FxPro Broker-Testbericht — Regulierung, Kosten und vier Plattformen

Zuletzt geprüft: · Vierteljährliche Überprüfung
Risikohinweis · YMYL Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel am Forex-Markt birgt ein hohes Risiko des Kapitalverlusts — die ESMA berichtet, dass zwischen 74 % und 89 % der Privatanlegerkonten Verluste erleiden.

FxPro ist einer jener Broker, deren Name in Plattformgesprächen seit Jahren auftaucht, über den aber viele Trader überraschend wenig wissen. Die Marke ist seit Mitte der 2000er-Jahre im Retail-Markt aktiv, ihre zypriotische Gesellschaft hält eine CySEC-Lizenz mit der Nummer 078/07, die im März 2007 erteilt wurde — und ihr Angebot hebt sich durch etwas Seltenes ab: vier verschiedene Handelsplattformen unter einem Dach. Im Folgenden erkläre ich, was FxPro tatsächlich bietet, wo der Broker echte Stärken hat und wo ein europäischer Retail-Kunde zweimal nachdenken sollte, bevor er ein Konto eröffnet.

Wer FxPro ist und wie die Regulierung aussieht

FxPro ist eine Brokergruppe, die vor allem mit Zypern und dem Vereinigten Königreich assoziiert wird und seit ungefähr 2006 im Retail-Markt tätig ist. Am einfachsten lässt sich das zypriotische Standbein überprüfen: Im öffentlichen Register der Cyprus Securities and Exchange Commission (CySEC) ist FxPro Financial Services Ltd mit der Investment-Firm-Lizenz Nummer 078/07 eingetragen, erteilt am 5. März 2007. Dieses Detail ist relevant: Eine CySEC-Lizenz aus dem Jahr 2007 bedeutet, dass die Gesellschaft den vollständigen Regulierungszyklus noch vor den MiFID-II-Reformen und der ESMA-Produktintervention durchlaufen hat — und diese Veränderungen überlebt hat.

Laut eigenen regulatorischen Offenlegungen operiert FxPro über mehrere separate Gesellschaften: Neben der zypriotischen (CySEC) gibt es eine britische unter Aufsicht der FCA sowie außerhalb Europas u. a. eine Gesellschaft mit Lizenz in Südafrika (FSCA) und eine auf den Bahamas (SCB). Für einen EU-Ansässigen ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Er wird in der Regel über die zypriotische Einheit im EU-Binnenmarkt bedient und genießt damit das vollständige Verbraucherschutzpaket des europäischen Rechts. Ob für Trader in Deutschland zusätzlich die BaFin-Registrierung als EU-Pass-Überwachung greift, lässt sich im öffentlichen BaFin-Register nachschlagen — die materielle Regulierung bleibt aber CySEC/ESMA.

Diese Unterscheidung ist keine Formalität: Verschiedene Gesellschaften derselben Marke haben unterschiedliche Hebelobergrenzen, unterschiedlichen Schutzumfang und unterschiedliche Entschädigungssysteme. Prüfe vor der Kontoeröffnung im Registrierungspanel genau, welche FxPro-Gesellschaft deine Anmeldung annimmt — denn diese Einheit, nicht die Marke als Ganzes, bestimmt deine Rechte. Den Mechanismus erkläre ich ausführlicher im Überblick über Broker-Regulierung und -Aufsicht.

Das Ausführungsmodell: No Dealing Desk in der Praxis

FxPro vermarktet sich seit Langem als No Dealing Desk Broker, was theoretisch bedeutet, dass deine Aufträge an externe Liquiditätsgeber weitergeleitet werden und der Broker nicht selbst die Gegenseite deines Trades übernimmt. Das ist eine wichtige Aussage — behandle sie dennoch wie ein Analyst. Ein Ausführungsmodell ist kein Marketinglabel, sondern ein Satz konkreter Verhaltensweisen: Wie schnell werden Aufträge ausgeführt, und wie oft tritt Slippage rund um Datenpublikationen auf?

Den Unterschied zwischen einem Broker, der lediglich vermittelt, und einem, der selbst die Marktgegenseite ist, erkläre ich im Artikel darüber, wie sich das ECN-Modell vom Market Maker unterscheidet. Der praktische Test für FxPro ist einfach: Eröffne ein Demo-Konto, dann ein kleines Echtgeldkonto, und beobachte die Ausführung rund um Makrodaten — nur so lässt sich die No-Dealing-Desk-Aussage prüfen, anstatt ihr auf Treu und Glauben zu vertrauen.

„Das Erste, was du beim Wählen eines Brokers prüfen solltest, ist, ob er der Aufsicht einer anerkannten Regulierungsbehörde unterliegt. Das ist dein grundlegender Schutz als Trader." — Kathy Lien, 2016.

Vier Plattformen: echter Vorteil oder Auswahl-Überflutung

FxPros stärkstes Merkmal ist die Plattformauswahl. Laut Broker-Unterlagen stehen vier zur Verfügung: MetaTrader 4, MetaTrader 5, cTrader und FxPros eigene Plattform in Web- und Mobilversion. Das ist eine seltene Kombination, weil sich die meisten Broker auf eine oder zwei Anwendungen beschränken — und jede der vier spricht einen anderen Trader-Typ an.

  • MetaTrader 4 — der Klassiker für automatisierte Strategien, die in der MQL4-Sprache geschrieben und als fertige Expert Advisors (EAs) bereitgestellt werden.
  • MetaTrader 5 — der Nachfolger von MT4 mit mehr Zeitrahmen, einem integrierten Wirtschaftskalender und Multi-Asset-Unterstützung.
  • cTrader — eine Plattform, die Trader schätzen, die auf transparente Markttiefe und schnelle Orderausführung Wert legen.
  • FxPro-Plattform — eine proprietäre Web- und Mobilumgebung für alle, die MetaTrader nicht installieren möchten.

Wer zwischen MetaTrader 5 und cTrader schwankt, findet Orientierung im Artikel über den Vergleich beider Plattformen. Kurzgefasst: MT5 gewinnt beim Umfang der Werkzeuge und der Community, cTrader bei der Übersichtlichkeit der Oberfläche und der Art, wie Aufträge dargestellt werden. FxPro ermöglicht es, beide ohne separate Broker-Konten zu testen — das erleichtert die Entscheidung erheblich.

Kosten: Spread oder Kommission

FxPro bietet, wie die meisten großen Broker, mehrere Kontotypen mit unterschiedlicher Kostenstruktur an. Einige basieren ausschließlich auf einem in den Preis eingebetteten Spread, andere kombinieren einen engeren Spread mit einer separaten volumenabhängigen Kommission. Konkrete Zahlen nenne ich hier nicht, weil sich Broker-Preislisten ändern und je nach Gesellschaft und Kontotyp variieren können — prüfe die aktuellen Werte direkt auf der FxPro-Preisseite, bevor du ein Konto eröffnest.

Wichtiger als eine einzelne Zahl ist das Verständnis dafür, wie du die Gesamtkosten berechnest. Ein Konto mit null Spread und einer Kommission kann für einen aktiven Trader günstiger ausfallen als ein „provisionsfreies" Konto mit breiterem Spread — es hängt von der Anzahl der Trades und der Positionsgröße ab. Wie du diese Faktoren zu einer Gesamtzahl zusammenführst, erkläre ich im Abschnitt zu Spread-basierte versus kommissionsbasierte Broker. Hinzu kommen die Swap-Punkte für das Halten einer Position über Nacht.

Als EU-ansässiger Trader trifft dich noch ein versteckter Kostenpunkt: die steuerliche Meldepflicht. Als ausländischer Broker stellt FxPro keine lokale Steuerbescheinigung aus — die vollständige Deklaration der Gewinne liegt beim Investor, basierend auf dem Jahresbericht der Plattform und der Umrechnung in die jeweilige Landeswährung.

Kundenschutz und Hebelobergrenzen in der EU

Ein Konto bei FxPros zypriotischer Einheit unterliegt den EU-Retail-Schutzregeln, die ESMA 2018 eingeführt hat. Das bedeutet harte Hebelobergrenzen: maximal 30:1 für die wichtigsten Währungspaare, 20:1 für Neben-Paare, Gold und die wichtigsten Indizes sowie niedrigere Werte für andere Instrumente. Hinzu kommen der Schutz vor negativem Kontostand und die standardisierte Risikowarnung, die jeder EU-Broker einem Retail-Kunden anzeigen muss.

Dieser letzte Punkt ist keine leere Formel. Die Daten, die der ESMA-Intervention zugrunde lagen, zeigten, dass die meisten Retail-Konten, die mit CFDs handeln, Geld verlieren. Der Hebel ist ein zweischneidiges Werkzeug: Er verstärkt sowohl den potenziellen Gewinn als auch die Geschwindigkeit, mit der eine Einlage verloren gehen kann. Ein gut regulierter Broker schützt dich vor der Unehrlichkeit der Firma, nicht aber vor dem Marktrisiko oder eigenen Fehlern im Positionsmanagement.

Für wen FxPro geeignet ist — und für wen nicht

FxPro ergibt Sinn für einen fortgeschrittenen oder erfahrenen Trader, der bewusst die Wahl zwischen MetaTrader und cTrader haben möchte und eine lange, nachprüfbare Regulierungsgeschichte seit 2007 schätzt. Es ist auch eine vernünftige Option für Nutzer automatisierter Systeme, weil vier Plattformen und breite Expert-Advisor-Unterstützung eine Flexibilität bieten, die Einplattform-Broker nicht haben.

Auf der anderen Seite stehen reale Nachteile. FxPro bietet keinen Support in allen lokalen Sprachen, was für Anfänger bei Beschwerden oder Steuerfragen zur Hürde werden kann. Als ausländischer Broker stellt FxPro keine lokale Steuerbescheinigung aus, sodass die gesamte Meldepflicht beim Investor verbleibt. Wer den Markt noch erlernt und Unterstützung in der eigenen Sprache benötigt, wird sich bei einem lokalen Broker mit nationaler Lizenz sicherer fühlen. Einen umfassenden Rahmen für die Broker-Auswahl bietet der Artikel über die Wahl des richtigen Brokers auf ForexMechanics.

Was jetzt zu tun ist

FxPro ist ein glaubwürdiger, mehrplattformiger Broker mit langer Geschichte — doch das letzte Urteil hängt von den Details ab, die zu deinem eigenen Stil passen. Statt dich allein von der Marke leiten zu lassen, führe drei konkrete Schritte aus.

  1. Bestätige, welche Gesellschaft dich bedienen wird. Prüfe während der Registrierung, ob du mit der zypriotischen Gesellschaft unter CySEC-Aufsicht oder mit einer Offshore-Einheit kontrahierst. Das entscheidet über deine Hebelobergrenzen, den Schutz vor negativem Kontostand und das Entschädigungssystem — verifiziere die Lizenz im öffentlichen Register der Regulierungsbehörde, bevor du auch nur eine Einheit Kapital einzahlst.
  2. Teste die Ausführung und berechne die tatsächlichen Kosten. Eröffne ein Demo-Konto, dann ein kleines Echtgeldkonto, und vergleiche einen Spread-basierten Kontotyp mit einem, der Spread und Kommission kombiniert. Berechne die Kosten auf Basis deiner typischen Trade-Anzahl und addiere die Swap-Punkte — nur diese Zahl sagt die Wahrheit über den Preis des Handelns mit einem bestimmten Broker. Weitere Orientierung dazu bietet der Bereich Risikomanagement und Handelskosten auf dieser Seite.
  3. Wähle die Plattform passend zu deiner Strategie. Nutze die Tatsache, dass FxPro Zugang zu vier Plattformen gleichzeitig bietet. Handle eine Woche lang im Demo-Modus in MT5 und cTrader, und bleib dann bei derjenigen, die besser zu deiner Arbeitsweise passt — richte die Plattform nach der Strategie aus, nicht umgekehrt.
Jarosław Wasiński
Über den Autor

Jarosław Wasiński

Chefredakteur bei MyBank.pl · Finanz- und Marktanalyst

Unabhängiger Analyst und Praktiker mit über 20 Jahren Erfahrung im Finanzsektor. Gründer und Chefredakteur des Portals MyBank.pl, aktiv seit 2004. Fundamentalanalyse der Devisen- und Makromärkte seit 2007. Schreibt aus europäischer Marktperspektive im regulatorischen Rahmen von ESMA und BaFin.

Quellen und Literatur

  1. Cyprus Securities and Exchange Commission (CySEC) Cypriot Investment Firms (CIF) — public register · Wpis FxPro Financial Services Ltd: licencja firmy inwestycyjnej numer 078/07, data licencji 05/03/2007, numer rejestrowy 181344. www.cysec.gov.cy ↗
  2. European Securities and Markets Authority (ESMA) ESMA adopts final product intervention measures on CFDs and binary options — 1 June 2018 · Limity dźwigni dla klientów detalicznych (30:1 dla głównych par walutowych, niżej dla pozostałych), ochrona przed ujemnym saldem i standaryzowane ostrzeżenie o ryzyku. www.esma.europa.eu ↗
  3. Komisja Nadzoru Finansowego (KNF) Lista ostrzeżeń publicznych KNF · Oficjalna lista ostrzeżeń KNF wobec podmiotów działających bez wymaganego zezwolenia — narzędzie do weryfikacji wiarygodności brokera w Polsce. www.knf.gov.pl ↗

Häufig gestellte Fragen

Ist FxPro ein sicherer Broker?

FxPro operiert unter anerkannten Regulierungsbehörden: Seine zypriotische Gesellschaft FxPro Financial Services Ltd ist im öffentlichen CySEC-Register mit der Lizenz Nummer 078/07, erteilt am 5. März 2007, eingetragen. Die Marke gibt zudem Aufsicht durch die britische FCA sowie Gesellschaften außerhalb Europas an. Für einen EU-Ansässigen ist der entscheidende Punkt, dass du in der Regel über die zypriotische Einheit im EU-Binnenmarkt bedient wirst — mit Schutz vor negativem Kontostand und den ESMA-Hebelobergrenzen. Regulierung schützt dich vor unehrlicherem Verhalten der Firma, nicht jedoch vor dem Marktrisiko — die meisten Retail-Konten, die CFDs handeln, verlieren Geld. Prüfe immer im Register der Regulierungsbehörde, welche Gesellschaft den Vertrag mit dir abschließt.

Welche Plattformen bietet FxPro an?

Laut Broker-Unterlagen bietet FxPro vier Handelsplattformen an, was unter Mitbewerbern selten ist. Das sind MetaTrader 4 (der Klassiker für automatisierte Strategien in der MQL4-Sprache), MetaTrader 5 (der Nachfolger mit mehr Zeitrahmen und Multi-Asset-Unterstützung), cTrader (geschätzt für transparente Markttiefe und schnelle Ausführung) sowie FxPros eigene Plattform in Web- und Mobilversion. Dieses Angebot ermöglicht es dir, verschiedene Umgebungen zu testen, ohne Konten bei mehreren Brokern gleichzeitig zu eröffnen. Passe die Wahl deinem Trading-Stil an: Fans automatisierter Systeme bleiben häufiger bei MetaTrader, während solche, die eine übersichtliche Oberfläche schätzen, eher zu cTrader tendieren.

Ist FxPro für Einsteiger geeignet?

Für absolute Einsteiger ist FxPro keine offensichtliche erste Wahl. Der Broker bietet keinen Support in allen Landessprachen, was Beschwerden und Steuerfragen erschwert. Als ausländischer Broker stellt er keine lokale Steuerbescheinigung aus — die gesamte Meldepflicht liegt beim Investor. FxPro eignet sich besser für fortgeschrittene und erfahrenere Trader, die bewusst die Wahl zwischen MetaTrader und cTrader haben möchten und eine lange, nachprüfbare Regulierungsgeschichte seit 2007 schätzen. Ein Einsteiger, der den Markt noch erlernt und Unterstützung in seiner Sprache benötigt, wird sich bei einem lokalen Broker mit nationaler Lizenz wahrscheinlich sicherer fühlen.

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