Ein Target dreimal so weit wie der initiale Stop wirkt attraktiv. Für seine Bewertung brauchst du trotzdem Häufigkeit jedes Exits, Nettoausgänge und ausführbare Preise. Das Strecken einer Zielgeraden schafft allein keinen nachgewiesenen Handelsvorteil.

Drei verschiedene Größen auseinanderhalten

Geplantes Chance-Risiko-Verhältnis, realisierter durchschnittlicher Gewinn/Verlust und Erwartung sind verschiedene Größen. Hier lautet die Konvention Gewinn : Verlust: 3:1 bedeutet drei geplante Gewinneinheiten je Verlusteinheit, keine Wahrscheinlichkeit. Ein höheres Target kann dessen Erreichungshäufigkeit verändern. Hoher Multiplikator oder hohe Trefferquote allein belegt keinen Vorteil.

Konvexität beschreibt dagegen Krümmung einer Auszahlungsfunktion. Erwartung benötigt Häufigkeiten und Nettohöhe der Ausgänge. Ein gewöhnlicher Stop setzt einen Trigger, keine garantierte harte Verlustgrenze. Prüfe vollständige Ausführungsregeln, bevor du das Profil als günstig einstufst.

Erwartung mit ausdrücklich angenommenen Wahrscheinlichkeiten

Für zwei Nettoausgänge gilt E = p × W − (1 − p) × L. W ist positiver Gewinnbetrag, L positive Verlusthöhe, p die Gewinnwahrscheinlichkeit. CME erläutert das Häufigkeits-/Größenprinzip anhand Commodity-Futures. Einer Illustration p zuzuweisen ist etwas anderes, als eine unbekannte künftige Wahrscheinlichkeit aus dem Journal zu schätzen.

Separate Bruttomodelle: Verlust 100 EUR, keine Kosten oder Verzinsung
Gewinn EURAngenommenes pMittel EUR je Trade
10060 %+20
10050 %0
10040 %−20
30040 %+60
30030 %+20
50030 %+80
50020 %+20
50025 %+50
10055 %+10

Mit Gewinn 300 und Verlust 100 liegt die Brutto-Nullschwelle bei 100/(300 + 100) = 25 Prozent. Bei 500 und 100 ist sie 1/6 ≈ 16,67 Prozent. Diese zugewiesenen Zahlen vergleichen keine tatsächlich gemessenen Trendfolger oder Scalper. Die Trefferquote bleibt Teil der Rechnung. Ein Mittelwert allein lässt große Verluste, Unsicherheit und Größenregel offen.

Positives Durchschnitts-R kann negatives Geld ergeben

Zwei separat abgeschlossene hypothetische Nettofälle: A erzielt +5 R bei Anfangs-R von einem USD, also +5 USD. B verliert −1 R bei Anfangs-R von 20 USD, also −20 USD. Der ungewichtete Mittelwert ist (+5 − 1)/2 = +2 R, die Geldsumme dagegen −15 USD. Keine weiteren Kosten oder Verzinsung werden ergänzt.

Positives Durchschnitts-R, negative GeldsummeZahlenkarten mit getrennten R- und Geldgrößen: A +5 R bei 1 USD/R und B −1 R bei 20 USD/R; R-Mittel +2, Geldsumme −15 USD.RECHEN- UND LERNBEISPIELA+5 R × 1 USD/R = +5 USDB−1 R × 20 USD/R = −20USDMittel / Summe+2 R / −15 USD
Positives Durchschnitts-R, negative Geldsumme. Zahlenkarten mit getrennten R- und Geldgrößen: A +5 R bei 1 USD/R und B −1 R bei 20 USD/R; R-Mittel +2, Geldsumme −15 USD.

Normalisierung ersetzt die tatsächliche Geldgewichtung nicht.

A
+5 R × 1 USD/R = +5 USD – Kleines Geldgewicht
B
−1 R × 20 USD/R = −20 USD – Größeres Geldgewicht
Mittel / Summe
+2 R / −15 USD – Verschiedene Fragen und Einheiten

Speichere normalisiertes Ergebnis, Geldwert des initialen R und Kontowährungsbetrag. Gleichgewichtung beantwortet eine Frage über die beiden Beobachtungsprofile. Kapitaländerung benötigt deren wirkliche Geldgewichte. Unterschiedliche Mengen können das Vorzeichen der Gesamtsumme verändern, obwohl Gewinnzahl und aufgezeichnete R-Multiples gleich bleiben.

Kosten und schlechtere Fills verändern das Profil

Fiktives USD-Konto: Kauf 10.000 EUR am angenommenen ausgeführten Ask 1,1000, SL 1,0900, Target 1,1300. Initiales Preis-R ist 100 USD vor Kommission, weder Margin noch Maximalverlust. Kommission sechs USD je vollständigem Zyklus, Finanzierung und Konversion null. Jeder volle Verkauf erfolgt am bezeichneten tatsächlichen Modell-Bid.

Drei alternative Exitpfade, keine Broker-Offerte
ExitBid-FillBrutto USDNetto USD / initiales R
Target1,1300300294 / +2,94 R
Exakter geplanter Stop1,0900−100−106 / −1,06 R
Angenommener schlechterer Stop1,0700−300−306 / −3,06 R

Geplantes brutto 3:1 wird netto 294:106 ≈ 2,77:1. Spread steckt bereits in den Ask-/Bid-Fills und wird nicht nochmals abgezogen. Der Stressfill ist keine schlimmstmögliche Grenze oder Prognose seiner Häufigkeit. Ein +294-USD-Gewinn deckt keinen −306-USD-Verlust.

Falls ausschließlich +294 und −106 auftreten, liegt Netto-Null bei p = 106/(294 + 106) = 26,5 Prozent. Zugewiesene p von 30, 25 und 40 Prozent ergeben +14, −6 und +54 USD. Bei Teil-, Null- oder variablen Ausgängen reicht das Zwei-Ausgang-Modell nicht mehr; berechne sämtliche abgeschlossenen Nettoresultate.

Zwei erfundene 100-Trade-Serien: 30 Gewinne zu +294 und 70 Verluste zu −106 ergeben +1.400 USD, Mittel +14. Ersetze fünf gewöhnliche Verluste durch −306: 30 × 294 − 65 × 106 − 5 × 306 = +400 USD, Mittel +4. Beide Trefferquoten bleiben 30 Prozent. Die Summe sinkt dennoch um 1.000 USD. Die zugewiesene Stresshäufigkeit ist keine Marktstatistik.

Ein fernes Ziel macht den Kontrakt nicht konvex

In den bezeichneten MetaQuotes-Forex-/CFD-Berechnungsmodi ist Brutto-P/L bei festen Einheiten die gerichtete Preisdifferenz mal Menge. Verdoppelt sich die Bewegung, verdoppelt sich diese Komponente vor Kosten. Ein fernes Target verändert Exitbedingungen, nicht diese lineare Formel. Ein gewöhnlicher Stop ist keine vorab bezahlte Optionsprämie.

Separates Größenmodell: zehn exakt budgetgroße Verluste, keine Zusatzkosten. Ist jeder Verlust 0,5 Prozent des Anfangskapitals, beträgt der Rückgang fünf Prozent. Bei 0,5 Prozent der jeweils aktuellen Equity ist er 1 − 0,995¹⁰ ≈ 4,89 Prozent. Das sind zwei andere Größenregeln. Gewöhnliche Stops garantieren diese Beträge nicht. Ein späterer Gewinner deckt die Serie nur, wenn sein Netto-Geldgewinn die angesammelten Verluste übertrifft.

Kleine Gewinne und große Verluste prüfen

Die Redewendung „Kleingeld vor einer Dampfwalze aufsammeln“ beschreibt viele kleine Gewinne mit Risiko eines deutlich größeren Verlustes. Sie bestimmt weder Instrumentkrümmung noch Ereigniszeitpunkt oder unausweichlichen Kontokollaps. Prüfe die gesamte Nettoverlustverteilung statt eines glatten Ausschnitts der Equitykurve.

Zusatzmenge oder wiederholt verschobener Exit können Verlust und Marginbedarf erhöhen. Tatsächliche Verträge, Stops und Größenregeln bestimmen Exposition. Ein Technikname liefert weder garantierte hohe Trefferquote noch eine bestimmte zukünftige Katastrophe. Rechne schlechte Ausführung und den Anteil angesammelter Gewinne, den ein größerer Verlust entfernen würde.

Positives arithmetisches Mittel ist nicht Kapitalwachstum

Jetzt wechselt in einem separaten Gegenbeispiel die Größenkonvention. Jeder Gewinn beträgt +75 Prozent der aktuellen Equity, jeder Verlust −25 Prozent; keine Kosten oder Ausführungsgrenzen. Diese absichtlich extremen Werte sind kein Budgetvorschlag. Drei Gewinne und sieben Verluste ergeben arithmetisch (3 × 75 − 7 × 25)/10 = +5 Prozent.

Das Kapital multipliziert sich aber mit 1,75³ × 0,75⁷ ≈ 0,715390. Die im Ausgangsmodell angenommenen 1.000 USD werden etwa 715,39 USD, Rückgang 28,46 Prozent. Dieselbe reine Multiplikatorrechnung mit hypothetischen 1.000 EUR ergibt 715,39 EUR. Wende das durchschnittliche +5 Prozent nicht als zehn identische Gewinne an.

Bei diesen festen Multiplikatoren verändert Reihenfolge den Endbetrag nicht, wohl aber möglichen Drawdown und Durchführbarkeit weiterer Trades. Verwechsle dieses Verzinsungsmodell nicht mit den vorherigen festen Geld-R-Tabellen. Kapitalgewichtung, Durchschnitt und Multiplikation beantworten verschiedene Fragen.

Drei Schritte für ein belastbares Journal

  1. Berechne beobachtetes Nettomittel, durchschnittlichen Gewinn/Verlust, große Verluste und Beiträge großer Gewinne einschließlich Nullausgängen und Gebühren. Bezeichne ein Stichprobenmittel als Schätzung, nicht als bekannte künftige Erwartung. Halte geplantes und realisiertes CRV getrennt.
  2. Speichere je Trade initiales R, seinen Kontowährungsbetrag und die Mengenregel. Rechne +5 R/−1 R mit beiden Geldgewichten nach und prüfe anschließend Kapitalpfade unter tatsächlicher Größenregel. Ein positives R-Mittel kann negative Geldsumme begleiten.
  3. Prüfe schlechtere Fills und Kosten als deklarierte Stressszenarien ohne erfundene Marktfrequenz. Vergleiche Ziele und Größen auf unbenutzten Daten und berichte Drawdown. Ein 2-ATR-Trail, 0,5-Prozent-Budget oder hundert Trades beweist weder Vorteil noch garantierte Verlustgrenze.

Die Erwartungsformel, SL versus TP und Exitstrategie vertiefen die getrennten Bausteine.