Die London–New York-Überlappung beschreibt gleichzeitige Aktivitätsfenster zweier Finanzzentren. Sie eignet sich als datierter Untersuchungsrahmen. Aus dem Namen folgen weder eine profitable Methode noch ein bestimmter Spread beim Privatkundenbroker. Besonders bei Nachrichten können Preisbewegung und Ausführungskosten gleichzeitig zunehmen. Deshalb trennen wir Uhrzeit, Marktstatistik, Stichprobe und persönlichen Arbeitskalender.

Was die Überlappung tatsächlich misst

Hier gelten ausdrücklich angenommene Desk-Fenster von 08–17 Uhr Europe/London und 08–17 Uhr America/New_York. Die Schnittmenge liegt meist 13–17 Uhr in London, während der versetzten US/UK-Uhrwechsel 12–17 Uhr. Abweichende Fenster, Feiertage oder ein anderer Anbieterplan ändern das Ergebnis. Es gibt keine gemeinsame FX-Börsenglocke für jedes Instrument.

In der BIS-Erhebung für April 2022 entfielen gerundet 38% des geografisch zugeordneten FX-Umsatzes auf das Vereinigte Königreich,19% auf die USA,9% auf Singapur,7% auf Hongkong und 4% auf Japan. Das sind historische Angaben nach Standort der Vertriebsdesks auf net-gross-Basis. Die gerundete Summe 38+19=57% ist kein Anteil der London–New York-Überlappungsstunden. Länderumsatz, Stadt und Tageszeit sind unterschiedliche Kategorien; die Werte werden hier nicht als aktuelle 2026-Messung ausgegeben.

Welche Uhrzeit gilt für Deutschland?

Für Europe/Berlin lautet die übliche angenommene Schnittmenge 14–18 Uhr. Im Jahr 2026 wechseln die USA am 8. März und 1. November, London und Deutschland am 29. März und 25. Oktober. An den Handelstagen 9–27. März und 26–30. Oktober beträgt die Schnittmenge deshalb 13–18 Uhr deutscher Ortszeit. MEZ und MESZ sind dabei zu unterscheiden; speichere Datum und benannte Zone statt nur „deutsche Zeit“.

Eine hypothetische US-Veröffentlichung um 08:30 Uhr New York fällt am 12. März 2026 auf 13:30 Uhr Berlin, am 2. April auf 14:30 Uhr. Das sind Umrechnungsbeispiele, keine Behauptung, an diesen Daten erscheine ein bestimmter Bericht. Prüfe den tatsächlichen Kalender: Die BLS nennt für Employment Situation gewöhnlich 08:30 Uhr Eastern Time, doch die Formel „immer erster Freitag“ ist keine zuverlässige Terminquelle.

Der lokale Vergleich sollte Start- und Endzeit nach Datum umrechnen. Bewahre UTC und Quelle des Termins. Bei einem Export braucht die Umrechnung den tatsächlichen Offset; eine angezeigte lokale Stunde ohne Datum kann nicht feststellen, ob März oder April gemeint war.

Ein günstiger Median kann teure Ausreißer verdecken

Fünf erfundene Spread-Beobachtungen A lauten 0,8; 0,9; 1,0; 1,1; 1,2 Pip. Median und arithmetischer Mittelwert sind jeweils 1 Pip. Stichprobe B enthält 0,4; 0,5; 0,5; 0,6; 8,0 Pip. Ihr Median ist mit 0,5 Pip kleiner, ihr Mittelwert mit 2 Pip größer. Wer nur den Median nennt, blendet eine mögliche kostspielige Ausführung aus.

Kleiner Median, größerer MittelwertZwei erfundene Stichproben mit je fünf Spread-Beobachtungen. Keine Sitzungsstatistik.RECHEN- UND LERNBEISPIELStichprobe AMedian 1; Mittel 1 PipStichprobe BMedian 0,5; Mittel 2 PipB ohne AusreißerMittel 0,5 Pip
Kleiner Median, größerer Mittelwert. Zwei erfundene Stichproben mit je fünf Spread-Beobachtungen. Keine Sitzungsstatistik.

Ein enger typischer Quote-Wert ersetzt keine Kontrolle teurer Ausreißer und tatsächlicher Fills.

Stichprobe A
Median 1; Mittel 1 Pip – 0,8 · 0,9 · 1,0 · 1,1 · 1,2 Pip
Stichprobe B
Median 0,5; Mittel 2 Pip – 0,4 · 0,5 · 0,5 · 0,6 · 8,0 Pip
B ohne Ausreißer
Mittel 0,5 Pip – Vier statt fünf Werte: anderer Datenbestand.

Entfernst du die 8-Pip-Beobachtung, fällt der Mittelwert von B auf 0,5 Pip. Das ist eine andere Stichprobe, keine Verbesserung des gehandelten Kontos. Fünf Werte reichen hier nur zum Erklären der Statistik, nicht zur Schätzung eines typischen Sitzungs-Spreads. OANDA Europe Limited erläutert mögliche Verbreiterungen bei Nachrichten, Liquiditätsänderungen und Unsicherheit; daraus folgt weder ein fester Multiplikator noch eine allgemeine Wartezeit.

Ein Quote-Spread ist außerdem noch keine gesamte Geldbelastung. Menge, tatsächliche Fills, Provision, Finanzierung und Kontoumrechnung bestimmen das Ergebnis. Der Spread steckt bereits im Unterschied von Kauf- und Verkaufspreisen und darf dann nicht nochmals abgezogen werden. Vergleiche gleiche Kontomodelle und Mengen.

Viele Quotes sind nicht viele Minuten

Ein zweites Modell beobachtet 1 Pip während 59 Minuten und 7 Pip während 1 Minute. Ein Export enthält für die lange ruhige Phase 10 Zeilen, für die kurze schnelle Phase 90 Zeilen. Das zeilengewichtete Mittel beträgt(10×1+90×7)/100=6,4 Pip; das zeitgewichtete Mittel ist(59×1+1×7)/60=1,1 Pip.

Beide Zahlen sind rechnerisch richtig, beantworten aber verschiedene Fragen. Die erste gewichtet Meldungshäufigkeit, die zweite Dauer. Für deine reale Strategie kann wiederum die Gewichtung nach tatsächlichen Einstiegszeitpunkten relevant sein. Keine der beiden Modellzahlen beweist, welche Kosten dein Auftrag gehabt hätte. Notiere die Gewichtungsregel neben dem Wert und behandle fehlende Zeitabschnitte ausdrücklich.

Überlappende Listen brauchen eindeutige Ereignis-IDs

Angenommen, dein Register enthält drei Ereignisse nur in London, fünf in beiden Fenstern und zwei nur in New York. Die London-Liste zählt 8, die New-York-Liste 7. Addieren ergibt 15 Fensterzuordnungen. Es gibt aber nur 8+7−5=10 verschiedene Ereignisse. Die Schnittmenge wird einmal abgezogen, weil sie in beiden Listen vorkommt.

Die fünf gemeinsamen Beobachtungen liefern durch doppelte Fensterzuordnung keine zehn unabhängigen Belege. Dedupliziere nach verlässlicher Ereignis-ID oder einem dokumentierten zusammengesetzten Schlüssel. Ein gerundeter Zeitstempel reicht nicht automatisch: Zwei verschiedene Meldungen können gleichzeitig eintreffen, während dasselbe Ereignis in zwei Exporten unterschiedlich gerundet erscheint. Bestandsgröße, eindeutige Ereignisse und Zuordnungen gehören in getrennte Spalten.

Im Backtest verhindert das weder zukünftige Daten noch eine doppelte Bewertung desselben Handels von allein. Prüfe zusätzlich den Entscheidungszeitpunkt und führe ein Journal mit Stichprobenregel, Kosten und unveränderten Ausschlussgründen. Ein nachträglich günstiger Filter ist kein unabhängiger Test.

Den Untersuchungsrahmen mit dem Alltag verbinden

Wenn du 16:15–17:45 Uhr Zeit hast, sind das 90 Minuten. Ein vorher festgelegter Ausschluss 16:25–16:40 lässt 75 Minuten. Dieses Modell zeigt nur die verfügbare Dauer. Es schreibt weder einen universellen Nachrichtenpuffer vor noch macht jede freie Minute sinnvoll handelbar.

EUR/USD oder GBP/USD sind mögliche Beobachtungsinstrumente, keine pauschale Kosten- oder Erfolgsempfehlung. Prüfe Kalender, Quote, verfügbare Menge und Ausführung am tatsächlichen Konto. Alarme beobachten; Pending Orders können bei erfüllten Bedingungen eine Position erzeugen, während du nicht am Bildschirm bist. Ihre Risiken verschwinden nicht durch eine Sitzungsbezeichnung.

Ein vergleichbarer Test in vier Schritten

  1. Notiere beide Quellfenster und deine eigene Verfügbarkeit. Verwende Datum, Europe/London, America/New_York und Europe/Berlin und konvertiere Beginn sowie Ende jedes Intervalls. Markiere die Wochen versetzter Uhrwechsel; das Ergebnis ist die tatsächliche Schnittmenge unter benannter Konvention, kein Liquiditätsmaß.
  2. Rechne beide Spread-Stichproben unter derselben Definition. Halte bei B den Median 0,5 Pip und das Mittel 2 Pips neben der 8-Pip-Beobachtung fest. Benenne anschließend Zeilen- oder Zeitgewichtung und fehlende Intervalle; eine statistische Rangfolge ersetzt keine tatsächliche Kostenabrechnung.
  3. Dedupliziere das fiktive Ereignisregister. Stelle acht London-Zuordnungen, sieben New-York-Zuordnungen und fünf gemeinsame IDs gegenüber und bestätige zehn verschiedene Ereignisse. Bewahre den Schlüssel und die ursprünglichen Listen; fünf gemeinsam zugeordnete Beobachtungen werden dadurch keine zehn unabhängigen Belege.