Eine Kerze verdichtet Preise, keine Teilnehmergedanken. Beginne mit Datenquelle, Preisart, Zeitgrenzen und dem Informationsstand am Entscheidungszeitpunkt. Erst danach lohnt der Vergleich von Formen. Ein sauber erkannter Körper ist noch keine vollständige Handelsregel.

Vier Preise statt einer historischen Legende

Open ist der erste aufgezeichnete Preis im Intervall, High der höchste, Low der niedrigste und Close der letzte. Ob dies Quotes oder ausgeführte Geschäfte sind, hängt von der Quelle ab. MetaTrader 5 dokumentiert Bid-Kerzen für den OTC-Modus und Last-Preise ausgeführter Geschäfte für Börsencharts. Ein Bid-Low ist deshalb nicht automatisch ein verfügbarer Kaufpreis.

Speichere Symbol, Feed, Intervall und Datenzeitzone. Für Leser in Deutschland ist die Anzeige Europe/Berlin hilfreich, aber nicht automatisch die Uhr des Broker-Exports. Ein EUR-Konto verändert die OHLC-Geometrie nicht. Die spätere Gewinnumrechnung verwendet andere Daten als diese Preisbeschreibung.

Körper, Schatten und Farbreferenz

Die Körperlänge ist |Close−Open|. Oberer Schatten: High−max(Open, Close). Unterer Schatten: min(Open, Close)−Low. Bei gültigen OHLC sind alle Längen nicht negativ und ergeben zusammen High−Low. Prüfe außerdem Low≤Open und Close≤High sowie Low≤Close und Open≤High.

Die übliche Farbe vergleicht Close mit Open. TradingView bietet zusätzlich eine Färbung gegenüber dem vorherigen Close. Bei vorherigem Close 105 und aktuellem Open 100, Close 103 steigt der Körper um 3, während der Schlusskurs gegenüber seinem Vorgänger um 2 fällt. Die Farbe beantwortet je nach Einstellung eine andere Frage. Das ist kein automatisch widersprüchlicher Chart.

Gleicher Datenstrom, andere Zeitgrenzen

Ein vollständiger hypothetischer Strom in beliebigen Preiseinheiten enthält nur fünf Beobachtungen: 00:01→100, 00:06→104, 00:11→99, 00:16→103 und 00:21→98. Intervalle schließen den linken Rand ein und den rechten aus. Für [00:00, 00:20) gilt OHLC=(100,104,99,103). Um fünf Minuten verschoben, ergibt [00:05, 00:25) dagegen (104,104,98,98).

Gleicher Strom, verschiedene IntervallgrenzenWertekarten einer vollständigen hypothetischen Fünfquoteprobe in beliebigen Preiseinheiten.RECHEN- UND LERNBEISPIEL[00:00, 00:20)100 / 104 / 99 / 103[00:05, 00:25)104 / 104 / 98 / 98DatenbasisFünf aufgeführte Quotes
Gleicher Strom, verschiedene Intervallgrenzen. Wertekarten einer vollständigen hypothetischen Fünfquoteprobe in beliebigen Preiseinheiten.

Gleiche Intervalllänge legt Open und Close ohne Startgrenze nicht fest.

[00:00, 00:20)
100 / 104 / 99 / 103 – OHLC; vorzeichenbehafteter Körper +3.
[00:05, 00:25)
104 / 104 / 98 / 98 – OHLC; vorzeichenbehafteter Körper −6.
Datenbasis
Fünf aufgeführte Quotes – Keine Zwischenpreise oder echte Brokersitzung angenommen.

Beide Intervalle dauern 20 Minuten und nutzen denselben Strom. Der erste Körper steigt um 3, der zweite fällt um 6. Das beweist keinen Quote-Fehler. Intervalllänge allein legt die enthaltenen Beobachtungen nicht fest. Die Karten vergleichen die Ergebnisse; sie fügen keine Zwischenquotes hinzu und reproduzieren keine tatsächliche Brokersitzung.

Drei M5-Kerzen bilden eine M15-Kerze

Die nächste vollständige Probe verwendet einen anderen erfundenen Datensatz in beliebigen Preiseinheiten. Quelle und Uhr sind identisch, Grenzen passen zusammen. Die M15-Kerze umfasst dieselbe Zeit wie die drei M5-Kerzen; sie ist keine spätere vierte Beobachtung.

IntervallOpenHighLowClose
09:00–09:0510010499103
09:05–09:10103106101102
09:10–09:151021039798
09:00–09:15 zusammen1001069798

Verwende das erste Open, das größte High, kleinste Low und letzte Close. Beim Aggregat beträgt die Spanne 9, der Körper 2, der obere Schatten 6 und der untere 1. Die Kontrolle 2+6+1=9 geht auf. Opens zu mitteln oder Körperlängen zu summieren ergibt eine andere Größe.

Die einzelnen Körperlängen sind 3, 1 und 4, zusammen 8. Ihre vorzeichenbehafteten Änderungen +3−1−4 ergeben dagegen −2, entsprechend dem Aggregat von 100 auf 98. Ein größeres Intervall erhält Extremwerte und Endpunkte, verliert aber Teile der Abfolge. Das macht es nicht allgemein zu einem stärkeren Signal.

Lücken und offene Kerzen berücksichtigen

Für aufeinanderfolgende Intervalle gilt: letztes Close minus erstes Open entspricht der Summe der vorzeichenbehafteten Körper plus allen Übergängen nächstes Open minus vorheriges Close. Eine separate Probe lautet A=(100,102,100,102), B=(110,110,108,108). Die Körper +2 und −2 heben sich auf; die Lücke 110−102=8 erklärt das Aggregat (100,110,100,108) mit Endpunktänderung +8.

Diese Daten liefern keinen Weg zwischen Close 102 und Open 110. Ob in einer echten Datei Quotierung, Sitzung oder fehlende Aufzeichnungen verantwortlich wären, erfordert zusätzliche Quellen. der Beitrag zu Kurslücken behandelt diese Trennung.

Im M15-Modell sind direkt nach 09:10 nur die ersten beiden M5-Kerzen abgeschlossen: Open 100, High 106, Low 99 und aktuelles Close 102. Der Körper steigt. Erst nach 09:15 steht das endgültige Close 98 fest und der Körper fällt. Eine Regel für den fertigen M15-Schluss darf diesen Wert nicht schon um 09:10 oder für einen rückwirkenden Einstieg am Low 97 verwenden.

Musternamen ordnen geometrische Fragen

Ein Doji verlangt nahe beieinander liegende Open und Close unter einer festgelegten Toleranz. Ein Spinning Top vergleicht einen kleinen Körper mit beiden Schatten. Ein idealer vollständiger Marubozu hat keine Schatten; Varianten nur am Open oder Close brauchen eine eigene Definition. Gleiche Namen garantieren keine identischen Detektorschwellen.

Eine lange untere Schattenform wird nach einem Rückgang als Hammer und nach einem Anstieg als Hanging Man beschrieben. Auch Formen mit oberem Schatten unterscheiden sich nach Kontext. Diese Namen beweisen keine Absicht und garantieren keine Umkehr. der Pin-Bar-Leitfaden trennt Form, Kontext und gewählte Handelsregel.

Ein umschlossener Körper ist keine umschlossene Spanne

Für eine separate strenge Körperprobe lauten die Kerzen A=(103,106,98,100), fallend, und B=(99,105,99,104), steigend. Körper A reicht von 100 bis 103, Körper B von 99 bis 104: B überschreitet beide Körperenden. Trotzdem liegt die gesamte Spanne B=99–105 innerhalb von A=98–106.

Die Körperbedingung besteht, die Outside-Range-Bedingung nicht. Kontext, Gleichheit und eventuell verlangte Gaps gehören zusätzlich in eine vollständige Definition. Harami vergleicht wiederum einen kleineren zweiten Körper innerhalb des ersten. der Vergleich wichtiger Kerzenmuster behandelt weitere Abgrenzungen. Das Weglassen eines erforderlichen Gaps verändert die getestete Regel.

Kursweg, Form und Ergebnis getrennt prüfen

Die Wege 100→106→97→98 und 100→97→106→98 ergeben beide OHLC=(100,106,97,98). Die Reihenfolge der Schwellenberührungen ist trotzdem verschieden. Aus OHLC allein folgen weder vollständige Stop-/Zielabfolgen noch Teilnehmerzahl oder Motivation.

Kontext kann eine vorher definierte Zone oder Trendgröße sein. Drei verschiedene Etiketten machen daraus keine drei unabhängigen Bestätigungen. Bewahre den vollständigen ausgewählten Zeitraum, statt so lange nach schönen Mustern zu suchen, bis eine Quote erreicht ist. Geometrische Klassifikation und Handelsauswertung benötigen unterschiedliche Ergebnisse: erst Form, dann Entscheidungen, Ausführungen, Volumen, Kosten und unerwartete Kursfolgen.

Drei Rechenschritte vor dem Strategietest

  1. Berechne die M15-Anatomie. Übernimm die drei M5-Zeilen und prüfe Aggregat, Spanne 9 sowie Körper und Schatten 2/6/1. Notiere zusätzlich den Informationsstand um 09:10.
  2. Erweitere die Probe ausdrücklich. Eine vierte M5-Kerze (98,101,96,100) ergibt für 09:00–09:20 OHLC=(100,106,96,100). Berechne Körper 0, Spanne 10 und Schatten 6/4. Ein unveränderter Endpunkt verbirgt hier Bewegung innerhalb des Intervalls.
  3. Fixiere die Auswertung. Speichere Feed, Uhr, Grenzen, Preisart, Farbreferenz und Musterregel. Behalte die vollständige Stichprobe. Ein fester Monatsplan oder eine bestimmte Zahl von Demo- oder Live-Trades zertifiziert weder Bereitschaft noch Vorteil. Für die einzelne Kerze lies die Kerzengrundlagen.