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- Alle vier strikten Divergenzvergleiche unterscheiden.
- Preis-Pivot, RSI-Zuordnung und Bestätigungszeitpunkt dokumentieren.
- Eine historische Änderung durch alle späteren RSI-Zustände propagieren.
- Trendfilter und EUR-Nettoergebnis getrennt von der Geometrie prüfen.
Begriffe direkt erklärt
Divergenz Relative Strength Index (RSI) Handelsjournal Stop-Loss Take-Profit ATR – Durchschnitt der True Range„Der Preis steigt, RSI fällt“ ist ohne gewählte Punkte unvollständig. Vergleichen wir Hochs, Tiefs oder beliebige Kerzenschlüsse? Welche Reihe und Periodenlänge verwenden wir? Erst dieselben benannten Punkte ergeben eine prüfbare Klassifikation.
Was bedeutet klassisch oder versteckt?
Die klassische, auch reguläre Divergenz setzt ein neues Extrem im ausgewählten Preisvergleich gegen ein weniger extremes Oszillatorsignal. Die versteckte Divergenz vergleicht einen Rücksetzer im Preis mit einem weiter reichenden Oszillatorpunkt. Beide beschreiben zunächst Geometrie. „Neu“ bedeutet gegenüber dem ausgewählten Vorgänger, nicht zwingend historisches Allzeithoch oder Allzeittief.
| Typ | Preis | Oszillator | Übliche Hypothese |
|---|---|---|---|
| Klassisch bullisch | Tieferes Tief | Höheres Tief | Mögliche Aufwärtsumkehr |
| Klassisch bärisch | Höheres Hoch | Tieferes Hoch | Mögliche Abwärtsumkehr |
| Versteckt bullisch | Höheres Tief | Tieferes Tief | Mögliche Aufwärtsfortsetzung |
| Versteckt bärisch | Tieferes Hoch | Höheres Hoch | Mögliche Abwärtsfortsetzung |
Gleichheit erfüllt hier keine strikte Ungleichung. Eine Toleranz für beinahe gleiche Werte wäre zusätzliche Regel mit Einheit und Schwelle. Die Tabelle enthält keine Erfolgswahrscheinlichkeit. Weder die Handelsfrequenz noch der Name versteckt begründet einen Vorteil gegenüber klassisch.
Drei Tiefs erzeugen zwei eigenständige Vergleiche
Hypothetisch seien drei bereits bestätigte Tiefs A, B, C mit Preisen 100, 99, 103 und zugeordneten RSI-Werten 40, 45, 35 gegeben. Diese Werte sind Inputs, keine aus nur drei Kursen rekonstruierte RSI-Historie. A→B ist klassisch bullisch: Preis tiefer, RSI höher. B→C ist versteckt bullisch: Preis höher, RSI tiefer.
Der neue Vergleich B→C löscht A→B nicht. Erfasse für jede Zeile beide Indizes, Preis- und RSI-Werte sowie den Erkennungszeitpunkt. Auch eine zusätzliche Trendbedingung macht frühere Geometrie nicht rückwirkend anders. Aus drei Tiefs allein folgt zudem keine vollständige steigende Hoch-/Tiefstruktur.
B→C ergänzt einen Vergleich; A→B wird nicht umgeschrieben.
- A
- Preis 100; RSI 40 – Erster Punkt
- B
- Preis 99; RSI 45 – A→B: klassisch bullisch
- C
- Preis 103; RSI 35 – B→C: versteckt bullisch
Welche Punkte und welchen RSI vergleichst du?
RSI am Preis-Pivot und ein unabhängig gefundener RSI-Pivot sind unterschiedliche Zuordnungen. Ein Suchfenster um den Preispunkt muss ausdrücklich definiert werden; ein Punkt rechts davon wird erst später bekannt. Verwende dieselbe Regel in beiden Richtungen und speichere tatsächliche Indizes. Frei passende Oszillatorpunkte herauszusuchen verändert das getestete Verfahren.
Vollständige Schlusskurse statt erfundener RSI-Punkte
Erhaltene Modellreihe, Bar 0 bis 9: 100, 110, 105, 100, 110, 120, 115, 104, 106, 108. Wir definieren RSI(3) auf Schlusskursen. Erste drei Änderungen +10, −5, −5 ergeben durchschnittlichen Gewinn U = 10/3 und durchschnittlichen Verlust D = 10/3. Danach gilt U = (2×voriges U + aktueller positiver Anstieg)/3; D entsprechend mit positivem Verlustbetrag. RSI = 100−100/(1+U/D), solange D positiv ist.
Bei Bar 3 ist RSI 50. Für Bar 7 ergeben sich U = 760/243 und D = 1321/243, entsprechend RSI ≈ 36,5209. Die ausgewählten Schlusskurstiefs steigen von 100 auf 104, während RSI fällt. Das ist versteckt bullisch in dieser Zuordnung, obwohl beide RSI-Werte über 30 liegen. Die 30-/70-Schwellen entscheiden den Divergenztyp nicht.
Unsere Pivotregel verlangt einen Schlusskurs strikt unter den zwei linken und zwei rechten Schlusskursen. Bar 3 wird erst nach Bar 5 bestätigt; Bar 7 erst nach Bar 9, dessen Schlusskurs bereits 108 ist. Der Pivotkurs 104 ist somit kein zum Bestätigungszeitpunkt garantiert verfügbarer Einstieg. Andere Indikatorstarts, Perioden, High-/Low-Pivots oder Glättungen sind andere Modelle.
Geometrie und Trendfilter getrennt halten
Für einen gesonderten angenommenen Punktvergleich 100→104 mit RSI 50→40 bleibt die Geometrie versteckt bullisch. Diese RSI-Inputs stammen ausdrücklich nicht aus der Zehn-Kurs-Rechnung. Fordert ein eigenes Trendfilter steigende letzte zwei Hochs und Tiefs, erfüllen Hochs 115→120 den Hochvergleich; 125→120 tun es nicht. Ein höheres Tief allein genügt dem vollständigen Filter nicht.
Speichere daher zwei Felder: geometrischer Typ und Kontextregel erfüllt/unerfüllt. Versteckte Geometrie kann auch in einer Seitwärtsphase auftreten. Eine häufig verwendete Fortsetzungshypothese ersetzt weder den Trendtest noch dessen Evaluation. H = 4, D = 1 oder ein gleitender 50er-Durchschnitt sind mögliche Definitionen, keine Voraussetzung des Begriffs.
Eine Kursänderung verändert den weiteren Zustand
Ändere in der vollständigen Reihe ausschließlich Schlusskurs 7 von 104 auf 99. Berechne RSI ab diesem Punkt und danach neu. RSI 7 beträgt nun ungefähr 30,5712. Preis 100→99 und RSI 50→30,5712 fallen beide: weder versteckt bullisch noch klassisch bullisch. Der neue Schlusskurs 99 bleibt mit derselben Zwei-Seiten-Regel erst nach Bar 9 als Tief bestätigt.
Spätere Kurse 106 und 108 bleiben gleich, ihre Änderungen gegenüber dem Vorgänger nicht. Bar 8 steigt nun um 7 statt 2 Einheiten. Deshalb ergibt der neu berechnete RSI dort 48,2691 statt 43,1583; Bar 9 liefert 53,3640 statt 50,8648. Eine alte RSI-Spalte nur in Bar 7 zu ändern erzeugt eine inkonsistente Reihe.
Gleiche spätere Schlusskurse bedeuten nicht gleiche rekursive Zustände.
- Bar 7
- 36,5209 → 30,5712 – Geänderter Schlusskurs
- Bar 8
- 43,1583 → 48,2691 – Schlusskurs bleibt 106
- Bar 9
- 50,8648 → 53,3640 – Schlusskurs bleibt 108
Dieses konkrete Zustandsaudit ist auch für Backtests und API-Daten wichtig: geänderte Historie muss alle davon abhängigen Ausgaben aktualisieren. Die neue RSI-Reihe ist kein neuer Marktdatensatz und keine gemessene Performance. Notiere Änderung, Startzustand und vollständige Ausgabe, damit die Ursache prüfbar bleibt.
GBP/USD: Geometrie und EUR-Ergebnis auseinanderhalten
Separates hypothetisches Modell mit angenommenem Aufwärtskontext: zwei Tiefs bei 1,2580 und 1,2620, RSI-Inputs 28 und 25. Höheres Preistief um 40 Pips und tieferer RSI um 3 Punkte ergeben versteckt bullisch. Ohne vollständige historische Kurse behaupten wir keine Nachrechnung dieser RSI-Werte. Ein späterer Kerzenschluss 1,2680 wird erst nach Abschluss bekannt.
Angenommener Long-Fill 1,2685, Stop-Ausführung 1,2580 und Ziel-Ausführung 1,2880 ergeben 105 Pips ungünstige und 195 Pips günstige Distanz. Bruttoverhältnis 195/105 ≈ 1,8571. Der Abstand zwischen den zwei Tiefs ist weder der Stopabstand noch der mögliche Gewinn. Ein Stopauftrag garantiert den Modell-Fill nicht.
Expliziter zusätzlicher EUR-Kontofall
Menge 10.000 GBP, Ask-Kauffill 1,2685, jeweiliger Bid-Verkaufsfill am oben genannten Stop oder Ziel, insgesamt 4 USD Kommission, keine weiteren Kosten und konstant 0,90 EUR je USD. Stopfall: −105−4 = −109 USD beziehungsweise −98,10 EUR. Zielfall: 195−4 = 191 USD beziehungsweise 171,90 EUR. Nettoverhältnis 191/109 ≈ 1,7523.
Schlechterer Bid-Stopfill 1,2560 ergibt −125−4 = −129 USD oder −116,10 EUR. Das ist ein separates Ausführungsszenario, keine Slippage-Prognose oder aktuelles Anbieterangebot. Spread ist hier bereits durch Ask-Einstieg und Bid-Ausstieg enthalten und wird nicht zusätzlich pauschal abgezogen. Finanzierung und veränderliche Konversion benötigen eigene Inputs.
Welche Behauptung soll dein Test prüfen?
Keine Geometrie legt automatisch Einstieg, Stop, Ziel oder Menge fest. Definiere eine komplette Methode mit bestätigten Pivots, Kontext, Wartezeit, Fillmodell und Kosten. Vergleiche akzeptierte und abgelehnte Fälle in derselben Zeitperiode; eine handverlesene erfolgreiche Figur beweist keinen Vorteil.
Im Backtest darf ein später bestätigter Pivot nicht als bereits am Tief bekannter Signalpunkt gelten. Erfasse auch Gleichheiten, fehlende Zustände und überlappende Vergleiche. Ein Oszillatorwert diagnostiziert weder konkret institutionelle Käufe noch das nächste Ergebnis. Für unabhängige Evaluation bleibt die Methode vor dem neuen Zeitraum unverändert.
Drei ausführbare Schritte
- Übertrage alle zehn Schlusskurse mit Indizes. Rechne RSI(3) ab den drei Startänderungen; markiere Tiefs 3 und 7 sowie Bestätigungen 5 und 9. Klassifiziere den Vergleich anhand exakt zugeordneter RSI-Werte, ohne eine 30er-Schwelle hinzuzufügen.
- Ersetze nur Schlusskurs 7 durch 99 und rechne alle folgenden Gewinn-/Verlustzustände neu. Vergleiche RSI 7, 8 und 9 mit dem Original. Dokumentiere geometrischen Typ und separaten Hoch-/Tief-Trendfilter in eigenen Feldern statt das frühere A→B-Label zu überschreiben.
- Schreibe vor einem neuen Test konkrete Entry-, Exit-, Mengen- und Kostenregeln. Rechne den GBP/USD-Stop-, Ziel- und schlechteren Fillfall in EUR nach. Prüfe anschließend alle Fälle eines unabhängigen Zeitraums einschließlich abgelehnter Signale; ein einzelner Modellgewinn ist keine Erfolgsstatistik.
Prüfe dein Verständnis
Etwa 2 Minuten Übung.
Antwort und Erklärung anzeigen
Richtig. C ergänzt B→C, ohne die Datenbeziehung A→B umzuschreiben.
Weitere Fragen
Wie unterscheide ich klassische und versteckte Divergenz?
Vergleiche dieselben zwei benannten Preis- und Oszillatorpunkte. Klassisch bullisch bedeutet tieferes Preistief und höheres Oszillatortief; versteckt bullisch höheres Preistief und tieferes Oszillatortief. Bei Hochs gelten die spiegelbildlichen bärischen Beziehungen. Gleichheit ist hier ausgeschlossen. Diese Geometrie allein enthält weder Erfolgswahrscheinlichkeit noch vollständige Entry-, Stop-, Mengen- oder Kostenregel.
Ändert ein neuer Pivot die alte Divergenz?
Ein neuer Punkt erzeugt zunächst einen neuen Vergleich. Bei A/B/C mit Preisen 100/99/103 und RSI 40/45/35 bleibt A→B klassisch bullisch, B→C ist separat versteckt bullisch. Ändert dagegen ein Datenanbieter historische Kurse, müssen zugehörige RSI-Zustände und spätere Ausgaben neu berechnet werden. Das ist eine Inputrevision, kein bloßes Umbenennen des früheren Punktpaars.
Kann versteckte Divergenz in einer Seitwärtsphase auftreten?
Ja, die strikte Geometrie kann ohne vollständigen Aufwärtstrend entstehen. Wenn deine Methode zusätzlich steigende letzte Hochs und Tiefs fordert, dokumentiere dieses Filter separat. Ein höheres Tief beweist die Hochbedingung nicht. H = 4, D = 1 oder ein bestimmter Durchschnitt sind mögliche eigene Definitionen. Keiner ersetzt eine unabhängige Prüfung der vollständigen Methode nach Kosten.
Wo gehören Stop und Ziel hin?
Die Divergenzbezeichnung schreibt keine festen Ausführungspreise vor. Im separaten GBP/USD-Modell liegen vom angenommenen 1,2685-Fill zum Stop 105 und zum Ziel 195 Pips. Bei 10.000 GBP, 4 USD Gesamtkosten und 0,90 EUR je USD werden daraus −98,10 beziehungsweise +171,90 EUR. Schlechtere Ausführung und andere Kosten verändern diese Hypothesen; kein Diagrammpunkt garantiert einen Fill.
Quellen und Nachvollziehbarkeit
- FXOpen: Regular and Hidden Divergence
Primäre Brokerdarstellung der vier geometrischen Typen; keine beworbene Trefferquote oder Produktempfehlung übernommen.
- TA-Lib v0.6.4: RSI-Quellcode
Startdurchschnitte und Wilder-Rekursion im versionierten Code geprüft; eigenes RSI(3)-Modell mit expliziter Initialisierung, keine behauptete identische Plattformkonfiguration.
- TradingView: Relative Strength Index
RSI-Definition und Divergenzkontext; Schwellen sind keine geometrische Typbedingung.
- TradingView: Repainting
Spätere Pivotbestätigung und historische Darstellung von zum früheren Bar noch unbekannten Informationen.
Rechenfälle sind ausdrücklich angenommene Beispiele. Sie ersetzen weder aktuelle Marktdaten noch die Spezifikation deines Anbieters.
