Trading-Journal — professionelle Vorlage mit 25 Spalten

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Risikohinweis · YMYL Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Der Handel am Forex-Markt birgt ein hohes Risiko des Kapitalverlusts — die ESMA berichtet, dass zwischen 74 % und 89 % der Privatanlegerkonten Verluste erleiden.

Mark führte während seines gesamten ersten Handelsjahres ein Trading-Journal mit fünf Spalten — Datum, Währungspaar, Einstieg, Ausstieg, Ergebnis. Am Ende des zwölften Monats stand sein Konto bei minus €4.200. Als er herausfinden wollte, welches seiner Setups den Verlust tatsächlich verursacht hatte, blieb das Journal stumm. Erst nachdem er auf eine professionelle 25-Spalten-Vorlage gewechselt und die vorherigen 171 Trades nachträglich übertragen hatte, wurde ein einziger konkreter Bereich sichtbar: Er war für 64 % des Jahresverlustes verantwortlich. In diesem Artikel erklären wir, wie du ein solches Handelstagebuch von Grund auf aufbaust, warum fünf Spalten niemals genügen, welche 25 Spalten den professionellen Standard bilden und wie Excel, TraderSync und Edgewonk in die Arbeit einzuordnen sind.

Warum fünf Spalten nicht genügen

Das gängigste Trading-Journal im Retail-Bereich hat fünf bis sieben Spalten — Datum, Währungspaar, Einstiegskurs, Ausstiegskurs, monetäres Ergebnis, gelegentlich Stop Loss und Take Profit. Dieses Layout beantwortet eine einzige Frage: Wie viel hast du verdient? Es beantwortet nicht die weitaus wichtigere: Warum hast du es verdient — oder warum hast du verloren? Ohne Antwort auf die zweite Frage verbessert der Trader die Strategie nicht. Er wiederholt dieselben Fehler mit anderen zufälligen Ausgängen.

Ein professionelles Trading-Journal trägt 25 Standardspalten — eine Zahl, die in den Schriften von Brett Steenbarger, in der Edgewonk-Dokumentation und in den Vorlagen von Prop-Trading-Firmen wie FTMO und The5%ers wiederkehrt. Die Zahl ist nicht willkürlich. Sie ergibt sich aus vier funktionalen Blöcken: zehn Spalten Transaktionsdaten, fünf Risikospalten, fünf Setup-Analyse-Spalten und fünf Ausführungs-Review-Spalten. Jeder Block adressiert eine andere Ebene der Selbstanalyse, und das Weglassen eines einzelnen hinterlässt ein totes Feld in der Auswertung.

Die entscheidende Unterscheidung, auf der die gesamte Struktur beruht, ist die Trennung zwischen Eingabedaten (was der Trader beim Eröffnen der Position von Hand eingegeben hat) und Ausgabedaten (was das Tabellenblatt oder die App nach Positionsschluss automatisch berechnet hat). Eingabedaten beantworten die Frage „Was habe ich getan?“; Ausgabedaten beantworten „Was ist daraus geworden?“. Zusammen ergeben sie ein Bild, auf dessen Grundlage strategische Entscheidungen möglich sind. Getrennt ist jede Schicht unvollständig. Wie du systematische Arbeitsprozesse im Trading aufbaust, entscheidet langfristig über den Unterschied zwischen Fortschritt und Stillstand.

Zehn Spalten Transaktionsdaten — das Fundament jedes Journals

Die ersten zehn Spalten sind das unentbehrliche Minimum. Ohne eine einzige von ihnen lässt sich keine spätere Metrik berechnen — deshalb nennen wir diesen Block das Fundament. Der Trader trägt diese Werte beim Eröffnen und Schließen der Position von Hand ein: sechs Felder beim Einstieg (Datum, Uhrzeit, Währungspaar, Richtung, Einstiegskurs, Stop Loss, Take Profit, Positionsgröße) und vier beim Ausstieg (Ausstiegsdatum, Ausstiegsuhrzeit, Ausstiegskurs, monetäres Ergebnis).

Zehn Spalten Transaktionsdaten (1–10)
1. EinstiegsdatumISO-Format YYYY-MM-DD plus Uhrzeit HH:MM. Ermöglicht chronologische Sortierung und Segmentierung nach Wochentag.
2. WährungspaarEUR/USD, GBP/JPY, XAU/USD. Einheitliche Notation ist für die spätere Filterung unerlässlich.
3. RichtungLong-Position oder Short-Position. Trivial — aber ohne diese Angabe brechen alle Ausgabewerte zusammen.
4. EinstiegskursDer tatsächliche Füllungskurs, nicht der Kurs beim Klicken. Die Differenz entsteht durch Slippage (Kursschlupf).
5. Stop LossDer genaue Kurs des Schutzausstiegs. Der Punkt, an dem die Strategie die Idee für falsch erklärt.
6. Take Profit (Gewinnmitnahme)Der geplante Kurs der Gewinnmitnahme. Fehlt er, fehlt der Plan.
7. PositionsgrößeIn Lot (0,10 Mini-Lot, 1,00 Standard-Lot). Grundlage für die Berechnung des Risikoprozentsatzes.
8. AusstiegskursDer tatsächliche Schlusskurs — ob durch Stop-Loss-Auslösung, Take-Profit-Auslösung oder manuellen Schluß.
9. Ausstiegsdatum und -uhrzeitErmöglicht die Berechnung der Haltedauer — ein zentraler Parameter für Day- und Swing-Strategien.
10. Monetäres ErgebnisNach Spread, Kommission und Swap. Die Summe aller Transaktionskosten muss enthalten sein.

Für ein Standard-Lot EUR/USD bei einem ECN-Broker liegen die Roundtrip-Transaktionskosten typischerweise zwischen acht und dreizehn Euro — sieben bis zehn in der Kommission plus ein bis drei Pips Spread. Das monetäre Ergebnis in Spalte 10 muss alle Kosten einschließen, sonst beruht die spätere Analyse auf überhöhten Zahlen. Die meisten Broker trennen diese Positionen im Historienexport auf, sodass der Trader sie im Tabellenblatt aufaddieren muss.

Fünf Risikospalten — der Block, den die meisten überspringen

Die zweite Spaltengruppe beantwortet die Frage „Wie viel habe ich riskiert, und wie viel habe ich relativ zu diesem Risiko verdient?“. Die meisten Retail-Trader überspringen diesen Block völlig und verlassen sich auf eine rohe Euro- oder Dollarzahl. Das Problem: Die Rohzahl vermischt zwei verschiedene Effekte — die Qualität der Strategie und die Positionsgröße. Ein Trader, der €800 auf eine Position mit €400 Risiko erzielt hat, hat ein doppelt so gutes Ergebnis wie jemand, der €1.200 auf €1.000 Risiko erzielt. Der Nominalbetrag ist im zweiten Fall höher, die Trade-Qualität jedoch schlechter.

Die fünf Risikospalten im Einzelnen: Spalte 11 — Risikoprozentsatz, berechnet als Stop-Loss-Abstand mal Pip-Wert mal Positionsgröße, dividiert durch das Kontokapital. Der professionelle Standard liegt bei einem Prozent pro Trade; Werte über zwei Prozent sind gefährlich, über fünf Prozent ein Fehler. Spalte 12 — R-Multiple, das monetäre Ergebnis dividiert durch das anfängliche monetäre Risiko. Ein Gewinn von €150 auf €50 Risiko ergibt plus 3R; ein Verlust von €50 auf €50 Risiko ergibt minus 1R. Dies ist die einzige Kennzahl, die einen fairen Vergleich zwischen zwei Trades unterschiedlicher Größe ermöglicht.

Spalte 13 — maximaler Drawdown (Kapitalrückgang) innerhalb des Trades, gemessen vom Höchststand des nicht realisierten Gewinns bis zum Schlussergebnis. Eine Position, die bis auf plus 4R lief, aber bei plus 1R geschlossen wurde, hatte einen internen Drawdown von 3R — eine Information, die für die Bewertung des Positionsmanagements entscheidend ist. Spalte 14 — Portfolioanteil, die Gewichtung der Position im Verhältnis zu allen offenen Positionen zusammen. Er erkennt übermäßige Konzentration auf ein einziges Währungspaar oder eine einzige Richtung. Spalte 15 — Korrelation mit anderen offenen Positionen; zwei Long-Positionen auf EUR/USD und GBP/USD mit einer Korrelation von plus 0,90 sind in Wirklichkeit eine einzige Position doppelter Größe.

Fünf Setup-Analyse-Spalten — die Antwort auf „Warum bin ich eingestiegen?“

Die dritte Spaltengruppe ist das markanteste Merkmal eines professionellen Trading-Journals. Sie beantwortet die Frage, die ein Einsteiger-Journal ignoriert: Warum wurde genau dieser Trade eröffnet? Die fünf Felder dieses Blocks sind: Setup-Typ, Zeitrahmen, Konfluenzfaktoren, makroökonomischer Kontext und der emotionale Zustand des Traders beim Einstieg.

Spalte 16 — Setup-Typ — ist kategorial. Der Trader wählt aus einer geschlossenen Liste eigener Muster: Ausbruch aus Unterstützung oder Widerstand, Rücksetzer im Trend, Umkehrformation, News-Scalp, Range-Trade, harmonisches Muster, Divergenz. Die Liste sollte nicht mehr als acht bis zehn Einträge umfassen — eine größere macht die spätere Segmentierung unmöglich. Nach hundert Trades wird sichtbar, welche dieser Muster positiven Erwartungswert liefern und welche nur zu funktionieren scheinen.

Spalte 17 — der Zeitrahmen, auf dem die Position gefunden wurde (M15, H1, H4, D1). Nach sechzig Trades erzielt ein Zeitrahmen meist deutlich bessere Ergebnisse als die anderen — weniger eine Frage objektiver Überlegenheit als der Passung zum persönlichen Rhythmus des Traders. Spalte 18 — die Anzahl der Konfluenzfaktoren (von null bis fünf-plus). Konfluenz bedeutet das Zusammentreffen unabhängiger Signale: ein Unterstützungsniveau plus der gleitende Durchschnitt der 200er-Periode plus eine RSI-Divergenz plus ein Dreiecks-Ausbruch. Eine vollständige Auswertung nach hundert Trades zeigt, dass Trades mit drei oder mehr Konfluenzfaktoren eine Trefferquote haben, die 15 bis 20 Prozentpunkte höher liegt als bei Trades auf ein einziges Signal.

Spalte 19 — News-Kontext. Ein Text- oder Kategoriefeld: „vor NFP“, „nach FOMC“, „rund um die EZB-Entscheidung“, „ruhiger Tag, keine geplanten Daten“. Der Trader lernt schnell, ob die Strategie bei niedriger oder hoher Volalität besser funktioniert. Spalte 20 — emotionaler Zustand auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 10 volle Ruhe und Vertrauen in das Setup bedeutet und 1 Handeln aus Rache, Frust oder Angst. Diese eine Zahl, über hundert Trades hinweg abgelesen, deckt eine Realität auf, die die meisten Retail-Trader nicht sehen wollen: Positionen, die mit einem emotionalen Wert unter vier eröffnet wurden, haben statistisch negativen Erwartungswert und sollten aus dem Plan eliminiert werden, egal wie technisch plausibel das Setup auch scheint. Wie du die Psychologie des Tradings mit konkreten Zahlen in den Griff bekommst, zeigt sich genau an dieser Spalte.

Fünf Ausführungs-Review-Spalten — Post-Trade-Analyse in konkreten Zahlen

Der vierte und letzte Block ist das Ausführungs-Review — was die englischsprachige Literatur als Post-Trade-Analyse bezeichnet. Es geht nicht um den Trade selbst, sondern um die Qualität seiner Ausführung gegenüber dem ursprünglichen Plan. Fünf Felder: Plan-Treue, Fehleranzahl, Lektion in einem Satz, Screenshot-Link, Monats-Tag.

Spalte 21 — Plan-Treue auf einer Skala von 1 bis 10. Eine 10 bedeutet, Einstieg, Stop Loss und Ausstieg sind exakt so eingetreten wie vor der Eröffnung geplant. Eine 5 bedeutet, der Trader hat unterwegs etwas geändert — den Stop Loss verschoben, frühzeitig geschlossen, die Größe erhöht. Eine 1 bedeutet, die Position hatte mit dem ursprünglichen Plan nichts mehr gemein. Die Korrelation dieses Werts mit dem R-Multiple, über hundert Trades abgelesen, gibt eine harte Antwort auf die Frage, ob Abweichungen vom Plan Geld kosten oder sparen. In neunzig Prozent der Fälle lautet die Antwort gleich: Jeder Punkt Abfall unter sieben kostet im Durchschnitt rund 0,3R im Ergebnis.

Spalte 22 — Fehleranzahl. Ein numerisches Feld ab null. Fehler werden vor Beginn der Saison vom Trader selbst definiert (eine typische Liste: Einstieg ohne Stop Loss, Stop Loss gegen die Kursrichtung verschieben, zu einer Verlustposition nachkaufen, eine Gewinnposition aus Angst vor dem Ziel schließen, einen Trade auf ein Signal eröffnen, das nicht im Plan stand). Die Fehleranzahl pro Trade korreliert stark und negativ mit dem Ergebnis — an sich offensichtlich, aber erst der Akt des Aufschreibens löst den Selbstdisziplin-Mechanismus aus.

Spalte 23 — Lektion in einem Satz. Ein Freitext-Feld, maximal dreißig Wörter. „Zu früh eingestiegen, Plan erforderte H1-Kerzen-Bestätigung.“ „Bei plus 0,8R aus Wochenend-Angst geschlossen, Plan sah plus 2R vor.“ Monatlich gelesen, bilden diese Sätze ein Tagebuch der Fehlermuster — eines der wirkungsvollsten Lernwerkzeuge überhaupt.

Spalte 24 — Link zu einem Chart-Screenshot beim Einstieg und Ausstieg. Der einfachste Ansatz ist es, die Screenshots in einem Cloud-Ordner zu speichern und den Hyperlink einzufügen. Spalte 25 — ein Monats-Tag, eine einfache Kategorie wie „Januar-NFP-Drift“ oder „Februar-EURUSD-Range“ — ermöglicht die schnelle Suche im Journal nach Marktphasen. Einen ausführlichen Überblick über zehn ergänzende Kennzahlen, die neben den 25 Spalten sinnvoll sind, findest du im Bereich praktische Handelsanalyse.

Excel versus TraderSync versus Edgewonk — wann es Zeit für einen Werkzeugwechsel ist

Alle 25 Spalten lassen sich in Excel in fünf bis sieben Stunden Arbeit aufbauen. Excel hat drei Vorteile, die kein kostenpflichtiges Tool aufwiegen kann: volle Kontrolle über die Datenstruktur, keine monatliche Gebühr und — am wichtigsten — die Anforderung, jede Formel selbst schreiben zu müssen. Ein Trader, der die R-Multiple-Formel einmal persönlich in eine Zelle getippt hat, versteht die Kennzahl tiefer als jemand, der denselben Wert von einem TraderSync-Dashboard abliest.

Die Schwelle, ab der Excel als Einschränkung spürbar wird, liegt bei rund tausend Trades pro Jahr. Darüber wird die manuelle Dateneingabe ermüdend und das Fehlen eines automatischen Broker-Imports kostet reale Zeit. An diesem Punkt macht ein Wechsel zu TraderSync (29 USD pro Monat) Sinn — einem Tool, das sich direkt mit den meisten ECN-Brokern verbindet, die Trade-Historie automatisch importiert und fertige Dashboards für Erwartungswert, Profit-Faktor, R-Multiples und Drawdown in Monatsfenstern liefert. Edgewonk (169 USD einmalig) geht bei der psychologischen Analyse einen Schritt weiter — es bietet detaillierte Berichte zu emotionalem Zustand, Plan-Treue und Fehler-Tagging, die TraderSync in dieser Tiefe nicht erreicht.

Vergleich der drei Hauptwerkzeuge für ein 25-Spalten-Trading-Journal
Excel oder Google SheetsKostenlos, volle Kontrolle, sechs Stunden Einrichtung, manuelle Eingabe. Optimal bis zu tausend Trades pro Jahr.
TraderSync29 USD pro Monat. Automatischer Import aus MT4, MT5 und den meisten ECN-Brokern. Fertige Diagramme für Erwartungswert, Segmentierung nach Setup, Monatsberichte.
Edgewonk169 USD einmalig. Detaillierteste Analyse von Emotionen, Plan-Treue und Fehler-Tagging. Für Trader mit Vollzeit-Konten.
Praktische ReihenfolgeJahr eins: Excel. Nach hundert Trades zusätzlich myfxbook für automatische Aufzeichnung. Über tausend Trades pro Jahr: TraderSync oder Edgewonk mit vollständiger Automatisierung.

Ein VBA-Makro — eine Routine für die automatische Kennzahlenberechnung

Die meisten Berechnungen im Tabellenblatt lassen sich mit Zellformeln erledigen (SUMME, WENN, INDEX, VERGLEICH). Zwei Operationen sind jedoch durch ein VBA-Makro leichter zu automatisieren: alle Pivot-Tabellen per Klick zu aktualisieren und einen Monatsbericht mit Erwartungswert, Profit-Faktor, R-Multiples sowie den zehn besten und zehn schlechtesten Trades des Zeitraums zu erzeugen. Nachfolgend ist der lauffähige Code, den du in den VBA-Editor (Alt+F11 in Excel, Modul1) einfügen kannst.

Sub CalculateMetrics()
    Dim ws As Worksheet
    Dim lastRow As Long
    Dim i As Long
    Dim sumWins As Double, sumLosses As Double
    Dim countWins As Long, countLosses As Long
    Dim sumR As Double
    Dim result As Double, rValue As Double

    Set ws = ThisWorkbook.Sheets("Trades")
    lastRow = ws.Cells(ws.Rows.Count, "J").End(xlUp).Row

    For i = 2 To lastRow
        result = ws.Cells(i, 10).Value      ' Spalte 10: monetäres Ergebnis
        rValue = ws.Cells(i, 12).Value      ' Spalte 12: R-Multiple
        sumR = sumR + rValue
        If result > 0 Then
            sumWins = sumWins + result
            countWins = countWins + 1
        ElseIf result < 0 Then
            sumLosses = sumLosses + Abs(result)
            countLosses = countLosses + 1
        End If
    Next i

    Dim totalTrades As Long
    totalTrades = countWins + countLosses

    With ThisWorkbook.Sheets("Dashboard")
        .Range("B2").Value = totalTrades
        .Range("B3").Value = countWins / totalTrades
        .Range("B4").Value = sumR / totalTrades              ' Erwartungswert in R
        .Range("B5").Value = sumWins / sumLosses             ' Profit-Faktor
        .Range("B6").Value = sumWins - sumLosses             ' Nettoergebnis
    End With

    MsgBox "Kennzahlen berechnet für " & totalTrades & " Trades.", vbInformation
End Sub

Einmal eingefügt und mit einem Formularschaltflächen-Steuerelement verknüpft (Entwicklertools → Einfügen → Schaltfläche), aktualisiert sich das gesamte Dashboard per Knopfdruck. Die Berechnungszeit für tausend Trades überschreitet auf einem normalen Rechner zwei Sekunden nicht. Das Makro lässt sich auf Segmentierung nach Setup-Typ, Diagrammgenerierung oder den E-Mail-Versand des Berichts erweitern.

Marks Geschichte — von fünf auf fünfundzwanzig Spalten

Mark handelte die ersten zwölf Monate mit einem fünfspaltigen Trading-Journal. Nach einem Jahr stand das Konto bei minus €4.200 gegenüber einem Startkapital von €12.000 — ein Verlust von 35 Prozent. Er suchte nach der Ursache, aber das Journal zeigte nur eine rohe Zahlenfolge. Es gab gute und schlechte Monate, gute und schlechte Wochen — auf die Frage, welcher konkrete Trade-Typ die Verluste erzeugte, hatte das Journal keine Antwort, weil es keine Spalte für diese Unterscheidung enthielt.

Im Januar des zweiten Jahres übertrug Mark alle 171 früheren Trades in eine neue 25-Spalten-Vorlage. Die Übertragung dauerte drei Abende, acht Stunden Arbeit insgesamt. Als er die Daten nach Spalte 16 (Setup-Typ) und Spalte 19 (News-Kontext) segmentierte, wurde das Bild brutal klar. Das Scalping auf exotischen Paaren (USD/ZAR, USD/MXN, USD/TRY) während der Veröffentlichung von US-Arbeitsmarktdaten machte 64 Prozent des Jahresverlustes aus — 48 Trades aus diesem Segment erzeugten minus €2.700 bei einem Gesamtrisiko von €4.800. Die Trefferquote dieses einzelnen Segments lag bei 31 Prozent, der Erwartungswert bei minus 0,56R.

Im Februar strich Mark diese Kategorie aus dem Plan. Der Rest der Strategie blieb identisch — dieselben Hauptpaare (EUR/USD, GBP/USD, USD/JPY), dieselben Setups (Level-Ausbrüche, Rücksetzer im Trend), dieselben Zeitrahmen (H1 und H4). Eine Sache änderte sich: ein Verbot, exotische Paare während NFP-, CPI- und Fed-Entscheidungsfenstern zu handeln. Jahr zwei endete bei plus €8.100 über 142 Trades. Die Trefferquote stieg von 47 auf 64 Prozent. Der Erwartungswert bewegte sich von minus 0,18R auf plus 0,42R. Der Profit-Faktor kletterte von 0,71 auf 1,94. Die Strategie war dieselbe; ein Segment verändert, auf Basis der Daten aus Spalte 16 und 19 — Spalten, die das fünfspaltige Journal schlicht nicht enthielt. Wie du ein solides Risikomanagement mit den Erkenntnissen aus dem Trading-Journal verknüpfst, ist der nächste logische Schritt.

„Ein Trading-Tagebuch ist nicht dazu da, dass du dich an deine Trades erinnerst. Es ist dazu da, dass du Muster siehst, die du beim Handeln selbst nicht sehen kannst. Fünf Spalten zeichnen auf; fünfundzwanzig analysieren. Der Unterschied zwischen beiden ist buchstäblich der Unterschied zwischen blindem Handeln und evidenzbasiertem Handeln.” — Brett N. Steenbarger, The Daily Trading Coach, Wiley, 2009.

Marks Geschichte ist kein Einzelfall. Fast jeder Trader, der nach einem Jahr fünfspaltiger Journal-Führung die Daten in die vollständige Vorlage überträgt, findet ein einzelnes konkretes Segment, das den Großteil der Verluste verantwortet. Es kann Freitagabend-Trading sein, Versuche, Tops in einem Aufwärtstrend zu erwischen, Einstiege nach der Asien-Session, Trades in einem emotionalen Zustand unter vier oder News-Scalping auf exotischen Paaren. Das spezifische Segment unterscheidet sich von Trader zu Trader, aber die Existenz eines solchen Segments ist nahezu eine Regel. Ohne ein 25-spaltiges Trading-Journal lässt es sich nicht finden — es fehlen die Spalten, über die man segmentieren könnte.

Was jetzt zu tun ist

  1. Erstelle heute eine neue Google-Sheets-Datei und nenn sie „Trading-Journal 2025“. Trage in die erste Zeile die Überschriften der 25 Spalten aus diesem Artikel ein. Formatiere Datumsspalten als Datum, numerische Spalten mit zwei Dezimalstellen, Prozentspalten als Prozentzahl. Dieser Schritt dauert zehn Minuten und bildet das Fundament für alles Weitere.
  2. Schreibe die Berechnungsformeln in die ersten zehn leeren Zeilen. Ergebnis = (Ausstieg − Einstieg) × Positionsgröße. R-Multiple = Ergebnis ÷ (Risiko in Pips × Pip-Wert). Risikoprozentsatz = (Risiko in Kontowährung) ÷ Kapital × 100. Zwei Stunden, die du mit dem Schreiben der Formeln verbringst, erzeugen ein echtes Verständnis dafür, was das Journal tatsächlich misst — ohne dieses Verständnis wird kein Online-Tool dir helfen.
  3. Trage die letzten zwanzig Trades aus deiner Broker-Historie manuell ein. Öffne das Kundenportal deines Brokers, exportiere die Trade-Historie und übertrage die letzten zwanzig Trades von Hand ins Journal. Die manuelle Eingabe ist beabsichtigt: Jeder Trade zwingt dich, den Einstiegskontext, den emotionalen Zustand und die Plan-Treue zu rekonstruieren. Nach diesen zwanzig Einträgen wirst du erste Muster sehen.
  4. Lege ein zweites Tabellenblatt mit aggregierten Kennzahlen an. Erwartungswert = MITTELWERT der R-Multiple-Spalte. Profit-Faktor = SUMMEWENN für positive Ergebnisse, dividiert durch SUMMEWENN für negative. Trefferquote = ZÄHLENWENN für Ergebnisse größer null, dividiert durch die Gesamtzahl der Trades. Diese drei Zahlen sind die Grundlage jeder Strategiebewertung und sollten stets im Kopfbereich des Tabellenblatts sichtbar sein.
  5. Trage ein wöchentliches Journal-Review als Kalender-Termin ein. Jeden Wochenendabend, mindestens dreißig Minuten: das Tabellenblatt öffnen, die Woche durchsehen, die Monatsspalte (25) mit einem Tag versehen, die Lektion der Woche in einem einzigen Satz festhalten. Das ist keine zusätzliche Arbeit — es ist die einzige Arbeit, die echte Kompetenz aufbaut. Ein Journal ohne wöchentliches Review ist eine Textdatei, kein Analyse-Werkzeug.
Jarosław Wasiński
Über den Autor

Jarosław Wasiński

Chefredakteur bei MyBank.pl · Finanz- und Marktanalyst

Unabhängiger Analyst und Praktiker mit über 20 Jahren Erfahrung im Finanzsektor. Gründer und Chefredakteur des Portals MyBank.pl, aktiv seit 2004. Fundamentalanalyse der Devisen- und Makromärkte seit 2007. Schreibt aus europäischer Marktperspektive im regulatorischen Rahmen von ESMA und BaFin.

Quellen und Literatur

  1. John Wiley & Sons Brett N. Steenbarger — The Daily Trading Coach (2009) · Rozdziały o ewaluacji własnych statystyk i strukturze dziennika; lekcja 75 o segmentacji transakcji po typie setupu. www.wiley.com ↗
  2. McGraw-Hill Van K. Tharp — Trade Your Way to Financial Freedom (1999) · Metodyka krotności R i klasyfikacja setupów; podstawa teoretyczna kolumn 11-15 dziennika tradera. www.mhprofessional.com ↗
  3. TraderSync, Inc. Trading Journal & Analytics — TraderSync · Narzędzie online z automatycznym importem historii brokerów MT4/MT5/cTrader. Plan podstawowy 29 USD miesięcznie (cena maj 2026). tradersync.com ↗
  4. Edgewonk Edgewonk Trading Journal Software · Zaawansowane analityki transakcji i raporty miesięczne; licencja jednorazowa 169 USD (cena maj 2026). www.edgewonk.com ↗
  5. Microsoft Excel VBA Object Reference · Dokumentacja obiektów Worksheet, Range i Chart używanych w przykładowym makrze automatyzującym aktualizację pulpitu. learn.microsoft.com ↗

Häufig gestellte Fragen

Sind fünfundzwanzig Spalten nicht zu viel für einen Retail-Trader?

Der erste Eindruck sagt das meist — und genau deshalb bleiben die meisten Retail-Trader bei fünf Spalten stehen und können nach einem Jahr nicht sagen, welches ihrer Setups tatsächlich Geld einbringt. Fünfundzwanzig Spalten sind keine Liste von Dingen, die du von Hand eintippen musst. Mehr als ein Dutzend davon werden automatisch aus früheren Feldern berechnet. Der Trader gibt manuell neun Zahlen ein (Datum, Uhrzeit, Währungspaar, Richtung, Einstieg, Stop Loss, Take Profit, Positionsgröße, Ausstieg) sowie vier kategoriale Bewertungen (Setup-Typ, Zeitrahmen, News-Kontext, emotionaler Zustand). Die verbleibenden elf Spalten — R-Multiple, Risikoprozentsatz, rollierender Erwartungswert, Portfolioanteil, Korrelation, Plan-Treue — berechnet Excel per Formel. Das Eingeben eines einzelnen Trades dauert unter zwei Minuten. Im Gegenzug erhältst du die Möglichkeit, die Daten nach jedem beliebigen Kriterium zu filtern — und nach hundert Trades liefert das eine harte Antwort auf die Frage, wo das Konto tatsächlich Geld verdient.

Excel, TraderSync, Edgewonk oder myfxbook — womit anfangen?

Excel für die ersten ein- bis zweihundert Trades — aus einem konkreten Grund: Es zwingt dich, die Formeln für R-Multiple, Erwartungswert und Drawdown selbst zu schreiben, was ein vollständiges Verständnis dafür erzeugt, was das Journal tatsächlich misst. Nach einem Jahr, wenn die manuelle Dateneingabe als Reibung spürbar wird, macht ein Wechsel zu einem Tool Sinn. TraderSync (29 USD pro Monat) importiert die Trade-Historie automatisch aus MT4, MT5 und den meisten ECN-Brokern, liefert fertige Erwartungswert-Berichte nach Monat, Segmentierung nach Setup und R-Multiple-Diagramme. Edgewonk (169 USD einmalig) bietet die gründlichsten Berichte zu emotionalem Zustand und Plan-Treue — ideal für Strategien, die eine erweiterte psychologische Analyse erfordern. myfxbook (kostenlos) integriert sich mit MT4 und MT5, bleibt aber bei Basiskennzahlen — ein nützliches Ergänzungstool, kein vollständiges Journal. Die typische Reihenfolge eines professionellen Traders: Jahr eins Excel, Jahr zwei Excel plus myfxbook für automatische Aufzeichnung, Jahr drei TraderSync oder Edgewonk mit vollständiger Automatisierung.

Was zeigt die Auswertung nach hundert Trades in einem vollständigen Journal konkret?

Drei Dinge, die ein fünfspaltiges Journal niemals zeigen wird. Erstens: Die Segmentierung nach Setup-Typ (Spalte 16) deckt auf, dass von den fünf Einstiegsmustern, die der Trader verwendet, zwei konstant positiven Erwartungswert liefern, zwei um null schweben und eines — in der Regel dasjenige, das der Trader für seine Spezialität hält — bei hoher Tradeanzahl negativen Erwartungswert aufweist. Zweitens: Die Segmentierung nach emotionalem Zustand (Spalte 20) zeigt, dass Positionen, die mit einem Ruhewert von 6 oder höher eröffnet wurden, eine Trefferquote haben, die etwa doppelt so hoch ist wie bei Positionen mit einem Wert von 3 oder niedriger. Drittens: Die Plan-Treue-Spalte (21) legt offen, dass ein Abfall dieses Werts unter 7 nahezu linear mit einem Abfall des R-Multiple unter 0,5 korreliert — die größten Verluste entstehen also nicht durch eine fehlerhafte Strategie, sondern durch Abweichungen von den eigenen Regeln. Jeder dieser Befunde ist spezifisch für den jeweiligen Trader; zusammen bilden sie einen Wert, der weder gekauft noch aus einem Buch herausgelesen werden kann.

Wie lange dauert der Aufbau der vollständigen Excel-Vorlage von Grund auf?

Vier bis sechs Stunden, vorausgesetzt der Trader kennt grundlegende Excel-Formeln (SUMME, WENN, INDEX, VERGLEICH). Die erste Stunde geht für die Gestaltung der Spaltenüberschriften für 25 Spalten und die Formate (Datum, Zahl, Prozent, Text) drauf. Die zweite für das Schreiben der Berechnungsformeln: das monetäre Ergebnis aus der Differenz zwischen Ausstiegs- und Einstiegskurs mal Positionsgröße, das R-Multiple aus dem Ergebnis dividiert durch das anfängliche Risiko, den Risikoprozentsatz aus dem Stop-Loss-Abstand mal Pip-Wert dividiert durch das Kapital. Die dritte Stunde baut das zweite Tabellenblatt mit aggregierten Kennzahlen — Erwartungswert als MITTELWERT der R-Multiples, Profit-Faktor als SUMMEWENN für positive Ergebnisse dividiert durch SUMMEWENN für negative, maximaler Drawdown aus einer iterativen Formel auf dem rollierenden Kapital. Die vierte Stunde erstellt das Dashboard — Eigenkapitalkurven-Diagramm, R-Multiple-Histogramm, Pivot-Tabelle mit Setup-Segmentierung. Die fünfte und sechste Stunde sind ein optionales VBA-Makro, das alle Tabellen per Knopfdruck aktualisiert und die monatliche Zusammenfassung per E-Mail versendet. Die fertige Vorlage verarbeitet bis zu tausend Trades pro Jahr ohne Änderungen — oberhalb dieser Schwelle macht ein Wechsel zu TraderSync oder Edgewonk Sinn.

Tiefer eintauchen · der vollständige Leitfaden