Smart Money Concepts (SMC) benennt Chartbeobachtungen: ähnliche Hochs oder Tiefs, Sweeps, Order Blocks, Fair Value Gaps, BOS und CHoCH. Ein Begriff braucht eine genaue Regel, bevor er in einen Test eingeht. Sichtbare Geometrie ist getrennt von Aussagen über Orders, institutionelle Absicht und künftige Preise zu prüfen.

Arbeitsdefinitionen statt eines universellen Standards

Die folgenden Regeln gehören zu dieser Lehrversion, nicht zu einem universellen SMC-Standard. Dokumentiere Provider, Instrument, Intervall, Zeitzone, Quoteseite, Swing-Erkennung und Toleranz. Ein Kerzenchart zeigt nicht sämtliche Orders oder deren Absichten. Ein später bestätigter Swing war nicht automatisch schon an seinem früheren Wendepunkt erkennbar.

BegriffGewählte ArbeitsregelDamit nicht festgestellt
Equal Highs/LowsExtrema innerhalb festgelegter ToleranzSichtbare Stopmengen
SweepFestgelegtes Niveau überschreiten und nach definierter Regel zurückkehrenManipulation oder Ursache
Order BlockGewählte Gegenkerze vor definiertem Impuls; Körper oder ganze Spanne festlegenUngefüllte institutionelle Orders
FVGNicht überlappende Spannen von erster und dritter KerzeKein Handel in der mittleren Kerze oder sichere Rückkehr
BOSBekannten Swing in definierter Richtung brechenWeitere Fortsetzung
CHoCHBekannten Korrekturswing entgegen dieser Richtung brechenBestätigte künftige Umkehr
Premium/DiscountÜber/unter der Mitte eines gewählten BereichsFundamentale Bewertung oder Handelsauftrag

Zwei hypothetische Hochs 102,0 und 102,3 unterscheiden sich um 0,3 Preiseinheiten. Bei erlaubter Differenz höchstens 0,4 sind sie „gleich“, bei höchstens 0,2 nicht. Chartmaßstab und die spätere Bewegung ändern diese Zahlen nicht. Die Einheit ist hier kein Pip eines bestimmten Paares.

Gleiche Hochs benötigen eine ToleranzWertekarten zweier hypothetischer Hochs in beliebigen Preiseinheiten, ohne beobachtete Stoporders.RECHEN- UND LERNBEISPIELHoch 1 / Hoch 2102,0 / 102,3Toleranz höchstens 0,4Gleich nach dieser RegelToleranz höchstens 0,2Unterschiedlich nachdieser Regel
Gleiche Hochs benötigen eine Toleranz. Wertekarten zweier hypothetischer Hochs in beliebigen Preiseinheiten, ohne beobachtete Stoporders.

Die Toleranz verändert die Klassifikation; derselbe Preisverlauf bleibt bestehen.

Hoch 1 / Hoch 2
102,0 / 102,3 – Differenz 0,3.
Toleranz höchstens 0,4
Gleich nach dieser Regel – 0,3 ≤ 0,4.
Toleranz höchstens 0,2
Unterschiedlich nach dieser Regel – 0,3 > 0,2.

Eine nach dem Ergebnis verbreiterte Toleranz verändert die Auswahl. Keines der beiden Labels verrät Anzahl oder Eigentümer dort wartender Stops. Vergleiche Definitionen mit Unterstützung und Widerstand, ohne gemeinsamen Standort als identische Bedeutung oder unabhängige Vorhersage zu behandeln. Die SMC-Mechanik behandelt die separate Ausführungsregel.

Liquidität und Order Block bleiben Hypothesen

Die BIS beschreibt anhand der Erhebung vom April 2025 fragmentierten OTC-Handel zwischen Dealern und Handelsplätzen, einschließlich internalisierter Flüsse. Ähnliche Hochs in einem einzelnen Chart sind daher keine globale Orderbuchansicht. Du kannst eine Hypothese über mögliche Orders an einem Niveau formulieren; Kerzengeometrie bestätigt sie nicht und misst keine Menge.

Eine Order-Block-Regel kann die letzte Gegenkerze vor einem Impuls auswählen. Definiere Impuls, Grenzen und frühesten Auswahlzeitpunkt. Ein darüber gezeichnetes Rechteck ist deine Annotation. Es beweist weder Aufträge einer bestimmten Institution noch einen ungefüllten Rest. Prinzip 8 des FX Global Code unterscheidet Handeln als Agent und Principal; aus Kerzen lässt sich diese Rolle nicht zuweisen.

Quote-Serie, Tickzahl, ausgeführte Menge und wartende Buchmenge sind verschiedene Daten. Auch ein Futures-Feed benötigt konkreten Kontrakt, Handelsplatz und Zeitstempel. Sein Name legt nicht alle Spot-Orders offen und validiert keine SMC-Regel. Prüfe den Datenumfang von Order Flow separat.

FVG und Bereichsposition exakt messen

Unsere aufwärts gerichtete FVG-Regel verwendet High₁ und Low₃ einer Drei-Kerzen-Folge und verlangt Low₃ > High₁. Die äußeren Spannen lassen ein Band frei; die mittlere Kerze kann es mit ihrer aufgezeichneten Preisspanne überdecken. Nichtüberlappung weist keine ungefüllten Orders nach und liefert keine Rückkehrhäufigkeit. Dochtpenetration, Close im Band, Kontakt der Mitte und vollständiges Durchlaufen sind getrennte Ereignisse.

Fixiere das hypothetische EUR/USD-Band [1,1000; 1,1010], zehn Pips breit bei Pip 0,0001. Spätere Preise nähern sich von oben. Der bisher tiefste Kontakt ist die größte erreichte Eindringtiefe, auf die unveränderte Bandbreite begrenzt. Drei getrennte spätere Kerzen haben Lows 1,1007, 1,1008 und 1,1002; alle besitzen High 1,1015 und Close 1,1012.

KerzeAktuelle TiefeTiefste Tiefe bisher
1: Low 1,10073 Pips / 30%30%
2: Low 1,10082 Pips / 20%30%
3: Low 1,10028 Pips / 80%80%

Alle Dochte gelangen hinein, keiner der Closes liegt im Band. 30% + 20% + 80% = 130% zählt wiederholte Besuche mehrfach und ist nicht die bisherige Erfüllung. Eine zusätzlich hypothetische Low-Beobachtung 1,0998 ergibt roh zwölf Pips Tiefe, für das feste Zehn-Pip-Band aber höchstens 100%. Sie ersetzt weder Close- noch Ausführungsbedingungen.

Zusätzliche Datenprüfung: Eine eigene vollständige Bid-OHLC-Folge ist 1,0998 / 1,1000 / 1,0990 / 1,0997; dann 1,0997 / 1,1015 / 1,0995 / 1,1012; dann 1,1012 / 1,1018 / 1,1010 / 1,1016. High₁ = 1,1000 und Low₃ = 1,1010 erzeugen das Band. Wir geben zusätzlich eine mittlere Bid-Beobachtung 1,1004 vor, also innerhalb des Bands. Das äußere FVG bedeutet somit nicht, dass dort in der mittleren Kerze keine Quote existierte. Bid-OHLC belegt dabei keinen ausgeführten Umsatz. Alle Preise sind Lehrdaten, keine Markthistorie.

Für einen gewählten Bereich [L; H] mit positiver Breite gilt Position = 100(P − L)/(H − L), Mitte = (L + H)/2. Über 50% nennen wir Premium, darunter Discount. Diese Namen bewerten den Preis innerhalb einer Referenz, nicht den fundamentalen Wert der Währung.

Gleicher Preis, andere BereichspositionWertekarten bei hypothetischem EUR/USD-Preis 1,0920 und zwei schon vorher bekannten Referenzbereichen.RECHEN- UND LERNBEISPIELA: 1,0800–1,1000Mitte 1,0900 · Position60%B: 1,0880–1,1080Mitte 1,0980 · Position20%A bei Preis 1,0940Position 70%
Gleicher Preis, andere Bereichsposition. Wertekarten bei hypothetischem EUR/USD-Preis 1,0920 und zwei schon vorher bekannten Referenzbereichen.

Premium und Discount bezeichnen gewählten Bereich; kein fundamentaler Wert und kein Handelsauftrag.

A: 1,0800–1,1000
Mitte 1,0900 · Position 60% – Premium unter dieser Referenz.
B: 1,0880–1,1080
Mitte 1,0980 · Position 20% – Discount unter dieser Referenz.
A bei Preis 1,0940
Position 70% – Preisposition, keine Aufforderung zum Verkauf.

Bei unverändertem P = 1,0920 liefert A [1,0800; 1,1000] Mitte 1,0900 und Position 60%, also Premium. B [1,0880; 1,1080] liefert Mitte 1,0980 und Position 20%, also Discount. Beide Bereiche seien vor der Klassifikation bekannt. Ein späteres Extrem rückwirkend einzusetzen wäre ein Informationsfehler. P = 1,0940 ergibt in A 70%, weiterhin kein Verkaufsauftrag. Bei Breite null ist die Prozentposition undefiniert.

BOS und CHoCH brauchen bekannte Swings

BOS bricht nach unserer Regel einen bekannten Swing in definierter Richtung; CHoCH einen bekannten Korrekturswing entgegen dieser Richtung. Lege Dochtüberschreitung oder abgeschlossenen Close als Ereignis fest, außerdem Swing-Regel und Erkenntniszeit. Keines der Labels bestätigt, dass die nächsten Preise fortsetzen oder umkehren müssen.

Ein bestätigter Swing kann später auf einer früheren Chartkerze erscheinen. Historische Position der Annotation und damalige Verfügbarkeit sind verschieden. Notiere die später benötigten Bestätigungskerzen und Datenempfang, statt das Label rückwirkend für einen früheren Einstieg zu verwenden. Wiederholte BOS-Markierungen beweisen allein keine profitable Fortsetzung.

Für Ausführung und Absicht gelten andere Belege

Mehrere Labels können dieselben Pfadmerkmale beschreiben. Übereinstimmung belegt keine unabhängige Bestätigung, schärferen profitablen Filter oder feste Trefferquote. Vergleiche vollständige Regeln auf ungenutzten Daten samt Ausführung, Gebühren und gegebenenfalls EUR-Konversion. Ein Abend ausgewählter Charts reicht nicht als Validierung.

Prinzip 10 des FX Global Code unterscheidet offengelegtes Risikomanagement nahe einem Stoptrigger von absichtlichem Bewegen des Marktes zu diesem Trigger, das als inakzeptable Praxis beschrieben wird. Der Code ist gute Praxis für Wholesale-FX und ersetzt kein Recht. Ein Docht beweist weder Fehlverhalten noch korrekte Abwicklung. Prüfe Orderbedingungen, Quotes, Trigger- und Filldaten sowie Offenlegung, statt eine Institution aus einer Kerze zu diagnostizieren oder einen Provider pauschal zu entschuldigen.

Fordere bei einer behaupteten Erfolgsquote Definitionen, Stichprobe, Fehlschläge und Nettoergebnisse. Aggregierte CFD-Kontoverlustquoten können eine konkrete SMC-Regel weder bestätigen noch widerlegen. Wohnsitz Deutschland ändert auch nicht die geometrischen Definitionen; Produkt- und Rechtsfragen benötigen ihre eigenen Quellen.

Drei ausführbare Schritte

  1. Definiere die Beobachtungen vor der Auswahl. Notiere Instrument, Feed, Zeitzone, Intervall, Quoteseite, Toleranz und Swing-/Kerzenbestätigung. Prüfe die beiden Hochs unter 0,4 und 0,2, ohne die Regel nach einer späteren Bewegung zu verändern. Vergleiche gleich benannte Zonen anhand ihrer tatsächlichen Grenzen und Erkenntniszeiten.
  2. Rechne FVG und Bereichsposition getrennt. Reproduziere 30/20/80% und den laufenden Höchstkontakt. Prüfe die zusätzliche Low-Variante und die vollständige Drei-Kerzen-Bid-Folge einschließlich mittlerer Quote. Berechne A/B-Positionen und markiere nullbreite Bereiche als undefiniert; ein beobachteter Kontakt ist noch keine Rendite.
  3. Entwickle die Handelsregel separat. Lege Einstieg, Invalidierung, Ziel, Menge, Kosten und Datenverfügbarkeit vorab fest. Bewahre ausgeführte, ungefüllte und abgelehnte Orders samt Quotes und Triggerdaten. Vergleiche auf getrennten Auswertungsdaten mit der SMC-Mechanik, ohne Annotationen in einen behaupteten institutionellen Auftrag umzudeuten.