Ein Rechner kennt nur seine eingegebenen Annahmen. Vor einer Order vergleichst du deshalb Ergebnis, Symbolvertrag und eine Handrechnung. Pip-Wert, geplanter Stopverlust und blockierte Margin sind unterschiedliche Größen; ein Werkzeug darf sie nicht stillschweigend als austauschbare „Risikozahl“ behandeln.

Drei Rechnungen, drei Aufgaben

Der Pip-Wert entsteht zunächst aus Basiseinheiten mal gewählter Pip-Größe, in der Notierungswährung. 100.000 Einheiten mit 0,0001 Pip ergeben für EUR/USD 10 USD und für EUR/PLN 10 PLN je Pip. Auf einem PLN-Konto ändert sich dieser EUR/PLN-Pipwert nicht allein durch den EUR/PLN-Kurs. Auf einem EUR-Konto braucht der PLN-Betrag dagegen eine passende Umrechnung. Ein EUR/USD-Pip von 10 USD wird bei rein hypothetischen 1,25 USD je EUR zu 8 EUR.

Der Größenrechner übersetzt einen gewählten Geldbetrag, Stop-Abstand und Pip-Wert in Volumen. Die Marginrechnung schätzt hingegen die Sicherheitsleistung nach dem Konto-/Symbolmodell. Notional geteilt durch Hebel ist nur dann richtig, wenn dieses Modell gilt. Hypothetisch entsprechen 0,10 Lot mit 100.000 EUR je Lot 10.000 EUR Notional. Bei angenommenen 30:1 sind es 333,33 EUR Margin oder 366,67 USD bei 1,10 USD je EUR. Das ist kein geplanter Stopverlust und keine vollständige Liquidationsschwelle eines Kontos.

Eine Größe muss zwei Grenzen einhalten

Eigenes vereinfachtes EUR-Modell, ohne vorhandene Positionen, Pending Orders, Kredit oder Zusatzkosten: Stoppreisverlust 400 EUR je Lot, Margin 6.000 EUR je Lot, beide linear und konstant. Verfügbares Marginbudget 1.000 EUR, geplanter Preisverlustbetrag 100 EUR, Mindestvolumen und Schritt jeweils 0,01 Lot. Diese Spezifikation ist erfunden und kein Brokerangebot.

Die Risikogrenze lautet 100 / 400 = 0,25 Lot, die Margingrenze 1.000 / 6.000 = 0,1667 Lot. Beide Ungleichungen müssen stimmen. Nach Abrundung der kleineren Grenze passen 0,16 Lot: 64 EUR Preisrisiko und 960 EUR Margin. Die nächsten 0,17 Lot hätten zwar nur 68 EUR Preisrisiko, benötigen aber 1.020 EUR Margin. Verfügbare Margin ist deshalb kein Verlustbudget.

Ein Volumen, zwei BedingungenErfundene lineare EUR-Spezifikation: 400 EUR Preisrisiko und 6.000 EUR Margin je Lot; keine anderen Positionen oder Kosten; Mindest-/Schrittvolumen 0,01.RECHEN- UND LERNBEISPIELRisikogrenze 100 / 4000,25 LotMargingrenze 1.000 / 6.0000,1667 LotErlaubter Schritt 0,16 Lot64 EUR Risiko; 960 EURMarginNächster Schritt 0,17 Lot68 EUR Risiko; 1.020 EURMargin
Ein Volumen, zwei Bedingungen. Erfundene lineare EUR-Spezifikation: 400 EUR Preisrisiko und 6.000 EUR Margin je Lot; keine anderen Positionen oder Kosten; Mindest-/Schrittvolumen 0,01.

Nach Abrundung muss dieselbe Größe beide Budgets einhalten.

Risikogrenze 100 / 400
0,25 Lot – Preisrisiko, kein garantierter Stopverlust
Margingrenze 1.000 / 6.000
0,1667 Lot – Kleinere Grenze bestimmt das Modell
Erlaubter Schritt 0,16 Lot
64 EUR Risiko; 960 EUR Margin – Beide Bedingungen erfüllt
Nächster Schritt 0,17 Lot
68 EUR Risiko; 1.020 EUR Margin – Margin überschritten

Auf einem echten Konto kommen aktuelle Regeln und weitere Exposure hinzu. OrderCalcMargin schätzt ausdrücklich eine einzelne Operation ohne bestehende Positionen oder ausstehende Orders. Das Modell beweist nur rechnerische Machbarkeit unter seinen Angaben; der Stoppreis ist nicht garantiert.

Einheiten bis zum Ergebnis erhalten

Bei Pip-Wert je Lot ergibt Geldbudget / (Stop-Pips × Pip-Wert je Lot) Lots. Bei Pip-Wert je Basiseinheit ergibt dieselbe Struktur Einheiten. Schreibe die Einheit neben jede Zahl. Ein Wert „10“ ohne Währung und Mengenbezug ist kein brauchbarer Eingabevertrag.

Für hypothetische 100.000 USD/JPY-Einheiten und Pip-Größe 0,01 JPY je USD beträgt ein Pip 1.000 JPY. Bei angenommenen 150 JPY je USD sind das 6,6667 USD. Zum Vergleich wird ein 10-USD-Pip auf einem PLN-Konto bei angenommenen 4 PLN je USD zu 40 PLN. Diese Kurse sind Beispiele und keine aktuellen Quotes. Reale Umrechnung kann von Kursseite und Kontoregeln abhängen. Ein Plattformpunkt 0,00001 entspricht nur einem Zehntel des hier gewählten 0,0001-Pips.

Vollständiges USD-Ausgangsmodell: Equity 10.000 USD, selbst gewählte 1 % beziehungsweise 100 USD, GBP/USD mit 100.000 GBP je Lot, 40 Pips Stop und 10 USD je Pip und Lot. Preisgröße 100 / (40 × 10) = 0,25 Lot. Bei linear angenommener Round-Turn-Kommission von 7 USD je Lot wird der Nenner 407 USD je Lot: 100 / 407 = 0,2457 Lot. Schritt 0,01 führt zu 0,24 Lot, also 96 USD Preisverlust plus 1,68 USD Kommission = 97,68 USD vor Slippage und weiteren Gebühren. Bei rein hypothetisch 1,25 USD je EUR entspricht dieser Betrag 78,144 EUR; daraus folgt keine unveränderte Größe für ein anders definiertes EUR-Budget.

Verwende ausführbaren Einstieg und angenommenen Exit. Enthalten diese bereits Ask und Bid, wird Spread nicht zusätzlich addiert. Das Sizing nach Stop-Abstand vertieft den Mengenbezug.

Ein Gebührenminimum ist nicht linear

Separate erfundene USD-Kondition: Kommission = max(2 USD; 7 USD × Lots), Preisverlust weiterhin 400 USD je Lot, Mindestvolumen und Schritt 0,01. Bei 0,24 Lot lautet die Summe 96 + 2 = 98 USD. Bei nur 5 USD Budget sieht 5 / 407 abgerundet auf 0,01 Lot zunächst passend aus. Tatsächlich kostet diese Größe aber 4 USD Preisverlust plus 2 USD Minimum, also 6 USD.

Im Minimumgebührenbereich wären höchstens (5 − 2) / 400 = 0,0075 Lot erlaubt, weniger als das Mindestvolumen. Es gibt in diesem Modell keine zulässige Position. Kontrolliere die wirkliche Kostenfunktion nach der Rundung, statt Gebühren pro Lot bei jeder Größe als linear anzunehmen. Auch diese Planung begrenzt einen normalen Stop nicht garantiert.

Rechnerausgabe mit dem Konto abgleichen

Myfxbook zeigt Eingaben für Paar, Kontowährung, Kontogröße, Risikoquote, Stop-Abstand, Lotgröße und Pip-Größe. Gleiche jeden Wert mit dem tatsächlichen Produkt ab. Ein Default von 100.000 Einheiten definiert nicht jeden CFD-Vertrag.

MQL5 OrderCalcProfit schätzt das Ergebnis bestimmter Preise und Menge in Kontowährung; OrderCalcMargin schätzt die Einzelordermargin. Prüfe Erfolgsstatus und Eingaben, bevor du Rückgaben verwendest. Keine Funktion verspricht einen zukünftigen Fill oder ersetzt vollständige Gebühren und Portfolioprüfung. Ein allgemeiner Währungsconverter ist außerdem nicht automatisch die richtige Kursquelle für eine deutsche Steuerfrage; die dafür nötige Methode ist separat zu klären.

Plausible Ausgabe, falsche Eingabe

Kontrolliere Kontowährung, Paar-Richtung, Pip-/Punktkonvention und Geldbetrag versus Prozent. Auf einem EUR-Geldrisikofeld bedeutet „1“ ein EUR; 1 % von 10.000 EUR sind 100 EUR. Ein vertauschtes Paar verursacht keinen universellen Hundertfachfehler: Kontrakt, Preis und Einheiten bestimmen die Abweichung.

Verfolge eine vorher definierte Risikoregel und untersuche tatsächliche Ergebnisse. Zwei Verlusttrades beweisen allein nicht, dass das nächste Budget halbiert werden muss. Eine mehr als fünfprozentige Volumendifferenz beweist ebenso wenig einen manuellen Eingriff; Rundung oder Spezifikation können eine Ursache sein. Prüfe den konkreten Rechenweg.

Die reproduzierbare Eingabeliste speichern

Erfasse Paar, Konto und Währung, aktuelle Equity, Risikoeinheit, ausführbaren Einstieg, Stop, Vertrag, Pip-Konvention, Umrechnung und vollständige Kosten. Prüfe nach Rundung zulässiges Volumen und Margin. Ein gespeicherter Prozentsatz kann zu einem anderen Konto oder früheren Plan gehören.

Vergleiche eine bekannte Position mit der Handrechnung und dem tatsächlichen Kontoresultat. Bewahre die Eingaben zusammen mit der Ausgabe im Rechenblatt. Eine plausible Zahl ist der Beginn einer Prüfung, keine automatische Orderfreigabe.

  1. Speichere Paar, Kontowährung, aktuelle Equity, Risikoeinheit, ausführbaren Einstieg, Stop, Vertrag, Pipgröße, Umrechnung und vollständige Kosten zusammen mit der Ausgabe. Rechne eine bekannte Position von Hand nach; ein gespeicherter Prozentwert aus einem anderen Konto oder alten Plan darf die aktuellen Eingaben nicht ersetzen.
  2. Prüfe Risikogrenze und Margingrenze getrennt und kontrolliere nach Abrundung den erlaubten Volumenschritt. Dokumentiere im Modell 0,16 Lot mit 64 EUR Kursrisiko und 960 EUR Margin; der nächste Schritt von 0,17 Lot benötigt 1.020 EUR und verletzt die festgelegte Margingrenze.
  3. Teste auch Mindestgebühr, Mindestmenge und ungültige Eingaben und vergleiche die Handrechnung mit dem tatsächlichen Kontoresultat. Halte im Fünf-USD-Budgetmodell fest, dass 0,0075 Lot unter dem erlaubten Minimum liegt; ein Rechner darf daraus keine größere gültige Position oder automatische Orderfreigabe machen.