Forex im Altersvorsorgeportfolio — warum nicht, und was stattdessen

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Risikohinweis · YMYL Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel am Forex-Markt birgt ein hohes Risiko des Kapitalverlusts — die ESMA berichtet, dass zwischen 74 % und 89 % der Privatanlegerkonten Verluste erleiden.

Altersvorsorge ist ein Projekt über fünfundzwanzig bis dreißig Jahre, und Forex ist ein Markt, auf dem laut ESMA-Daten aus den Jahren 2018 bis 2024 zwischen 74 und 89 Prozent der Retail-Kunden jedes Jahr Geld verlieren. Diese beiden Zahlen lassen sich kaum unter einem Dach vereinen. Wer hierher gekommen ist mit der Frage, ob gehebelter Devisenhandel einen Platz im Altersvorsorgeportfolio verdient, bekommt eine direkte Antwort: fast nie. Die ausführlichere Antwort erfordert eine Unterscheidung zwischen sinnvoller Währungsexposition und aktivem Forex-Gambling.

Warum jemand überhaupt Forex und Altersvorsorge kombinieren möchte

Der Gedanke ist auf den ersten Blick nicht absurd. Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland zahlt in Euro aus. Wenn der Euro über fünf Jahre gegenüber dem Dollar um dreißig Prozent fällt — was zuletzt 2022 für kurze Zeit passierte — sinkt die reale Kaufkraft dieser Rente bei importierten Waren um denselben Betrag. Eine gewisse Währungsdiversifikation im Altersvorsorgeportfolio ist daher keine Modeerscheinung, sondern ein vernünftiges Instrument zur Absicherung gegen Inflationsrisiken aus dem Ausland.

Das Problem beginnt, wenn jemand diese Logik in ein Brokerkonto mit Hebel 1:30 oder 1:500 übersetzt und vier Tage vor Quartalsschluss EUR/USD kauft. Das ist keine Diversifikation mehr — das ist Spekulation. Und Spekulation auf einem Markt, wo statistisch gesehen vier von fünf Retail-Konten im Minus schließen, hat im Zeitrahmen eines Altersvorsorgeaufbaus eine erschreckend hohe Wahrscheinlichkeit, bei null oder darunter zu enden.

Deshalb trenne ich in diesem Artikel zwei Dinge: Währungsexposition im langfristigen Portfolio, die sinnvoll, günstig und einfach über einen ETF abbildbar ist — und aktiver Devisenhandel auf Währungspaare, der nicht als Fundament der Altersvorsorge taugt. Das Erste bleibt im Plan. Das Zweite gehört, wenn überhaupt, in ein separates Freizeitbudget — niemals in das Rentenkapital. Die breiteren Grundlagen des Devisenmarktes findest du im Einführungsbereich dieses Portals.

Warum spekulativer Forex im Altersvorsorgehorizont scheitert

Drei Argumente — jedes gestützt auf eine konkrete Zahl, nicht auf persönliche Meinung.

Erstens: die Statistik. In der Europäischen Union regulierte Broker sind seit der ESMA-Regelung von 2018 verpflichtet, den Anteil der Retail-Kunden zu veröffentlichen, die in den letzten zwölf Monaten mit CFDs Geld verloren haben. Wer die Einstiegsseiten von XTB, Saxo, IG Markets oder Plus500 aufruft, sieht eine typische Bandbreite zwischen 74 und 89 Prozent Verlustkonten. Das ist kein statistischer Ausreißer und keine einzelne schlechte Stichprobe — es ist ein stabiles strukturelles Merkmal des Marktes, in dem die Mehrheit der Retail-Konten das Jahr im Minus beendet. Über einen Anlagehorizont von fünfundzwanzig Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, das Konto mindestens einmal auf null zu bringen, mathematisch sehr hoch.

Zweitens: das Fehlen einer passiven Rendite. Eine börsennotierte Aktie erwirtschaftet eine Dividende — der S&P 500 historisch rund 2 Prozent pro Jahr — und Kurszuwächse, deren realer Langfristdurchschnitt nach Inflation bei rund 7 Prozent liegt. Eine Staatsanleihe zahlt einen Coupon. Ein Bankguthaben zahlt Zinsen. Ein Währungspaar, das man heute zu EUR/USD 1.0850 kauft und fünf Jahre später wieder zum gleichen Kurs verkauft, liefert null Rendite — und in der Praxis eine leicht negative, weil jeden Abend Swap-Kosten anfallen. Forex hat keine eingebaute Ausschüttung; er lebt ausschließlich von der Kursvolatilität, die niemand im Voraus garantiert.

Drittens: der Hebel als Tail-Risk-Mechanismus. Der von ESMA 2018 eingeführte Retail-Hebeldeckel von 1:30 — schon eine deutliche Senkung gegenüber früheren 1:200 bis 1:500 — genügt noch immer, um bei einer Zwei-Prozent-Gegenbewegung das gesamte eingesetzte Kapital zu vernichten. Ein einziges schlechtes Wochenende — eine Kurslücke nach einem Referendum, einer Zentralbankentscheidung oder einem geopolitischen Schock — kann Ersparnisse mehrerer Monate auslöschen. Das ist eine völlig andere Risikokategorie als ein zwanzigprozentiger Drawdown bei einem Aktienindex, weil Aktienindizes sich erholen und ein mit Hebel ausgelöschtes Konto es nicht tut.

„Der durchschnittliche Anleger, ob privat oder institutionell, fährt am besten, wenn er in einen sehr kostengünstigen Indexfonds investiert, der den S&P 500 abbildet." — Warren Buffett, Aktionärsbrief Berkshire Hathaway, 2017

Was stattdessen in die Altersvorsorge gehört — Rentenkonten mit globalem ETF

In Deutschland stehen verschiedene steuerlich begünstigte Altersvorsorgeformen zur Verfügung: die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) als Pflichtbasis, die betriebliche Altersversorgung (bAV) mit Arbeitgeberanteil und — am flexibelsten für Selbstständige und Anleger — staatlich geförderte Privatvorsorge wie Riester (mit Zulagen und Steuervorteil) oder die klassische ETF-Sparplan-Strategie auf dem Depot. Für viele Leser dieses Portals ist ein steuerbegünstigtes Depot mit globalem UCITS-Aktien-ETF die praktischste zweite Säule neben der gesetzlichen Rente.

Was kauft man dort? Für die meisten Privatanleger lautet die Antwort: ein globaler UCITS-ETF, der den MSCI World oder den MSCI ACWI abbildet — an der Deutschen Börse Frankfurt oder der Euronext Amsterdam gelistet, vom BaFin-Regulierungsrahmen erfasst. Die günstigsten Fonds verlangen eine jährliche Verwaltungsgebühr (TER) von 0,07 bis 0,20 Prozent. Aktiv gemanagte Aktienfonds können 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr verlangen, was über einen zwanzigjährigen Horizont einen erheblichen Teil der Rendite auffrisst.

Der zweite Baustein sind inflationsgeschützte Staatsanleihen. Im deutschen Kontext sind das insbesondere inflationsindexierte Bundesanleihen (Linker), die das Bundesministerium der Finanzen über die Deutsche Finanzagentur begibt. Für kürzere Horizonte von zwei bis fünf Jahren eignen sich reguläre Bundeswertpapiere oder UCITS-Anleihefonds auf Euro-Staatsanleihen — ruhigere Instrumente als ein Aktien-ETF, gut geeignet für den Teil des Kapitals, den man früher als zehn Jahre benötigen könnte.

Der dritte Baustein — für alle, die echte Währungsexposition wünschen — ist ein UCITS-ETF auf US-Dollar-Unternehmensanleihen oder auf Euro-Anleihen, gehalten über ein normales Brokerdepot. Das ist keine Spekulation auf Währungspaare, sondern eine langfristige Position in einer Fremdwährung, die einen Coupon zahlt und sich langsam bewegt. Der qualitative Unterschied zu einem CFD-Konto ist groß genug, dass man beide Instrumente trotz des Wortes „Währung" nicht gleichsetzen sollte. Wie Risikomanagement in der Praxis funktioniert, liest du im entsprechenden Bereich dieses Portals.

Konkrete Zahlen für ein 100.000-Euro-Portfolio

Stell dir einen fünfundvierzigjährigen Ingenieur mit zwei Kindern und 100.000 Euro zu investierendem Kapital vor — Ziel: Ruhestand in zwanzig Jahren. Eine vernünftige Aufteilung im deutschen Kontext könnte so aussehen.

Fünfzig Prozent, also 50.000 Euro, fließen in einen thesaurierenden MSCI-World-ETF auf einem Depot — zum Beispiel bei einer deutschen Online-Bank wie Consorsbank, DKB oder ING. Dieser Anteil baut langfristigen Vermögensaufbau auf. Dreißig Prozent, also 30.000 Euro, gehen in inflationsindexierte Bundesanleihen oder einen kurz laufenden Anleihefonds — das ist das Kapital für unerwartete Ausgaben, ohne in einem schlechten Börsenzeitpunkt verkaufen zu müssen. Zwanzig Prozent, 20.000 Euro, bleiben als Liquiditätspuffer auf einem Tagesgeldkonto mit europäischer Einlagensicherung bis 100.000 Euro.

Wo taucht Forex in dieser Rechnung auf? Nirgends. Die Dollar-Exposition kommt automatisch über den MSCI-World-ETF — rund 70 Prozent des Index sind US-amerikanische Unternehmen, die in US-Dollar notieren. Wer explizit Euro-diversifizierte Anleihenexposition will, fügt einen MSCI-Europe-ETF oder einen Euro-Staatsanleihen-ETF hinzu. Spekulation auf EUR/USD bringt diesem Portfolio nichts, was ein ETF nicht günstiger und passiv leisten würde. Jahresgebühren des billigsten UCITS-ETF: 0,07 bis 0,20 Prozent. Spread plus Provision plus Swap auf einem CFD-Konto können mehrere Prozent des Kapitals jährlich kosten — zwei völlig verschiedene Kostenwelten.

Wann Forex dennoch im Portfolio auftaucht — die Ausnahmen

Zwei Ausnahmen gibt es, die ich in einem Text für normale Arbeitssparer nicht verschweige. Die erste: Menschen, für die Forex Beruf oder langjähriges dokumentiertes Hobby mit nachgewiesener positiver Erwartung (positive Expectancy) ist. Die zweite: Menschen, die das Forex-Konto als Teil eines Freizeitbudgets führen — klar getrennt vom Altersvorsorgekapital.

Gehörst du zur ersten Gruppe — du hast fünf, zehn oder fünfzehn Jahre dokumentierte Handelshistorie aus Broker-Statements, nicht aus einer selbst erstellten Excel-Tabelle — fällt deine Situation außerhalb des Rahmens dieses Artikels. In diesem Fall empfehle ich, einen Steuerberater hinzuzuziehen und die Überlegungen zu Positionstrading und Carry-Trade-Strategien auf ForexMechanics.com zu lesen.

Gehörst du zur zweiten Gruppe — du interessierst dich für Märkte, analysierst gerne, aber Altersvorsorge ist nicht dein einziges Ziel — dann trenne einen Betrag ab, dessen Verlust die Solvenz deiner Familie und deinen Ruhestandsplan nicht berührt. Das können ein, zwei oder fünf Prozent des Nettovermögens sein, aber es darf keine feste Zeile im Rentenplan sein. Behandle es als Hobby, bei dem du verdienen oder verlieren kannst, ohne dass es das Haushalt belastet.

Eine dritte, engere Ausnahme gilt für Menschen mit echtem physischen Währungsbedarf — Einkommen in einem Land, Immobilie in einem anderen, Kind im Ausland. Währungskauf über ein Bankkonto oder einen Wechseldienstleister ist hier vernünftig, aber das ist keine gehebelte Spekulation. Der Unterschied liegt darin, dass kein Hebel vorhanden ist und kein Kauf „in der Hoffnung, dass die Währung steigt" — man sichert eine spezifische künftige Zahlung ab.

Häufige Fehler im deutschen Vorsorgekontext

Diese Muster begegnen mir regelmäßig, wenn Leser an die Redaktion schreiben.

  1. Die Annahme, man könne die Rentenversorgungslücke durch Forex-Handel schließen statt durch konsequentes Sparen. Die 74-bis-89-Prozent-CFD-Verluststatistik verschwindet nicht, weil jemand das Geld besonders dringend braucht.
  2. Steuervorteile der dritten Säule (ETF-Sparplan im steuerbegünstigten Rahmen) nicht auszuschöpfen. Die Freistellungspauschale von 1.000 Euro pro Jahr (ab 2023; 2.000 Euro für Ehepaare) verfällt ungenutzt — das ist ein echter Steuervorteil, der nicht zurückkommt.
  3. Das gesamte Altersvorsorgekapital in Euro-nominierten deutschen Papieren zu halten. Das ist keine Länderdiversifikation — das ist hundertprozentige Exposition gegenüber deutschem Risiko (Währung, Inflation, Regulierung). Ein globaler Aktien-ETF baut Währungsdiversifikation ohne jede Spekulation ein.
  4. Die historische reale Rendite auf US-Aktien (rund 7 Prozent) als Garantie zu interpretieren — unter Ignorierung von Gebühren, Steuern und dem Sequence-of-Returns-Risiko: Ein schlechtes erstes Rentnerjahr kann die gesamte Arithmetik verschieben.
  5. Ein CFD-Konto mit einem regulierten Investmentfonds gleichzusetzen. Ein CFD-Konto ist kein Sondervermögen — bei Insolvenz des Brokers fließen Kunden-Assets in die Insolvenzmasse, und der Entschädigungsfonds der Wertpapierbranche deckt in Deutschland bis zu 20.000 Euro ab, nicht unbegrenzt und nicht gegen Marktverlustes.

Was jetzt zu tun ist

  1. Ermittle deinen tatsächlichen Altersvorsorgebedarf. Schätze deine voraussichtliche gesetzliche Rente (Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung anfordern), berechne die Versorgungslücke zum gewünschten Niveau und rechne rückwärts: Wie viel Kapital musst du in zwanzig Jahren aufgebaut haben, damit die Differenz durch Entnahmen gedeckt ist? Diese Zahl ist die Grundlage jeder weiteren Entscheidung — auch der Entscheidung, ob Forex irgendwo hineinpasst.
  2. Öffne ein Depot und kaufe den günstigsten MSCI-World-ETF, den du findest. Vergleiche die TER (Total Expense Ratio) — alles unter 0,20 Prozent jährlich ist gut. Richte einen monatlichen Sparplan ein, der automatisch läuft, und überweise den Betrag per Dauerauftrag. Den optimalen Positionsaufbau und Kostenkontrolle erklärt der Bereich zu technischen Konzepten dieses Portals ausführlicher.
  3. Füge einen Anleiheanteil für den kürzeren Horizont hinzu. Inflationsindexierte Bundesanleihen oder ein kurzlaufender Euro-Staatsanleihen-ETF decken den Teil des Kapitals ab, den du in weniger als zehn Jahren benötigen könntest — ohne dass du gezwungen bist, Aktien in einem Crash zu verkaufen. Die Aufteilung hängt von deinem Alter und deiner Risikobereitschaft ab; 60 Prozent Aktien / 40 Prozent Anleihen ist ein klassischer Ausgangspunkt für einen Fünfzigjährigen.
  4. Wenn du unbedingt ein Forex-Konto willst, trenne es konsequent vom Altersvorsorgedepot. Überweise einen festen Betrag, dessen Verlust deinen Ruhestandsplan nicht verändert. Lese vorher den Artikel zur steuerlichen Behandlung von Forex-Gewinnen in Deutschland, damit du weißt, was du dem Finanzamt wann meldest — denn auch Verluste aus CFDs können steuerrechtlich relevant sein.
  5. Zahlst du jedes Jahr einen festen Betrag in den ETF-Sparplan ein — und zwar konsequent über die nächsten zwanzig Jahre. Der Zinseszinseffekt (Compounding) funktioniert nur, wenn du dabei bleibst. Ein Aktienindex hat eingebautes Dividenden-Reinvestment und Gewinnwachstum der enthaltenen Unternehmen. Dein Portfolio wächst nicht, weil du den Markt gut timt, sondern weil du lange genug dabei bleibst. Zwanzig Jahre sind keine Spekulation — sie sind Geduld.
Jarosław Wasiński
Über den Autor

Jarosław Wasiński

Chefredakteur bei MyBank.pl · Finanz- und Marktanalyst

Unabhängiger Analyst und Praktiker mit über 20 Jahren Erfahrung im Finanzsektor. Gründer und Chefredakteur des Portals MyBank.pl, aktiv seit 2004. Fundamentalanalyse der Devisen- und Makromärkte seit 2007. Schreibt aus europäischer Marktperspektive im regulatorischen Rahmen von ESMA und BaFin.

Quellen und Literatur

  1. European Securities and Markets Authority ESMA agrees to prohibit binary options and restrict CFDs to protect retail investors · Decyzja z 27 marca 2018 wprowadzająca obowiązek publikacji odsetka klientów stratnych, limit dźwigni 1:30 dla najbardziej płynnych par walutowych i ochronę przed ujemnym saldem. www.esma.europa.eu ↗
  2. Komisja Nadzoru Finansowego Wyniki klientów detalicznych na rynku CFD — komunikat KNF · Coroczne zestawienie KNF pokazujące odsetek polskich klientów detalicznych ze stratą na rachunkach CFD u brokerów licencjonowanych przez Komisję. www.knf.gov.pl ↗
  3. Ministerstwo Finansów Rzeczypospolitej Polskiej Obligacje skarbowe oszczędnościowe — oferta EDO, COI, COI IPL, ROS, ROD · Oficjalny opis serii obligacji oszczędnościowych Skarbu Państwa, oprocentowanie w pierwszym roku i indeksacja inflacyjna w latach kolejnych. www.obligacjeskarbowe.pl ↗
  4. Zakład Ubezpieczeń Społecznych Limity wpłat na IKE i IKZE w 2024 roku — komunikat ZUS · Roczne limity wpłat: 23 472 złotych dla IKE (trzykrotność prognozowanego przeciętnego wynagrodzenia) i 9 388 złotych dla IKZE (1,2-krotność prognozowanego przeciętnego wynagrodzenia). www.zus.pl ↗
  5. Narodowy Bank Polski Kursy średnie NBP — archiwum kursów EUR/PLN i USD/PLN · Historyczne dane kursów średnich NBP używane do weryfikacji osłabienia złotego w latach 2008–2009 i 2022 wymienionych w artykule. nbp.pl ↗

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Forex innerhalb eines steuerbegünstigten Altersvorsorgedepots halten?

In den meisten Ländern der Europäischen Union lassen steuerbegünstigte Altersvorsorgekonstrukte — Riester-Rente, Direktversicherungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung oder ein normales ETF-Depot mit Freistellungspauschale — Aktien, ETFs und Anleihen zu, schließen aber CFD (Differenzkontrakt) und gehebelten Spot-Forex ausdrücklich aus. Der Grund ist zweifach: Das regulatorische Rahmenwerk stuft hochspekulative Instrumente als unvereinbar mit begünstigter Vorsorge ein, und Broker mischen das regulierte Wertpapiergeschäft lieber nicht mit dem CFD-Bereich unter einem Dach. Wer Währungsexposition im Vorsorgekontext will, kauft einen UCITS-ETF auf Euro-Staatsanleihen oder auf globale Aktien — die Fremdwährungsexposition kommt passiv mit. Spekulation auf EUR/USD gehört auf ein gesondertes Konto bei einem anderen Broker, versteuert als Kapitalertrag ohne Sondervorteil.

Welche Freibeträge und Steuervergünstigungen gibt es für die private Altersvorsorge in Deutschland?

Im deutschen Altersvorsorgesystem gibt es mehrere steuerlich relevante Hebel. Die Freistellungspauschale für Kapitalerträge beträgt ab 2023 für Einzelpersonen 1.000 Euro pro Jahr (2.000 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare) — Dividenden und realisierte Kursgewinne bis zu diesem Betrag bleiben abgeltungsteuerfrei. Riester-Förderung umfasst eine Grundzulage von 175 Euro pro Jahr plus Kinderzulagen, daneben einen Sonderausgabenabzug bis 2.100 Euro. Beiträge in die Rürup-Rente (Basisrente) sind 2024 bis zu 27.566 Euro als Sonderausgaben abzugsfähig. Für Arbeitnehmer ist die betriebliche Altersversorgung (bAV) über Entgeltumwandlung bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (2024: 3.312 Euro) sozialabgabenfrei. Die Beträge werden jährlich angepasst und nicht kumuliert — nicht ausgenutzter Freibetrag aus 2023 überträgt sich nicht auf 2024. Aktuelle Zahlen gibt die BaFin und das Bundesministerium der Finanzen heraus.

Sind inflationsindexierte Bundesanleihen besser als ein Bankguthaben im Altersvorsorgeportfolio?

In den meisten Jahren des Zeitraums 2017 bis 2024 warfen inflationsindexierte Bundesanleihen (Linker) im längeren Laufzeitbereich einen Realzins oberhalb des Tagesgeldsatzes ab, weil ihre Kupons mit dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) verknüpft sind — steigt die Inflation, steigt der Coupon. Ein normales Sparbuch oder Tagesgeldkonto zahlt einen Satz nahe dem EZB-Leitzins abzüglich der Bankenmarge — in Hochinflationsphasen wie 2022 war das deutlich negativ in realer Rechnung. Ein zweiter Vorteil von Staatsanleihen ist, dass man sie in Deutschland ohne Ausgabeaufschlag direkt über die Bundesfinanzagentur oder an der Börse kaufen kann. Drittens gilt die Bundesgarantie formal als stärker als die EU-Einlagensicherung, die Bankguthaben bis 100.000 Euro pro Einleger und Institut absichert — bei größeren Beträgen ist das ein echter Unterschied. Der Nachteil ist die Bindung: Vorzeitige Veräußerung am Sekundärmarkt kann bei steigenden Zinsen zu Kursverlusten führen, daher passen Anleihen zum Teil des Kapitals, das man in weniger als fünf bis zehn Jahren wirklich nicht braucht.

Warum ein MSCI-World-ETF statt einzelner heimischer Aktien?

Drei Gründe. Erstens: Kosten. Die günstigsten UCITS-Fonds, die den MSCI World abbilden, verlangen eine jährliche Verwaltungsgebühr (TER) von 0.12 bis 0.20 Prozent. Aktiv gemanagte Aktienfonds auf heimische Titel können 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr kosten, was über einen zwanzigjährigen Horizont einen erheblichen Teil der Rendite auffrisst. Zweitens: geografische Diversifikation. Der MSCI-World-Index umfasst rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Der deutsche DAX hat 40 Werte. Drittens: Währungsdiversifikation. Über einen MSCI-World-ETF erhält man automatisch Exposition gegenüber dem US-Dollar (rund 70 Prozent des Index), dem Yen, dem britischen Pfund und weiteren Währungen. Das ist dieselbe Währungsabsicherung, die spekulativer Forex bieten soll — nur ohne das spekulative Risiko. Der ETF erfordert keine Timing-Entscheidungen: du kaufst einmal im Monat oder einmal im Quartal und gehst zurück zur Arbeit.

Ist die historische reale Aktienrendite von 7 Prozent pro Jahr garantiert?

Nein. Die durchschnittliche reale Rendite US-amerikanischer Aktien über den Zeitraum 1928 bis 2023 lag bei rund 7 Prozent pro Jahr nach Abzug der Inflation — das ist ein historisches Faktum, keine Zusage für die Zukunft. Erstens: Über kürzere Zeiträume waren die realen Renditen erheblich niedriger oder negativ — die Dekade 1929 bis 1939 schloss mit Verlust, die Dekade 2000 bis 2009 war real nahezu null. Zweitens: Ein Durchschnitt ist ein Durchschnitt — in einzelnen Jahren kann ein Aktienindex 30, 40 oder 50 Prozent fallen (Finanzkrise 2008, Pandemie 2020). Drittens: Die persönliche Rendite liegt unter der des Index, weil Gebühren, Steuern und — am wichtigsten — die Sequenz der Renditen (das Timing von Einzahlungen und Entnahmen) abweichen. Was das für die Altersvorsorgeplanung bedeutet: 7 Prozent real ist eine Zahl, die man für einen langen zwanzigjährigen Horizont als Orientierung verwenden darf, aber mit einem größeren Puffer und einer vernünftigen Mischung aus Aktien und Anleihen — damit ein schlechtes erstes Rentnerjahr den gesamten Plan nicht zerstört.

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