Ein Dreieck wird erst überprüfbar, wenn seine Anker, Verfügbarkeit und Grenzgleichungen feststehen. Eine nachträgliche Zeichnung genügt nicht. Halte außerdem Preismaßstab und eine separate Ausführungsregel fest; die Form allein eröffnet keine Position.

Drei Geometrien ohne vorgegebenen Ausgang

Ein aufsteigendes Dreieck hat eine ungefähr horizontale obere und steigende untere Grenze. Beim absteigenden sind die Rollen umgekehrt. Ein symmetrisches Dreieck verbindet fallende obere mit steigender unterer Grenze. Gleiche sichtbare Winkel sind nicht erforderlich: Der Chartmaßstab verändert ihr Aussehen.

CME behandelt Dreiecke als traditionelle Fortsetzungsideen und weist darauf hin, dass Fortsetzung nicht garantiert ist. Die Namen liefern keine gemessene FX-Erfolgsquote, Teilnehmeridentität oder zwingende Ausbruchsrichtung des höheren Zeitrahmens. Flaggen und Wimpel beschreiben gesonderte Konsolidierungen nach einem Impuls; ein Keil hat konvergierende Grenzen mit gleicher Neigungsrichtung.

Wann die Konstruktion vollständig bekannt ist

Das hypothetische EUR/USD-Bid-Modell verwendet ein festes Intervall, Kerzenindex t und Pip=0,0001 USD je EUR. Eine eigene strenge Pivotregel vergleicht jeweils zwei Kerzen links und rechts und verwirft Gleichstände. Ein Punkt an t ist erst nach t+2 bestätigt; das ist eine Übungskonvention.

Die gelieferten qualifizierenden Tiefs liegen an t=0,4,8 bei 1,1000, 1,1020, 1,1040; Hochs an t=2,6 jeweils bei 1,1100. Die Anker sind ausdrücklich als passend angenommen. Ihre vollständigen Nachbarschafts-OHLC werden nicht rekonstruiert. Insbesondere würde eine unabhängige Bestätigung des Tiefs an 0 zwei nicht gelieferte frühere Kerzen verlangen.

Das letzte erforderliche Tief an 8 ist erst nach 10 bekannt. Friere die Konstruktion dann ein und bewerte Ereignisse ab 11. Eine vollständige rückwirkende Zeichnung am ersten Anker war dort noch keine vollständige Information. Eine reale Auswahl benötigt zusätzlich vorher festgelegte Toleranz und Datenquelle.

Eine geneigte Grenze ändert ihren Preis

Obere Grenze U(t)=1,1100. Untere Grenze L(t)=1,1000+0,0005t. Der Anstieg von 20 Pips über vier Kerzen ergibt 5 Pips je Kerze; das Tief an 8 liegt ebenfalls auf der Linie. Beide treffen sich bei t=20. Dieser Schnittpunkt ist Geometrie, kein vorhergesagtes Ausbruchsdatum. Das Modell endet spätestens dort.

An 12 gilt L=1,1060 und Breite 40 Pips, an 13 L=1,1065, an 14 L=1,1070. Einen späteren Close mit einer früheren Linienhöhe zu vergleichen verändert die Regel. Das betrifft auch einen aus einer Grafik übertragenen oder gerundeten Level.

Docht, Close-Bruch und Rückkehr

Ab 11 verlangen wir Close strikt über U(t) oder unter L(t), ohne Puffer. High oder Low jenseits einer Linie reicht nicht. Die folgenden vollständigen hypothetischen Bid-Kerzen prüfen diese Regel:

tOpen / High / Low / CloseFeststellung nach Schluss
111,1070 / 1,1105 / 1,1060 / 1,1090Oberer Docht außerhalb, Close innen
121,1090 / 1,1120 / 1,1080 / 1,1110Close über oberer Grenze
131,1110 / 1,1115 / 1,1080 / 1,1085Close zurück innerhalb

An 11 überragt High die Obergrenze um 5 Pips, Close liegt 10 darunter. An 12 schließt die Kerze 10 Pips darüber. An 13 liegt Close zwischen 1,1065 und 1,1100. Ein zusätzlich zugewiesenes Close 1,1068 an 14 wäre 2 Pips unter der nun gültigen Untergrenze.

Auf Close zu warten verändert die Verfügbarkeit; es garantiert keinen besseren Fill oder Ausschluss gescheiterter Ausbrüche. Ein Retest kann ausbleiben oder scheitern. Ein aktiver Stop und eine analytische Rückkehrregel benötigen eigene Definitionen. Tick-Aktivität identifiziert keine Institution und beweist die Geometrie nicht.

Extrapolation verstärkt erlaubte Ankerabweichungen

Eine separate Kontrollvariante benutzt nur A=1,1000 an 0, B=1,1040 an 8 und exaktes U=1,1100. Jeder Anker darf unabhängig um höchstens ±1 Pip geändert werden. Das sind erlaubte Varianten, keine Wahrscheinlichkeitsverteilung und keine behauptete Unsicherheit exakter Daten.

L(t)=(1−t/8)A+(t/8)B. An 4 sind die Gewichte 0,5/0,5 und maximale Abweichung 1 Pip: Bereich 1,1019–1,1021. An 16 sind die beiden Gewichte −1 und 2; die Summe ihrer Absolutbeträge ergibt 3 Pips: 1,1077–1,1083. Der nominale Wert ist 1,1080. Close 1,1082 liegt darüber, aber unter der erlaubten Variante 1,1083. Seine Klassifikation ist unter diesen benannten Änderungen empfindlich.

Der Schnittindex mit U liegt nominal bei 20, für die erlaubten Ankervarianten ungefähr zwischen 19,2381 und 20,8421. Es ist kein statistisches Konfidenzintervall. Halte die nominale Rechnung und die gesonderte Variation auseinander, statt Anker nach dem Ausgang umzusetzen.

Preisgleichung und Bildschirmmaßstab trennen

Gleiche Anker, unterschiedliche InterpolationZahlenkarten zu gleichabständigen Zeiten und hypothetischen Preisen 100, 200, 400.RECHEN- UND LERNBEISPIELLinearer Mittelpunkt250Logarithmischer Mittelpunkt200Zwischenbeobachtung200
Gleiche Anker, unterschiedliche Interpolation. Zahlenkarten zu gleichabständigen Zeiten und hypothetischen Preisen 100, 200, 400.

Die gewählte Preisgleichung bleibt beim Anzeigewechsel festgelegt.

Linearer Mittelpunkt
250 – Arithmetische Hälfte zwischen 100 und 400.
Logarithmischer Mittelpunkt
200 – Gleiche Verhältnisse: 200/100=400/200=2.
Zwischenbeobachtung
200 – Unter linearer Verbindung der äußeren Anker, auf logarithmischer Verbindung.

Drei beliebige Preise 100, 200 und 400 liegen zu gleichen Zeitabständen. Auf einer logarithmischen Preisachse liegen sie auf einer Geraden, weil beide Verhältnisse 2 sind. Eine lineare Preisinterpolation zwischen 100 und 400 hat in der Mitte dagegen 250. Die Karten nennen beide Ergebnisse; sie zeichnen keine zwei Achsen.

Ändert sich die Chartanzeige, darf die zuvor festgelegte Testgleichung nicht stillschweigend wechseln. Für lineare Preisgrenzen prüfst du Close mit derselben linearen Gleichung. Logarithmische Interpolation ist eine andere Regel. TradingView dokumentiert diese verschiedenen Skalierungsarten. Große Modellverhältnisse dienen nur der Verständlichkeit, nicht der Nachbildung eines realen Währungspaars.

Basis und Projektionsstart genau benennen

IG beschreibt die Projektion einer Basishöhe vom Ausbruchsniveau. Hier wählen wir die Basis an t=0: 1,1100−1,1000=100 Pips. Ab der gebrochenen Grenze U(12)=1,1100 ergibt sich 1,1200. Vom bestätigenden Close 1,1110 gestartet ergäbe dieselbe Höhe 1,1210: eine andere Konvention.

Vom Close 1,1110 bis zur ersten Projektion bleiben 90 Pips, nicht 100. Das Modell liefert an 13 ausdrücklich eine Rückkehr hinein und keine Ankunft am Ziel. Eine geometrische Projektion garantiert weder Zeitpunkt noch Gewinn. Ein EUR-Konto verändert diese Preisabstände nicht; die separate Ergebnisrechnung benötigt tatsächliche Ausführungen, Volumen, Kosten und Konversion.

Auch gescheiterte Konstruktionen erhalten

Speichere Quelle, Intervall, Uhr, Maßstab, Ankerregel, Toleranz, Aktivierung und Ablauf. Behalte beide Ausbruchsrichtungen, Rückkehrfälle und nicht qualifizierte Konstruktionen. Suche nicht länger rückwärts, bis eine attraktive Quote erfüllt ist. Ein Kalenderminimum oder eine fixe Zahl von Linienkontakten belegt keinen Vorteil.

Drei konkrete Prüfungen

  1. Berechne die verfügbaren Grenzen. Notiere Aktivierung nach 10, L an 12–14 und Schnittindex 20. Klassifiziere alle drei OHLC-Kerzen mit der aktuellen Grenze.
  2. Teste Sensitivität und Maßstab. Rechne die ±1-Pip-Ankervarianten an 4 und 16 sowie die Schnittindexgrenzen nach. Prüfe getrennt den linearen Mittelpunkt 250 und logarithmischen 200.
  3. Definiere die Handelsauswertung separat. Benenne Projektionsbasis und Start, Orderart, Gültigkeit, Stop-Ausführung, Menge und Kosten. Bewahre den Rückkehrfall an 13. Eine vollständige Regel aus dem Ausbruchsleitfaden ist erst anschließend zu testen.