Trading-Plan schreiben — Schritt-für-Schritt-Vorlage

Risikohinweis · YMYL Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel am Forex-Markt birgt ein hohes Risiko des Kapitalverlusts — die ESMA berichtet, dass zwischen 74 % und 89 % der Privatanlegerkonten Verluste erleiden.

Als Marek 2019 mit dem Forex-Handel begann, trug er alles im Kopf: Er kannte seine Einstiegskriterien, wusste wo seine Stops lagen, beobachtete den Makro-Kalender und war sich vollkommen bewusst, dass er freitagabends nicht handeln sollte. Vier Monate später war sein Konto von 8.000 € auf 3.200 € geschrumpft. Ein Freund, der in Wien einen kleinen Proprietary-Trading-Shop betreibt, brauchte drei Minuten für die Diagnose: „Du weißt das alles — aber du hast es nie aufgeschrieben. Wenn du Geld verlierst, weißt du es deshalb im entscheidenden Moment nicht mehr wirklich." Dieser Artikel zeigt, wie du einen Trading-Plan aufbaust: eine siebenteilige Vorlage, deren schriftlicher Inhalt dich vor dir selbst schützt, sobald Emotionen die Kontrolle übernehmen und das Gedächtnis nachlässt.

Warum ein Trading-Plan wirklich entscheidend ist

Ein Trading-Plan ist ein schriftliches Dokument, das definiert, wie du am Markt Geld verdienst oder verlierst. Er ist keine Wunschliste und keine Vision — er ist ein konkreter Regelkatalog, der deine Entry- und Exit-Strategie, den Money-Management-Abschnitt, den Psychologie-Abschnitt, deine Werkzeuge und deinen Überprüfungsprozess abdeckt. In seinem Klassiker Trading in the Zone (Prentice Hall, 2000) nannte Mark Douglas den Plan ein Pre-Commitment-Device — einen Mechanismus, bei dem dein rationales Selbst die Hände deines emotionalen Selbst fesselt, bevor dieses anfängt, Entscheidungen zu treffen. Denselben Mechanismus kennst du aus anderen Lebensbereichen: von Eheversprechen bis zum abgesperrten Süßigkeitenschrank.

Das Ausmaß des Problems lässt sich messen. Brett Steenbarger beschreibt in The Daily Trading Coach (John Wiley & Sons, 2009) Umfragen, nach denen rund 80 Prozent der Retail-Trader ihr Kapital innerhalb der ersten zwei Jahre verlieren. In dieser Gruppe hatten weniger als 15 Prozent einen schriftlichen Trading-Plan. Unter der kleinen Gruppe dauerhaft profitabler Trader — die oberen fünf bis zehn Prozent — lag der Anteil mit schriftlichem Plan bei über 90 Prozent. Die Korrelation ist stark genug, dass Zufall keine glaubwürdige Erklärung mehr ist. Wer sich eingehender mit erprobten Handelsstrategien beschäftigt, erkennt schnell: ohne Plan bleibt jede Strategie eine Sammlung von Vorsätzen.

Trader-Profil und finanzielle Ziele — Abschnitt eins

Der erste Abschnitt beschreibt, wer du als Trader bist, wie viel Zeit du für den Markt hast und wie deine realistischen Ziele aussehen. Das klingt selbstverständlich — und genau hier machen die meisten Anfänger ihren ersten Fehler: Sie schreiben „Konto in sechs Monaten verdoppeln", ohne zu prüfen, ob dieses Ziel bei ihrem Kapital, dem Risiko pro Trade und ihrer Handelsfrequenz mathematisch überhaupt erreichbar ist.

Mareks Trader-Profil nach der Überarbeitung des Plans im Januar 2020
Startkapital8.000 €, Einlage bei einem ESMA-regulierten Broker, Hebel 1:30
Verfügbare ZeitZwei bis drei Stunden täglich, Londoner Session 10:00–13:00 Uhr Ortszeit
ErfahrungVier Monate Handel, ein Online-Kurs, fünfzig Stunden Lektüre
Jahresziel+25 % auf das Konto, das sind 2.000 € nach zwölf Monaten
Quartalsziel+5 %, das sind 400 € bis Ende März 2020
Hauptberuf außerhalb des TradingsSoftware-Entwickler — Trading wird das Gehalt nie ersetzen

Ein Jahresziel von 25 Prozent klingt bescheiden neben den Versprechen, die auf Social Media kursieren — doch auf Jahresbasis entspricht es der Rendite, die die besten Hedgefonds der Welt liefern. Die meisten dieser Fonds erzielen über lange Zeiträume 8 bis 15 Prozent jährlich. Ein Retail-Trader, der 25 Prozent anstrebt, hat die Messlatte höher gelegt als professionelle Fonds, während er mit einem Bruchteil von deren Ressourcen arbeitet. Diese Relation schriftlich im Trading-Plan festzuhalten zwingt zur Bescheidenheit — denn nur realistische Erwartungen halten den Plan stabil.

Märkte, Instrumente und Zeitrahmen — Abschnitt zwei

Der zweite Abschnitt legt genau fest, was du handelst und auf welchen Zeitrahmen. Die Regel ist einfach: Zwei Paare auf drei Zeitrahmen gut zu kennen ist besser als zwanzig Paare auf sieben. Spezialisierung verringert die kognitive Last und lässt deine Intuition auf bestimmten Instrumenten reifen.

  • Eine Liste der Währungspaare. Höchstens drei bis fünf, mit ihren bevorzugten Sessions. Marek notierte EUR/USD als primäres Paar (Londoner Session), GBP/USD als sekundäres (Londoner Session) und AUD/USD als drittes (asiatisch-europäischer Overlap).
  • Zeitrahmen. Drei davon: ein übergeordneter Zeitrahmen für die Trendrichtung (D1), ein mittlerer für die Mustererkennung (H4) und ein Einstiegszeitrahmen (H1 oder M15). Den Rest ignorierst du, um Analysis Paralysis zu vermeiden.
  • Handelssessions. Konkrete Uhrzeiten, in denen Handeln erlaubt ist — zum Beispiel 10:00 bis 13:00 Uhr Ortszeit für das Londoner Fenster. Außerhalb dieser Zeiten bleibt die Plattform geschlossen.
  • Makro-Kalender. Eine Liste von Ereignissen, bei denen nicht gehandelt wird: NFP, FOMC-Entscheidungen, EZB-Sitzungen, US- und Eurozone-CPI-Veröffentlichungen. Im Zwei-Stunden-Fenster vor und nach jeder Veröffentlichung ist Handeln gesperrt.

Entry- und Exit-Strategie — Abschnitt drei, das Herzstück des Plans

Der dritte Abschnitt ist der wichtigste, weil er definiert, wann du einsteigst und aussteigst. Jedes Kriterium muss so konkret sein, dass es ohne Interpretation überprüft werden kann. „Ich steige ein, wenn ich einen Bounce von der Unterstützung sehe" ist nicht konkret genug. „Ich eröffne eine Long-Position auf EUR/USD, wenn der Preis das Level des vorherigen täglichen Swing-Tiefs berührt, eine bullishe H1-Engulfing-Kerze erscheint, der H1-RSI(14) von der 30er-Zone abprallt und der tägliche ATR(14) 60 Pip überschreitet" — das ist konkret.

Der Entry-Abschnitt umfasst vier Elemente. Erstens eine Beschreibung der Marktbedingungen (Trend, Pullback, Range), unter denen die Strategie tatsächlich funktioniert. Zweitens die präzisen Einstiegskriterien mit benannten Indikatoren. Drittens die Preisniveaus, die akzeptabel sind, und die, die es nicht sind. Viertens die Tageszeiten, zu denen das Setup gültig bleibt.

Der Exit-Abschnitt ist genauso wichtig und wird routinemäßig vernachlässigt. Ein Trader ohne definierte Exit-Regel hält zuverlässig den Stop Loss ein — lässt dann aber „den Gewinner laufen", bis der Markt dreht und der aufgelaufene Buchgewinn verschwindet. Der Exit-Abschnitt enthält drei Dinge: den Stop Loss mit einer definierten Sizing-Methode (typischerweise ein Vielfaches des ATR oder ein technisches Level), den Take Profit mit seiner eigenen Methode sowie die Regeln für partielles Schließen und Trailing Stop.

Mareks Entry- und Exit-Strategie — Auszug aus dem Trading-Plan
VoraussetzungTageschart im Aufwärtstrend, EMA 200 steigt seit mindestens 5 Tagen
Entry-SetupH4-Pullback in die 50–61.8%-Fibonacci-Zone des vorherigen Aufwärts-Legs
Bestätigendes SignalH1 bullishe Engulfing-Kerze plus RSI(14) Abprall von der 30er-Zone
Stop Loss1.5 × H1 ATR(14) unterhalb des Tiefs der Signal-Kerze
Take Profit (Gewinnmitnahme)3 × ATR oder das vorherige Swing-Hoch, je nachdem, was näher liegt
Partielles Schließen50 % bei 1R schließen, verbleibende 50 % mit 1×ATR-Schritten trailing

Money Management im Plan — Abschnitt vier

Der vierte Abschnitt dreht sich um den Schutz des Kapitals. Mark Douglas schrieb, dass „ein guter Trader zuerst fragt, wie viel er verlieren könnte, und erst dann, wie viel er verdienen könnte" — ein Satz, der als inoffzielles Motto dieses Abschnitts verdient.

„Die besten Trader wissen, dass Unsicherheit die einzige Gewissheit am Markt ist. Sie akzeptieren, dass sie nicht vorhersagen können, welcher spezifische Trade gewinnt und welcher verliert. Deshalb bauen sie ihre Pläne nach dem Prinzip des Überlebens auf, nicht nach dem Prinzip des Gewinns — denn nur wer die unvermeidlichen Verlustserieen überlebt, kann langfristig verdienen." — Mark Douglas, Trading in the Zone, Prentice Hall, 2000.

Money Management im Plan umfasst sechs Pflichtangaben. Die erste: der Prozentsatz des Kapitals, der pro Trade riskiert wird — zwei Prozent ist der Literaturstandard, Anfänger beginnen oft bei einem halben Prozent. Alexander Elder popularisierte diese Grenze von zwei Prozent in Trading for a Living (John Wiley & Sons, 1993) als Schutz für den aktiven Retail-Trader. Die zweite: die Formel zur Berechnung der Positionsgröße — Kapitalrisiko geteilt durch den Abstand zum Stop in Pip, geteilt durch den Pip-Wert — plus das konkrete Werkzeug, mit dem du das berechnest (MT4-Rechner, Excel-Tabelle, App). Die dritte: die maximale Gesamtexposition über alle gleichzeitig offenen Positionen — typisch vier bis sechs Prozent bei korrelierten Paaren. Die vierte: der tägliche Stop Loss, jener Betrag, der die Plattform bis zum nächsten Tag schließt — üblicherweise drei bis fünf Prozent. Die fünfte: der wöchentliche Stop Loss — sieben bis zehn Prozent. Die sechste: das Limit der gleichzeitig offenen Positionen — meistens zwei bis vier.

Nach der Überarbeitung im Januar 2020 enthielt Mareks Money-Management-Abschnitt vier harte Zahlen: 1.5 Prozent Risiko pro Trade, eine maximale Gesamtexposition von 5 Prozent, einen täglichen Stop Loss von 4 Prozent (320 € auf einem 8.000-€-Konto) und einen wöchentlichen Stop Loss von 9 Prozent (720 €). Im Jahr 2020 wurde der Tages-Stop zweimal ausgelöst — einmal im März inmitten der Covid-Volatilität und einmal im September nach einer US-Arbeitsmarktveröffentlichung. Beide Male schloss er die Plattform um 14:15 Uhr und kehrte erst am nächsten Tag zurück. Einer Excel-Überschlagsrechnung zufolge hätte das Konto ohne diese beiden Notbremsen noch mindestens 1.200 € weitere Verluste bis zum Sitzungsende angehäuft. Ein strukturiertes Risikomanagement — mit klar definierten Grenzen, die täglich durchgesetzt werden — ist der Unterschied zwischen kontrolliertem Drawdown und Kontoauflösung.

Psychologie und Disziplin im Plan — Abschnitt fünf

Der fünfte Abschnitt wird am häufigsten übersprungen — und entscheidet am häufigsten darüber, ob ein Trader überlebt. Psychologie im Plan bedeutet eine Liste der emotionalen Fallen, die speziell für dich gelten, zusammen mit konkreten Regeln, was zu tun ist, wenn diese Fallen zuschnappen. Allgemeine Mahnungen wie „bleib ruhig" und „keine Panik" funktionieren nicht — die Fallen müssen benannt werden.

  • Eine Liste deiner persönlichen emotionalen Blockaden. Bei Marek waren es drei konkrete: erstens eine Tendenz, nach zwei Verlusten in Folge „sich zu rächen", indem er die Positionsgröße verdoppelte; zweitens das Öffnen von Trades an Freitagabenden nach einer besonders stressigen Woche im Hauptjob; drittens das Reagieren auf einzelne Schlagzeilen ohne Prüfung der technischen Struktur. Jede Blockade wurde mit ihrer konkreten Gegenmaßnahme schriftlich festgehalten.
  • Die Zwei-Minuten-Regel vor dem Einstieg. Jeder geplante Einstieg erfordert zwei Minuten ruhiges Atmen und einen zweiten Durchlauf der Checkliste. Erscheint eine der persönlichen Blockaden in diesen zwei Minuten — wird die Gelegenheit ausgelassen.
  • Die Abkühlungsregel nach einem Verlust. Nach einem Verlust-Trade mindestens dreißig Minuten weg vom Chart, unabhängig davon, wie stark der Drang ist, es sofort zurückzugewinnen.
  • Disziplin im schriftlichen Plan. Jeder Verstoß gegen eine Regel im Plan wird im Journal protokolliert, unabhängig vom Trade-Ergebnis. Nach fünf Verstößen in einem Monat folgt eine obligatorische zweiwöchige Pause vom Echtgeld-Handel.
  • Eine Liste verbotener emotionaler Zustände. Kein Handel unter Alkoholeinfluss, nach weniger als sechs Stunden Schlaf, nach einem ernsthaften Streit mit dem Partner oder nach einer schlaflosen Nacht mit einem Kind. Diese Zustände sind als Bedingungen im Plan festgehalten, die das Öffnen neuer Positionen verbieten.

Die Trader-Psychologie ist kein weicher Zusatz zum Plan — sie ist dessen härtester Teil. Wer diesen Abschnitt auslässt, schreibt einen Plan, der beim ersten echten Druck zerbricht.

Der Überprüfungsprozess — Abschnitt sechs

Der sechste Abschnitt legt fest, wann und wie du überprüfst, ob der Plan funktioniert. Ohne Überprüfungsprozess wird ein Plan schnell zum Dokument in einer Schublade — kein lebendiges Werkzeug mehr. Brett Steenbarger beschreibt in The Daily Trading Coach drei Überprüfungsebenen, die sich gegenseitig ergänzen.

Die tägliche Überprüfung dauert etwa fünfzehn Minuten nach Sitzungsende. Du protokollierst jeden Trade mit seinen Entry- und Exit-Parametern, bewertest die Ausführungsqualität (haben die Kriterien des Plans zu hundert Prozent gehalten?) und notierst emotionale Abweichungen. Die wöchentliche Überprüfung dauert am Wochenende eine Stunde. Du berechnest die Wochen-Statistiken (Trefferquote, durchschnittliches R-Vielfaches, Disziplin-Score), identifizierst den besten und schlechtesten Trade und formulierst eine Lektion für die kommende Woche. Die monatliche Überprüfung dauert etwa drei Stunden. Du analysierst die Equity-Kurve, prüfst die Money-Management-Parameter, vergleichst das Ergebnis mit dem Monatsziel und aktualisierst die Watchlist. Einmal pro Quartal kommt eine strategische Reflexion hinzu — was funktioniert, was nicht, was entfernt und was hinzugefügt werden soll.

Werkzeuge und fünf häufige Fehler

Der siebte und letzte Abschnitt listet die konkreten Werkzeuge auf: die Handelsplattform (MT4 oder MT5 bei einem bestimmten Broker), den Makro-Kalender (Forex Factory oder Investing.com), das Trade-Journal (Excel, Notion oder eine Anwendung wie TraderSync), den Positionsgrößen-Rechner (in der Plattform eingebaut oder extern) sowie die Analyse-Quellen — konkret die Seiten und Kanäle, die du konsultierst, und ebenso konkret die, die du nicht konsultierst. Die Präzision dieses Abschnitts spart täglich Stunden, die sonst beim Wechseln zwischen fünf verschiedenen Plattformen verloren gehen.

Zum Abschluss: fünf Fehler, die den Wert jedes Trading-Plans leise zerstören. Erstens ein Plan, der zu groß ist — dreißig Seiten, die niemand liest. Die Vorlage funktioniert am besten, wenn sie auf ein bis drei A4-Seiten passt. Zweitens ein Plan, der aus einem Buch abgeschrieben wurde, ohne auf das eigene Kapital, die eigene Zeit und Persönlichkeit zugeschnitten zu sein. Drittens ein eingefrorener Plan, der seit achtzehn Monaten nicht angefasst wurde, obwohl sich die Marktbedingungen verändert haben. Viertens kein Psychologie-Abschnitt — der in der Praxis oft den größten Unterschied macht. Fünftens kein Überprüfungsprozess, der den Plan auf dem Papier lässt, statt täglich die Entscheidungen zu formen.

Was jetzt zu tun ist

Der nächste Schritt ist konkret. Öffne ein leeres Dokument, schreibe die sieben Überschriften für die sieben oben beschriebenen Abschnitte auf und fülle jeden mit konkreten Zahlen, Paaren, Uhrzeiten und Regeln — in den nächsten drei Stunden. Der erste Entwurf wird unvollständig sein und Lücken haben — das ist normal. Nach einem Monat Demo-Testing wirst du ihn zu einem zweiten Entwurf überarbeiten, der sich bereits wie deiner anfühlt. Nach drei Monaten Echtgeld-Handel auf einem kleinen Konto wird das Schreiben des Plans so routinemäßig sein wie das Starten des Autos vor der Fahrt.

  1. Heute — Entwurf anlegen: Öffne ein leeres Dokument und lege die sieben Abschnitte des Plans an. Schreibe zu jedem Abschnitt mindestens drei konkrete Angaben: Kapital, Risikolimit, erlaubte Paare, Handelszeiten, drei persönliche emotionale Blockaden, täglicher Stop-Loss in Euro. Der erste Entwurf muss keine Perfektion sein — er muss existieren. Ein unvollständiger Plan, der auf dem Bildschirm liegt, ist unendlich wertvoller als ein perfekter Plan, der nur im Kopf existiert.
  2. In drei Tagen — Demo-Testing starten: Aktiviere einen Demo-Account bei deinem Broker und handle zwei Wochen lang ausschließlich nach dem Plantext. Protokolliere jeden Trade: Einstiegsgrund, Setup-Kriterien abgehakt (ja/nein), Ergebnis in R, Emotionen vor und nach dem Trade. Am Ende der zwei Wochen wirst du wissen, welche Abschnitte des Plans in der Praxis tragen und welche nur theoretisch klangen.
  3. Nach einem Monat — ersten Quartalscheck vorbereiten: Sammle die Journal-Daten der ersten vier Wochen und prüfe vier Dinge: Trefferquote nach Setup-Typ, durchschnittliches R-Vielfaches, Anzahl der Regel-Verstöße, und ob der tägliche Stop Loss eingehalten wurde. Diese vier Zahlen geben dir die Grundlage, um den Plan beim ersten Quartalscheck gezielt zu verbessern — nicht um ihn umzuschreiben, sondern um ihn auf Basis von Daten zu schärfen.
  4. Dauerhaft — Plan sichtbar halten: Drucke die erste Seite des Plans aus und klebe sie neben den Monitor. Das Auge liest, auch wenn das Gehirn es nicht will. Unter Stress — wenn das Denken nachlässt — registriert der Blick trotzdem, was auf der Wand steht. Diese physische Präsenz ist keine Dekoration: Sie ist der einfachste Pre-Commitment-Mechanismus, den du sofort einrichten kannst, ohne Software, ohne Kosten, ohne technische Vorkenntnisse.
Jarosław Wasiński
Über den Autor

Jarosław Wasiński

Chefredakteur bei MyBank.pl · Finanz- und Marktanalyst

Unabhängiger Analyst und Praktiker mit über 20 Jahren Erfahrung im Finanzsektor. Gründer und Chefredakteur des Portals MyBank.pl, aktiv seit 2004. Fundamentalanalyse der Devisen- und Makromärkte seit 2007. Schreibt aus europäischer Marktperspektive im regulatorischen Rahmen von ESMA und BaFin.

Quellen und Literatur

  1. Mark Douglas Trading in the Zone · Prentice Hall, 2000 — psychologia i plan jako pre-commitment device www.amazon.com ↗
  2. Van K. Tharp Trade Your Way to Financial Freedom · McGraw-Hill, 2006 — szablon planu i ekspektancja www.amazon.com ↗
  3. Brett N. Steenbarger The Daily Trading Coach · John Wiley & Sons, 2009 — proces przeglądu planu www.amazon.com ↗
  4. Alexander Elder Trading for a Living · John Wiley & Sons, 1993 — dwa procenty i zarządzanie ryzykiem www.amazon.com ↗

Häufig gestellte Fragen

Muss der Trading-Plan auf Papier geschrieben sein?

Ja — wenn der Plan nicht schriftlich vorliegt, existiert er nicht. Mark Douglas erklärt in Trading in the Zone (Prentice Hall, 2000) den zugrundeliegenden Mechanismus: Eine nicht aufgeschriebene Regel lebt im Arbeitsgedächtnis, und das Arbeitsgedächtnis schrumpft buchstäblich unter Marktstress. Ein Trader, der „sich erinnert, das Risiko bei zwei Prozent zu halten", erhöht nach drei Verlusten in Folge fast immer die Positionsgröße, um „es zurückzugewinnen". Ein Trader, der die Regel auf einem sichtbaren Blatt stehen hat, hat einen Referenzpunkt, zu dem das Gehirn unabhängig vom emotionalen Zustand zurückkehren kann. Die Form ist zweitrangig — ein ausgedrucktes A4-Blatt neben dem Monitor, ein Notion-Dokument oder eine Registerkarte in Google Sheets funktionieren gleich gut. Entscheidend ist, dass der Plan in einer Sekunde erreichbar ist und die sieben Abschnitte enthält, die wir im Artikel behandeln. Ein praktischer Tipp: Eine gedruckte Kopie neben dem Bildschirm erfüllt eine zusätzliche Funktion — das Auge liest sie, ob das Gehirn es will oder nicht. Unter Stress, wenn das bewusste Denken versagt, registriert der Blick trotzdem, was auf der Wand steht.

Wie oft sollte der Trading-Plan aktualisiert werden?

Der optimale Rhythmus ist eine vierteljährliche Überprüfung plus eine größere Überarbeitung einmal im Jahr. Ein Quartal ist lang genug, um statistische Daten aus sechzig bis hundertfünfzig Trades zu sammeln (bei aktivem Handel auf mittleren Zeitrahmen) und kurz genug, dass sich die Marktbedingungen nicht drastisch verändert haben. Die Quartals-Aktualisierung umfasst vier Dinge. Erstens: Prüfe, ob jedes Setup-Kriterium tatsächlich einen statistischen Edge hat — entferne, was keinen Mehrwert gebracht hat, und füge hinzu, was funktioniert hat. Zweitens: Passe die Risikoparameter an, falls sich herausgestellt hat, dass zwei Prozent zu viel war (mehr als 15 Prozent Drawdown im Quartal) oder zu wenig (Ergebnisse variieren um weniger als vier Prozent). Drittens: Prüfe die Liste der emotionalen Blockaden — ob neue aufgetaucht sind (zum Beispiel Konzentrationsverlust in den Abendstunden) und ob die alten noch zutreffen. Viertens: Aktualisiere die Werkzeuge, wenn du Plattform, Broker oder Journal gewechselt hast. Was nicht zu aktualisieren ist: Ändere den Plan nicht nach einer einzelnen Verlustserie, reagiere nicht auf eine „bessere Idee", die du auf YouTube gesehen hast, und modifiziere die Regeln nicht mitten in einer offenen Position. Änderungen werden offline vorgenommen — zwischen den Sessions, wenn die Emotionen abgekühlt sind.

Was muss der Money-Management-Abschnitt enthalten?

Der Money-Management-Abschnitt des Plans hat sechs Pflicht-Elemente. Erstens: der maximale Prozentsatz des Kapitals, der pro Trade riskiert wird — üblicherweise zwischen einem halben und zwei Prozent. Alexander Elder popularisierte in Trading for a Living (John Wiley & Sons, 1993) die Zwei-Prozent-Grenze für den aktiven Retail-Trader. Zweitens: die Methode zur Berechnung der Positionsgröße — typischerweise die Formel „Kapitalrisiko geteilt durch den Abstand zum Stop in Pip, geteilt durch den Pip-Wert" — plus das konkrete Werkzeug, mit dem du das berechnest (MT4-Rechner, Excel-Tabelle, App). Drittens: die maximale Gesamtexposition über alle gleichzeitig offenen Positionen — üblicherweise vier bis sechs Prozent bei korrelierten Paaren. Viertens: der tägliche Stop Loss, der Betrag, der die Plattform bis zum nächsten Tag schließt — typisch drei bis fünf Prozent. Fünftens: der wöchentliche Stop Loss — sieben bis zehn Prozent. Sechstens: das Limit der gleichzeitig offenen Positionen — meistens zwei bis vier. Jeder dieser Parameter sollte als Zahl ausgedrückt werden, nicht als Begriff wie „angemessen". Eine Zahl lässt sich mechanisch prüfen; „angemessen" lässt sich immer dehnen.

Ersetzt der Trading-Plan die Setup-Checkliste?

Nein — der Plan und die Setup-Checkliste sind zwei verschiedene Dokumente mit zwei verschiedenen Zwecken, die sich gegenseitig ergänzen. Der Plan ist ein strategisches Dokument, das deine gesamte Marktarbeit abdeckt: Ziele, Instrumente, Risikoparameter, Psychologie, Werkzeuge. Du liest ihn einmal pro Session, morgens, um dich an den Rahmen zu erinnern, in dem du arbeitest. Die Setup-Checkliste ist ein operatives Dokument, das du vor jedem potenziellen Einstieg herausholst. Die Checkliste prüft, ob eine bestimmte Gelegenheit die im Plan festgelegten Kriterien erfüllt — sie ist die Brücke zwischen dem strategischen Plan und der konkreten Entscheidung „rein" oder „nicht rein". Ohne den Plan hängt die Checkliste in einem Vakuum (woher kamen die zehn Fragen?). Ohne die Checkliste bleibt der Plan abstrakt (wie überprüfe ich genau, ob diese Gelegenheit zu meiner Strategie passt?). In der Praxis: Du schreibst den Plan einmal, aktualisierst ihn vierteljährlich und liest ihn jeden Morgen. Die Checkliste holst du vor jedem potenziellen Einzeleinstieg heraus. Die detaillierte Struktur der Checkliste wird in einem separaten Artikel behandelt, der am Ende dieses Textes verlinkt ist.

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