Währungshierarchie an fünf Beispielen. Notiere EUR/USD, GBP/USD, USD/JPY, USD/CHF und USD/CAD und erkläre dir selbst in einem Satz, warum die Basiswährung genau diese und nicht die andere ist. Die Konvention ist nicht willkürlich: Euro vor Dollar, Dollar vor Yen und Franken — wer diese Reihenfolge kennt, kann die Notation eines neuen Paars sofort korrekt lesen, ohne die Richtung zu invertieren.
Jarosław Wasiński
Über den Autor

Jarosław Wasiński

Chefredakteur bei MyBank.pl · Finanz- und Marktanalyst

Unabhängiger Analyst und Praktiker mit über 20 Jahren Erfahrung im Finanzsektor. Gründer und Chefredakteur des Portals MyBank.pl, aktiv seit 2004. Fundamentalanalyse der Devisen- und Makromärkte seit 2007. Schreibt aus europäischer Marktperspektive im regulatorischen Rahmen von ESMA und BaFin.

Quellen und Literatur

  1. Bank for International Settlements Triennial Central Bank Survey of foreign exchange and OTC derivatives markets in 2022 · Raport BIS potwierdzający dominację dolara amerykańskiego jako waluty kwotowanej oraz strukturę najpłynniejszych par walutowych na rynku globalnym. www.bis.org ↗
  2. European Central Bank Euro foreign exchange reference rates · Oficjalne kursy referencyjne EBC publikowane w konwencji EUR jako waluta bazowa (ile danej waluty za jedno euro) — wzorzec notowania pary. www.ecb.europa.eu ↗
  3. Narodowy Bank Polski Kursy walut — tabele kursów średnich NBP · Tabela A NBP, w której złoty jest walutą kwotowaną (ile złotych za jedną jednostkę waluty obcej) — punkt odniesienia dla przeliczeń podatkowych w Polsce. nbp.pl ↗
  4. Investopedia Currency Pair: Definition, How It Works, and How to Trade · Hasło słownikowe definiujące parę walutową, walutę bazową i kwotowaną oraz konwencję odczytu ceny (ile waluty kwotowanej za jedną jednostkę bazowej). www.investopedia.com ↗

Häufig gestellte Fragen

Welche Währung in einem Paar ist die Basiswährung und welche die Kurswährung?

Die Regel ist immer dieselbe: Die erste Währung in der Schreibweise des Paars ist die Basiswährung, die zweite ist die Kurswährung. Bei EUR/USD ist der Euro die Basiswährung und der Dollar die Kurswährung; bei USD/JPY ist der Dollar die Basiswährung und der Yen die Kurswährung; bei GBP/USD ist das Pfund die Basiswährung und der Dollar die Kurswährung. Die Reihenfolge ist nicht willkürlich — sie folgt einer internationalen Konvention, nach der der Euro vor dem Dollar steht, der Dollar vor den meisten anderen Währungen, und lokale Währungen wie der Schweizer Franken oder der Yen fast immer als Kurswährung notiert werden. Der Kurs, den du auf der Plattform siehst, beantwortet immer nur eine Frage: Wie viel Kurswährung kostet eine Einheit der Basiswährung.

Was kaufe ich genau, wenn ich bei EUR/USD auf Kaufen klicke?

Du kaufst die Basiswährung und bezahlst sie mit der Kurswährung. Indem du bei EUR/USD auf Kaufen klickst, erwirbst du Euro und begleichst den Kauf mit Dollar — du verdienst, wenn der Euro gegenüber dem Dollar an Wert gewinnt, und verlierst, wenn er schwächer wird. Das Paar zu verkaufen kehrt das Verhältnis um: Du verkaufst Euro für Dollar und setzt auf einen fallenden Kurs. Beim Retail-Broker findet keine physische Lieferung von Währungen statt; du erhältst lediglich eine wirtschaftliche Exposition gegenüber der Kursbewegung — doch die Richtungslogik ist identisch mit einem echten Geldwechsel. Schaue also immer zuerst auf die Basiswährung: Sie ist der Gegenstand deines Trades.

Warum zeigt EUR/USD fünf Dezimalstellen, während USD/JPY nur drei zeigt?

Die Anzahl der Dezimalstellen folgt der Einheitengröße der Kurswährung, in der ein Pip gemessen wird. Bei den meisten Paaren ist ein Pip die vierte Dezimalstelle (0.0001), weshalb der Kurs vier Dezimalstellen trägt; viele Plattformen fügen eine fünfte Stelle — den sogenannten Pipette oder Point — für mehr Präzision hinzu. Das Yen-Paar ist die Ausnahme: Der Yen hat einen deutlich niedrigeren Einheitenwert, weshalb ein Pip die zweite Dezimalstelle (0.01) ist und der Kurs zwei Dezimalstellen plus optional eine dritte als Pipette zeigt. Das ist keine Plattforminkonsistenz, sondern die logische Folge davon, dass ein Pip immer auf die Kurswährung bezogen ist — und diese ist bei Yen-Paaren einfach anders skaliert.

Ist die Basiswährung immer die, die ich für wichtiger halte?

Nein, die Reihenfolge folgt einer festgelegten Marktkonvention, nicht deiner eigenen Einschätzung. Es gibt eine informelle Hierarchie: Der Euro steht immer an erster Stelle, gefolgt vom britischen Pfund, dem australischen und neuseeländischen Dollar, dann dem US-Dollar und schließlich dem Schweizer Franken, dem kanadischen Dollar und dem Yen. Deshalb schreiben wir EUR/USD und nicht USD/EUR, GBP/USD und nicht USD/GBP — aber gleichzeitig USD/JPY und USD/CHF, weil der Dollar dem Yen und dem Franken vorgeordnet ist. Wenn du die Reihenfolge umdrehst, invertierst du die gesamte Preislesung. Es lohnt sich daher, diese Hierarchie ein für alle Mal zu verinnerlichen.

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