In diesem Artikel
Nach diesem Artikel kannst du …
- Du trennst Einzahlung, Dienstleistungsgebühr und virtuelles Nominal.
- Du berechnest Tageslimit und Verlust seit Start separat.
- Du prüfst einen Vergütungsanspruch statt nur eine Beteiligungsquote.
- Du begrenzt echte Wiederholungskosten unabhängig vom Drawdown.
Begriffe direkt erklärt
Prop-Firma und Trader-Evaluierungsprogramm Auszahlung einer vertraglichen Vergütung Drawdown Eigenkapital (Equity)Du hast hypothetisch 500 EUR zur Verfügung. Beim CFD-Broker können sie eine Einzahlung bilden; bei einem bezahlten Prop-Programm können sie eine Dienstleistungsgebühr sein. Ein dort beworbener Nominalbetrag von 100 000 EUR ist deswegen nicht dein verfügbares Geld. Hier vergleichen wir Retail-CFD-Konten und bezahlte Online-Simulationsprogramme anhand ihrer tatsächlichen Geldflüsse, Regeln und Ansprüche. Traditionelle berufliche Eigenhandelsrollen sind ein anderer Gegenstand.
Wessen Geld und welcher Anspruch stehen im Vertrag?
Beim Broker unterstützen deine Kontomittel reale Positionen nach Vertrag und Produktspezifikation. Ergebnisse entstehen aus tatsächlichen Ausführungen und Gebühren. Der Broker kann deine Vertragsgegenpartei bleiben, auch wenn er sein Risiko extern absichert. Prüfe Gesellschaft und Haftung, bevor du die Einzahlung als maximal möglichen Verlust bezeichnest. Ein anwendbarer Negativsaldo-Schutz ist eine konkrete produkt- und kontobezogene Bedingung.
Bei einem Simulationsprogramm steuern virtuelle Größen und Verlustlimits den Übungsablauf. Echte Ausgaben sind dagegen Gebühr, Verlängerung, erneuter Versuch oder andere vertragliche Belastungen. Eine spätere Vergütung ist ein bedingter Anspruch nach den Programmregeln und nicht die Auszahlung des virtuellen Startkapitals. Ein großer Nominalbetrag beweist weder für dich verwahrtes Vermögen noch einen wahrscheinlichen Zahlungseingang.
FTMO beschreibt seine Teilnehmerkonten ausdrücklich als simuliert. Der Anbieter kann bestimmte Handelsdaten für seinen eigenen Handel verwenden; die vertragliche Vergütung des Teilnehmers hängt laut seiner Erklärung nicht davon ab, ob ein bestimmter Vorgang kopiert wurde. Das ist ein konkretes Anbieterbeispiel und keine Aussage, dass jedes Prop-Unternehmen identische Konten, Gebühren oder Zahlungsregeln hat.
Welche Einnahmen und Pflichten hat ein Programm?
Eine Teilnahmegebühr kann Umsatz für ein Simulationsprogramm erzeugen, auch wenn ein Teilnehmer die Ziele nicht erreicht. Daraus ergibt sich noch keine verifizierte branchenweite Durchfallquote und keine belegte Verteilung der Anbietereinnahmen. Prüfe den tatsächlichen Preis, mögliche Folgegebühren und Offenlegungen. Weder ein günstiger Tarif noch strenge Regeln allein beweisen Betrug.
Gebühreneinnahmen und Vergütungsverpflichtungen können unterschiedliche wirtschaftliche Anreize schaffen. Für deine Entscheidung zählt die klar beschriebene Leistung und die Durchsetzbarkeit eines Anspruchs. Ein Zertifikat ist keine Bankgarantie. Auch eine einzelne belegte vergangene Zahlung oder ein langes Bestehen des Unternehmens ist kein Nachweis, dass jede zukünftige Forderung bezahlt wird.
Unterscheide außerdem Challenge-Phase, späteres simuliertes Konto und gegebenenfalls ein tatsächlich anders ausgestaltetes Live-Modell. Wenn eine Website „funded“ sagt, frage nach der technischen und rechtlichen Bedeutung. Wer schließt den Vertrag, wer schuldet Geld und welches Vermögen gehört dir? Eine Plattformbezeichnung oder eine Lizenz im Footer eines Partners beantwortet diese Fragen nicht.
Welche Regeln musst du nebeneinanderstellen?
Beim Broker prüfst du Produkt, Margin, Orders, vollständige Gebühren und Kundenschutz. Beim Simulationsprogramm kommen Ziele, Tages- und Gesamtlimits, Reset, verbotene Methoden sowie Voraussetzungen und Termine einer Vergütung hinzu. Eine Beteiligung von beispielsweise 80% ist erst aussagekräftig, wenn klar ist, welches Ergebnis als berechtigt gilt und welche weiteren Bedingungen vor einer Zahlung erfüllt sein müssen.
Halte den Vertragsstand zum Kaufzeitpunkt fest. Ein heutiger Tarif oder eine neue Programmvariante beschreibt nicht automatisch einen früher erworbenen Zugang. Vergleiche Verlängerungen, Erstattungsregeln, Aktivitätsvoraussetzungen und Folgen eines Limits. Ein nomineller Hebel auf einem simulierten Konto ist keine regulatorische Schutzleistung und darf nicht mit dem an deutsche Kleinanleger gerichteten CFD-Rahmen gleichgesetzt werden.
Eine statische hypothetische Verlustschwelle bei 100 000 EUR Startnominal und 10% Spielraum liegt bei 90 000 EUR. Ein nachlaufendes Limit kann dagegen einen definierten Höchststand verwenden: Intraday-Equity, geschlossenen Saldo oder Saldo beim Tageswechsel. Welche Größe gilt, steht im Vertrag. FTMO beschreibt etwa für 1-Step eine EOD-Balance-Basis; andere Varianten dürfen damit nicht gleichgesetzt werden.
Warum sind Tagesverlust und Verlust seit Start verschieden?
Das fiktive Programm startet mit 100 000 EUR Nominal. Am betrachteten Tagesreset steht der geschlossene Saldo bei 102 000 EUR. Die hypothetische Tagesregel zieht einen festen Betrag von 5 000 EUR von dieser Reset-Basis ab. Die Equity muss danach oberhalb der angenommenen Schwelle von 97 000 EUR bleiben. Es gibt an diesem Tag keine weiteren Geldbewegungen oder Gebühren.
Ein späterer offener Verlust von 5 200 EUR ergibt Equity von 96 800 EUR. Seit dem ursprünglichen Programmstart sind es nur 3,2% Verlust; dennoch liegt die Equity 200 EUR unter der Tagesgrenze. Frühere Gewinne ersetzen die tägliche Prüfung nicht. Das Modell beschreibt bewusst kein konkretes aktuelles Anbieterprogramm.
3,2% Verlust seit Start und eine verletzte Tagesgrenze können gleichzeitig stimmen.
- Reset-Saldo
- 102 000 EUR – Geschlossenes Ergebnis bei Tagesbeginn
- Tagesgrenze
- 97 000 EUR – 102 000 minus 5 000
- Spätere Equity
- 96 800 EUR – 102 000 minus 5 200 offener Verlust
- Zwei Feststellungen
- 3,2% seit Start; 200 EUR unter Tagesgrenze – Verschiedene Referenzen
Schreibe jede Schwelle mit ihrer Basis auf: Startnominal, Reset-Saldo oder anderer vertraglicher Referenzwert. Ergänze die Zeitzone und gegebenenfalls die Wirkung offener Positionen, Swaps und Kommissionen. Die Uhr am Computer kann ein anderes Datum als die Programmzeit zeigen. Ein Ergebnis am Tagesende beweist zudem nicht, dass ein intraday geltendes Limit zwischenzeitlich eingehalten wurde.
Was zeigt ein Budgetvergleich ohne Renditeversprechen?
Weg eins im hypothetischen Modell: 500 EUR werden zum Brokerkonto eingezahlt. Ein Gewinn wird nicht unterstellt; Kosten und Handelsverluste können die Mittel verbrauchen. Die Haftung muss zum tatsächlichen Produkt und Schutz passen. Die Rechnung beginnt mit wirklichem Geld und tatsächlichen Ergebnissen, nicht mit einer erfundenen „realistischen“ Rendite für Anfänger.
Weg zwei: Dieselben 500 EUR kaufen einen fiktiven Simulationszugang mit 100 000 EUR Nominal. Ein rein angenommener berechtigter Ergebnisbetrag von 4% entspricht 4 000 EUR; eine angenommene Beteiligung von 80% ergibt 3 200 EUR vor weiteren Bedingungen und Abzügen. Diese Multiplikation beweist weder Bestehenswahrscheinlichkeit noch Zahlungsrecht. Ohne erfüllten Vertrag kann die mathematische Zahl keine Forderung darstellen.
Drei solche bezahlten Versuche würden bei unverändertem hypothetischem Preis 1 500 EUR kosten. Das ursprüngliche 500-EUR-Budget wird dadurch überschritten. Begrenze die echten Ausgaben separat vom simulierten Drawdown. Eine Regel, die einen virtuellen Kontostand begrenzt, begrenzt nicht automatisch, wie viel Geld du für wiederholte Käufe ausgibst.
Welche Regulierung und welche Zahlungsrisiken bleiben?
Für die einschlägige deutsche Retail-CFD-Dienstleistung sind die BaFin-Schutzbedingungen zu prüfen. Kundengeldtrennung, Anlegerentschädigung und Negativsaldo-Schutz beantworten unterschiedliche Fragen. Keiner dieser Begriffe macht deine Handelsstrategie profitabel oder schützt die gesamten CFD-Kontomittel vor Marktverlusten.
Die Lizenz eines Plattform- oder Brokerpartners gilt nicht automatisch für den separaten Programmvertrag und seine Vergütung. Identifiziere Programmgesellschaft, Dienstleistungsstatus, Recht und Beschwerdeweg. Die belgische FSMA warnte im März 2024 vor Risiken bezahlter Verbraucher-Prop-Programme. Diese Warnung ist kein deutsches Einzelurteil und keine Solvenzfeststellung über jeden Anbieter.
Ein Vergütungsanspruch ist nicht dasselbe wie ein segregiertes Kundenguthaben in Höhe des virtuellen Nominals. Kläre daher Zahlungsbedingungen, Nachweise, Abzüge und Streitverfahren. Ein öffentliches Zahlungsbild kann Fragen anstoßen, muss aber seinem tatsächlichen Zusammenhang zugeordnet werden. Eine attraktive nominale Kontogröße beantwortet die Zuverlässigkeit des Vertragspartners nicht.
Was kannst du ohne Kauf vorbereiten?
Ein kostenloses Demokonto kann Orders und Rechenregeln üben helfen. Du brauchst dafür weder einen Challenge-Kauf noch eine echte Einzahlung. Wenn du ein Programm erwägst, simuliere genau seine Schwellen und Reset-Zeiten. Ein kurzer fehlerfreier Versuch beweist keine dauerhafte Profitabilität oder zuverlässige spätere Vergütung.
Du kannst auch beide Angebote ablehnen. Ein erfolgreiches Demo verpflichtet zu keinem Kauf. Vergleiche zunächst, ob Produkt, Verlustbudget und technische Anforderungen zu deiner Situation passen. Die Prüfung eines Prop-Programms braucht konkrete Regeln und Ansprüche statt pauschaler Branchenversprechen.
Was solltest du vor der Entscheidung dokumentieren?
- Trenne echtes und virtuelles Geld. Erstelle zwei Spalten für Zahlungen und simulierte Größen. Trage Gebühr, Folgekäufe, mögliche Erstattung und bedingte Vergütung separat ein, damit Nominalkapital nicht als verfügbares Guthaben erscheint.
- Prüfe beide Verträge. Notiere jeweils Gesellschaft, Dienstleistung und relevante Schutz- oder Zahlungsbedingungen. Eine Lizenz eines technischen Partners darf nur der dazugehörigen Dienstleistung zugeordnet werden und nicht automatisch dem separaten Programmvertrag.
- Berechne die Schwellen. Schreibe für Tages- und Gesamtlimit Basis, Betrag, Reset-Zeit und verwendete Kontogröße auf. Teste ein eigenes hypothetisches Beispiel mit offenem Verlust und kennzeichne, welche Daten im aktuellen Vertrag noch unklar sind.
- Plane die Vorbereitung ohne Kauf. Nutze ein verfügbares kostenloses Demo für Bedienung und Regeln. Dokumentiere Fehler und begrenze ein mögliches Ausgabenbudget unabhängig vom Nominal; ein abgeschlossener Versuch erzwingt keine spätere Zahlung.
Prüfe dein Verständnis
Etwa 2 Minuten Übung.
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Tagesgrenze und Verlust seit Start haben verschiedene Basen.
Weitere Fragen
Gehören mir die 100 000 EUR eines simulierten Kontos?
Nein. In einem Simulationsprogramm ist der Nominalbetrag eine Rechengröße nach den Programmregeln und kein in dieser Höhe für dich auszahlbares Guthaben. Deine tatsächlichen Geldflüsse sind Gebühren, mögliche Erstattungen und gegebenenfalls vertragliche Vergütungen. Prüfe, wer sie schuldet und unter welchen Bedingungen. FTMO beschreibt seine Teilnehmerkonten ausdrücklich als simuliert; daraus folgt aber keine identische Kontostruktur jedes anderen Anbieters. Eine Plattform oder der Begriff „funded“ ersetzt die konkrete Vertragsbeschreibung nicht.
Kann das Tageslimit trotz kleinen Gesamtverlusts verletzt sein?
Ja, wenn beide Regeln unterschiedliche Referenzgrößen verwenden. Im fiktiven Modell stehen zum Tagesreset 102 000 EUR im Saldo, die Tagesgrenze liegt nach Abzug von 5 000 EUR bei 97 000 EUR. Ein offener Verlust von 5 200 EUR führt zu 96 800 EUR Equity und unterschreitet diese Grenze. Seit dem ursprünglichen Start von 100 000 EUR beträgt der Verlust dennoch nur 3,2%. Frühere Gewinne und die Gesamtverlustrechnung ersetzen deshalb die tägliche Schwellenprüfung nicht.
Schützt die Lizenz eines Partnerbrokers meine Programmgebühr?
Nicht automatisch. Der Partner kann für eine andere, klar definierte Dienstleistung zugelassen sein, während Gebühr und Vergütung einem separaten Vertrag mit der Programmgesellschaft folgen. Prüfe Gesellschaft, Leistung, Verwahrung oder Zahlungsanspruch und den passenden Rechtsraum. Eine mögliche Anlegerentschädigung für berechtigte Brokeransprüche ist keine pauschale Garantie für Simulationsgebühren oder virtuelle Kontogrößen. Auch eine vergangene Auszahlung beweist keine zukünftige Solvenz. Die belgische FSMA-Warnung ist als belgischer Risikohinweis einzuordnen, nicht als deutsches Einzelurteil.
Ist das Gebührenrisiko immer auf den ersten Kauf begrenzt?
Nein. Wiederholte Versuche, Verlängerungen und weitere Vertragskosten können die echten Ausgaben vergrößern. Bei hypothetisch 500 EUR je Versuch kosten drei Käufe 1 500 EUR, obwohl der erste Betrag nur 500 EUR war. Ein simuliertes Verlustlimit begrenzt diese Zahlungen nicht. Prüfe jede Kosten- und Erstattungsbedingung und lege ein unabhängiges Geldbudget fest. Ein kostenloser Demo-Versuch kann die Vorbereitung unterstützen, beweist aber weder Bestehenswahrscheinlichkeit noch einen späteren Vergütungsanspruch oder dauerhaft profitable Ergebnisse.
Quellen und Nachvollziehbarkeit
- FTMO: How FTMO works
Primärbeschreibung simulierter Konten, Nutzung von Daten und vertraglicher Vergütung unabhängig vom Kopieren eines einzelnen Vorgangs.
- FTMO: 1-Step-Programm
Konkretes Beispiel EOD-Balance-basierter nachlaufender Schwelle, nicht auf sämtliche Varianten übertragen.
- FSMA: Warnung vom 7. März 2024
Belgischer Risikohinweis zu Verbraucher-Prop-Programmen; kein deutsches Einzelurteil oder Solvenznachweis.
- BaFin: Allgemeinverfügung zu CFDs, 2019
Deutscher Produktinterventionsrahmen für Kleinanleger: Hebel, kontoübergreifend innerhalb des CFD-Kontos berechneter Close-out, Negativsaldo-Schutz, Anreize und Warnung.
Rechenfälle sind ausdrücklich angenommene Beispiele. Sie ersetzen weder aktuelle Marktdaten noch die Spezifikation deines Anbieters.
